Neue Novalis-Bilder von August Ohm

Novalis Bild von August OhmEines der „Neuen Novalis-Bilder“ von August Ohm Copyright August Ohm

Ausstellung in der Galerie im Kaamp-Hüs auf Sylt vom 1. bis zum 19. August 2022

Novalis ist keine leichte Kost, aber gehaltvoll. In seiner Erzählung „Alte Meister” schreibt  Thomas Bernhard einmal: „Alle Dichter sind mir mit der Zeit mehr oder weniger auf die  Nerven gegangen, haben mich zutiefst enttäuscht, haben sich als unsinnig oder als zwecklos erwiesen oder als letzten Endes unbrauchbar herausgestellt, Novalis hat mich nie  enttäuscht. ” 

Der Hamburger Maler und Zeichner August Ohm hat sich immer wieder von bedeutender Dichtung  inspirieren lassen, vom Gilgamesch-Epos, der ältesten erhaltenen Weltliteratur, über die  Offenbarungen des Johannes bis zu Charles Baudelaire, Arthur Rimbaud und Oscar Wilde. 

Seit den 1990er Iahren steht der Dichter Novalis im Zentrum von Ohms Interesse. Seine  zu den „Hymnen an die Nacht“ entstandenen Gemälde wurden durch das Novalis-Museum erworben und von der Novalis-Gesellschaft publiziert. Später schuf Ohm Bilder zu dem Romanfragment „Die Lehrlinge zu Sais“. Diese Werkgruppe wurde von der  Novalis-Stiftung herausgegeben. 

Auch die neuen Novalis-Bilder des Künstlers gehen aus von den „Lehrlingen zu Sais“. Der Maler verbildlicht das Zeit- und Naturverständnis des Dichters und dessen Vorstellung von einer „Sympathie des Alls“. Hier ist alles mit allem verbunden, und im  Mikrokosmos von Sand und Steinen spiegelt sich die Ganzheit des Kosmos wider. August Ohms Bilder sind spirituell, aber nicht verstiegen-esoterisch. Immer wieder bezieht sich der Künstler  auf gesehene Wirklichkeit. In den Idolen der kykladischen Kunst oder im Denghoog von  Wenningstedt sieht Ohm Gleichnisse der Zeitlosigkeit, dann wieder werden Steine und  Muscheln unterhalb des Morsum-Kliff für den Künstler zu „sprechenden Elementen“ der  Natur. 

Im großen Novalis-Jahr 2022, dem 250. Geburtstag des Dichters (1772 – 1801), werden Novalis-Bilder von August Ohm außer in der Galerie im Kaamp-Hüs noch gezeigt im Novalis-Museum Schloss Oberwiederstedt, in der Hamburger Stiftung Ohm sowie in Halle an der Saale im Rahmen der Ausstellung „Novalis und die Moderne“.

Kaamp-Hüs
Hauptstraße 12, 25999 Kampen auf Sylt
geöffnet montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 13 Uhr.
Weitere Infos auf der Homepage www.kampen.de

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