Hamburgs GANZEMänner #003 – der Maler Carl-W. Röhrig im Gepräch

Der Maler Carl W. RöhringCarl W. Röhring Maler des Phantastischen Naturalismus

Heute im Gespräch der Maler Carl-W. Röhrig

Carl-W. Röhrig, der Maler des Phantastischen Naturalismus erblickte 1953 die Welt in München-Schwabing. Er wurde er in eine besonders glückliche Periode Deutschlands (wenn man im Westen wohnte) hineingeboren. Der II. Weltkrieg war zu Ende, die Trümmer waren weggeräumt und mit dem Wirtschaftswunder begann ein beispielloser materieller Wohlstand. Die Zeit der Abschottung war vorbei und es kamen viele frische Ideen nach Deutschland und entmufften das Land mehr und mehr.

Mit dem Malen ging es früh los bei ihm, mit zwei Jahren schnappe er sich schon Papier und Buntstifte. Schon in der Kindheit war ihm klar, dass er Künstler werden wollte – und nichts anderes. So begann Pablo, so wird er von Freunden genannt, 1971 ein Studium an der renommierten Akademie für Grafisches Gewerbe in München. Damit im Kühlschrank auch das Licht brannte jobbte er bei den Bavaria Film-Studios um an amerikanischen Trickfilme mitzuarbeiten. Dazu kamen erste bühnenbildnerische Arbeiten am Nationaltheater in München.

Künstlerisch drückt er sich im Phantastischen Naturalismus aus. Sein Werkkatalog umfasst 4000 Gemälde und Arbeiten. Seine Arbeiten hängen in aller Welt von Island bis Neuseeland, von
Nordamerika bis in den Fernen Osten. Einem breiten Publikum wurde er durch seine Magazin-Titelbilder zum Thema Verschmutzung der Umwelt und seiner Serie „Ahnengalerie der bedrohten Tiere“ .

Seine 78 Gemälde-Serie der Tarotkarten, die in vielen Sprachen als das RÖHRIG TAROT bekannt wurde, ist legendär. 

Der Arbeitstisch eines Malers

Der Arbeitstisch von Carl W. Röhrig Foto: Bettina Straub

Carl-W. Röhrig im Gespräch mit ganz-hamburg.de

Sind Sie ein geborener Hamburger?

Nein, ich bin ein geborener Münchner, aber Hamburg ist zweifellos die schönste Stadt in der ich je gelebt habe!

Welche Websites und Blogs lesen Sie regelmäßig?

Die Websites und Blogs meiner Kunstkollegen schaue bzw. lese ich gerne mal durch…. Kreativität ist so grenzenlos frei!

Welche Social Media Kanäle nutzen Sie (wenn nicht, warum nicht)?

Auf Facebook platziere ich ab und zu ein Gemälde. Oftmals freuen sich meine Freunde aus aller Welt, mal wieder was von mir zu sehen. 

Was hassen Sie an Geschäfts-Terminen, was finden Sie gut?

Geschäftstermine in dem Sinn habe ich eigentlich gar nicht mehr. Großartig finde ich die interessanten Gespräche, die sich ergeben, wenn eine Auftragsarbeit, wie z. B. ein Wandgemälde besprochen wird. Manchmal gibt esein zähes Ringen um die Höhe des Preise für Wandmalereien. Im Prinzip male ich sehr gerne für die Leute, der Preis ist dann oft zweitrangig. Es fällt
mir dann schwer, den Interessenten abzusagen.

Die Uhren von Carl-W. Röhrig

Carl-W. Röhrig läßt es luxeriös ticken: Pinsel-Stilleben mit BVLGARI- und LONGINES-Uhr Foto: CWR

Was ist Ihr nächstes Projekt?

Oh, mehrere Gemälde. Vor vier Wochen lernte ich einen Mann kennen, der zwei grosse Gemälde schon vor der Fertigstellung erwarb. Vor ein paar Tagen lieferte ich das erste an ihn aus und er gab sogleich den Auftrag ein drittes großes Gemälde anzufertigen …. 

