Prominente Unternehmer attackieren Hamburger Erzbischof wegen Schulschließung

Spitze eines KirchturmsDie Turmspitze von St. Ansgar der "Kleine Michel" eine Hamburger Katholischen Kirche © ganz-hamburg.de

Der Streit um die Schließung einiger katholischen Schulen in Hamburg eskaliert weiter, berichtet der Stern in seiner aktuellen Ausgabe.

Eine Gruppe von Unternehmern um Eugen Block (Hotel Grand Elysée und Blockhaus Gruppe) hat die Entscheidung des Bistums, in der Hansestadt Schulen zu schließen, scharf kritisiert.

Eugen Block, der als höchst erfolgreicher Unternehmer bewiesen hat, hart rechnen und kalkulieren zu können, wirft dem zuständigen Generalvikar des Bistums Täuschung vor. Aus seiner Sicht sind die finanziellen Gründe für die Schließung nur vorgeschoben.

„Das Bistum hat genügend Vermögen.
Es ist reich, nicht arm.“

Eugen Block


Eugen Block hat eine Gruppe von Hamburgern, die sich „Adventsrunde“ nennt, um sich versammelt. Neben langjährigen Elternvertretern zählen der Eigentümer der Drogeriekette „Budnikowsky“ Cord Wöhlke sowie die bekannte PR-Managerin Alexandra von Rehlingen zu diesem Kreis.

Schon vor einem Jahr hat sich die Adventsrunde an den Hamburger Erzbischof Stefan Heße gewandt, um diesen von den Schulschließungen abzubringen. Allerdings, ohne Erfolg.

Der Hintergrund ist die Entscheidung des Bistums, den Betrieb in sechs von 21 katholischen Schulen in der Hansestadt auslaufen zu lassen. Als Grund hierfür werden die angespannte Finanzsituation sowie hohe Modernisierungskosten in den Schulen genannt. Aktuell sei das Bistum mit rund 79 Millionen Euro überschuldet, stellt ein Gutachten im Auftrag der Kirche fest.

Die katholische Kirche ist der größte private Schulträger in der Stadt.
Eugen Block engagierte daraufhin auf eigene Kosten einen Unternehmensberater, der vom Bistum Zugang zu der Bilanz von 2017 erhielt und der intern nun seinerseits ein Gutachten vorlegte.

Danach rechne sich das Bistum ärmer, als es ist. So seien
Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen in der kirchlichen Bilanz 86,5 Millionen Euro zu hoch taxiert. Die rund 800 Immobilien im Erzbistum, die der Kirche gehören, seien hingegen deutlich zu niedrig bewertet.

Das Bistum sei gar nicht überschuldet.

Das Fazit der Hamburger Adventsrunde

In einem Brief fordert die Adventsrunde nun den Erzbischof ultimativ auf, die Schul- Entscheidung zurückzunehmen.

Der Generalvikar des Bistums, Ansgar Thim, weist die Vorwürfe zurück. Die Kirche kalkuliere bei ihren Rückstellungen vorsichtiger, als es Unternehmen tun. Die Bilanzen „geben ein realistisches Bild“. Und die Immobilien seien zwar niedrig, aber regelkonform bewertet.

Vorsicht ist durchaus eine Kaufmannstugend. Nur, dient sie dazu die Schulschließungen zu legimitieren, sprich damit Politik zu machen? Das ist hier die Frage. Eugen Block ist ein Unternehmer, der für solide Bilanzen und klare wirtschaftliche Verhältnisse und nicht für windige Finanzierungen steht.

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