Mit welchem selbst zubereiteten Essen konnten Sie schon Freunde beeindrucken?

Mit keinem…. Haha… ja, ein Koch bin ich nicht. Wenn ich ein Gemälde entstehen lasse, dann bleibt es bestehen… bei einem kunstvoll zubereiteten Essen ist es sogleich weg… nix mehr da. In der Tat denke ich oft über die Kunst des Kochenden nach – was letztlich bleibt ist nur die Erinnerung.

Wann haben Sie zuletzt handschriftlich einen Brief verfasst?

Im letzten Januar schrieb ich einem Freund an der Ostsee einen Brief, einfach um ihm mein persönlich gutes Verhältnis zu ihm zu dokumentieren. Briefe meiner Frau, die sie mir vor 40 Jahren schrieb… ich habe sie alle aufgehoben… die Postkarte, die mir meine Mutter einst aus Italien schrieb (schon vor 30 Jahren), sie ist lange gegangen, aber ihre Karte mit ihrer
unverkennbaren Schrift, die habe ich noch und lässt mich stets eine schöne Erinnerung an sie haben. Der Wert eines geschriebenen Briefes ist in der Tat sehr groß.

Wollten Sie schon immer das werden, was Sie jetzt sind?

Ja, ich wurde das, was ich schon als Kind entschieden hatte, zu werden. Hierfür bin ich sehr dankbar. Ich weiß, wie quälend es für viele ist, nicht zu wissen, wofür sie sich in ihrem Leben einsetzen wollen. 

Verbrannte Finger gelten als gute Lehrmeister.
Aus welchen schmerzhaften Erfahrungen konnten Sie besonders viel lernen?

a, das sagt man so, zumindest erinnert es einen daran, dass man einen Fehler gemacht hat, dass man nicht fähig genug war oder die Dinge nicht gut genug vorbereitet hat. Vor sehr vielen Jahren ließ ich mich dazu überreden, an einem relativ grossen  Immobilienankauf mitzuhelfen. Ich bürgte dafür! Es wurde eine Katastrophe! Die Lektion für mich hieß am Ende: Sei bereit
„NEIN“ zu sagen, auch wenn Du dich bei Freunden unbeliebt machst. Verlasse Dich auf Deine eigene Einschätzung und vertraue nicht grenzenlos auf die Worte anderer.

Was empfinden Sie als stillos?

Stillos? Oje – in Bezug auf Geschmack … da gibt es sehr viele Gesichtspunkte. Es ist also eine Frage des eigenen Blickwinkels. Für stillos halte ich Leute, die über andere abschätzig reden, nur um für sich selbst insgeheim einen Vorteil zu bewirken.

Was darf auf Reisen keinesfalls fehlen?

Die Lust neugierig zu sein, ja, die darf nie fehlen.

Was wollen Sie unbedingt einmal machen, hatten aber dafür noch nicht die Zeit?

Mit meinen Söhnen nach Kanada oder Alaska zu reisen, und dort in den Wäldern und an den Flüssen zu fischen.

Verraten Sie uns Ihren Lieblingsort in Hamburg?

Im Hafen am Kai zu stehen und den grossen Schiffen nachzuschauen. Die Sehnsucht nach der unbekannten Ferne, diese wohnt nach wie vor in mir. Der Wind, die See und das Licht – ich liebe es.

Wenn Sie jetzt frei wählen könnten: An welchem Ort würden Sie morgen gern aufwachen?

Neuseeland mit dem Vorhaben, am Great Barrier Reef tauchen zu gehen.

Was für Situationen fordern Ihnen große Geduld und eine positive Haltung ab?

Nichts zu tun! Ja, das würde doch einige Geduld von mir fordern -„nichts zu tun“ zu lernen. Manchmal denke ich mir, ich tue und kreiere wohl so viel, um nicht der
„Stille des Nichts“ ins Auge sehen zu müssen. Ohje, da könnte man in der Tat ins philosophieren geraten…..

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