OPEN ART zeigt architektonische Exzellenz auf dem Überseeboulevard

Gruppenfoto Eröffnung Open ArtAusstellungseröffnung OPEN ART Jörn Walter (ehm. Oberbaudirektor Hamburg, Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeld, Dr. Claudia Weise (Quartiersmanagerin) Finn Warnecke (BDA Hamburg) (vl) © Norbert Schmidt


Hamburg ist eine von Bürgern für Bürger gebaute Stadt. Keine Residenzstadt, in der der Adel oder die Regierung für eine herrschaftlich repräsentative Architektur auf Kosten des ganzen Landes wie z.B. in Berlin gesorgt hat. Bürger und Unternehmen als Bauherren, das sorgt sehr zulässig für vielfältige Bauwerke. Allerdings schon historisch gesehen ist Hamburg mit seiner Architektur nie besonders zimperlich umgegangen, Bauten und Häuser dienten einem Zweck und mussten funktionieren. Wenn das nicht mehr der Fall war wurde sie häufig durch neue Bauwerke ersetzt. So ist auch die Veränderung die Konstante im Hamburger Stadtbild.

In ersten Jahrzehnten nach dem Krieg ging es um Enttrümmerung und Wiederaufbau. Das ist mehr oder weniger gut gelungen. Was schon in den 1960er Jahren begann, kristallisierte sich immer mehr heraus. Die Ansprüche an die Architektur wurden immer größer und es waren auch ausreichende finanzielle Mittel vorhanden.

Die herausragendsten Hamburger Bauten werden alle zwei Jahre vom Bund Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) mit dem BDA Hamburg Architektur Preis ausgezeichnet. Jetzt gibt die 24. OPEN ART Ausstellung auf dem Überseeboulevard einen Überblick über das, was der Architekturpreis in 25. Jahren geehrt hat und seinerzeit für architektonische Exzellenz hielt.

Vergessen wir nicht, Architekten sind auch die Menschen, die Hochhaussiedlungen für das Non Plus Ultra der Stadtplanung und Architektur hielten und natürlich auch begeistert bauten. Selbst bewohnen Sie aber im Zweifel ehee eine alte Villa, ein Bauernhaus auf dem Lande oder eine großzügige Altbauwohnung in der Isestraße. Auch vielen stuckverzierten Gründerzeit-Häusern wäre es an den Kragen gegangen, wenn einige radikale Vertreter der Zunft sich durchgesetzt hätten. Komischerweise sind aber genau diese Altbauten bei Mietern äußerst beliebt.

Architektur prägt immer eine Stadt, schafft das Stadtbild und ist die Visitenkarte der Stadt. Hamburg ist geprägt von einem Mix aus moderner Architektur und traditioneller Baukunst. Auf der einen Seite die Kaufmannsträume der Speicherstadt, damals High Tech hinter historisierenden Fassaden und nicht einmal hundert Meter die HafenCity, das größte städtebaulichen Projekt Europas. Was auch gern vergessen wird, für die Speicherstadt und die Hafenanlagen wurde ein ganzer historischer Stadtteil im wahrsten Sinn des Wortes plattgemacht und mit Bürgerbeteiligung war auch nichts. Zimperlich ist wahrlich etwas anderes.

Viele der ausgezeichneten Gebäude kennen wir, kommen vielleicht regelmäßig an ihnen vorbei. Die OPEN ART Ausstellung präsent konzentriert die mehr als 40 Siegerbauten in eindrucksvollen Architekturfotos von Fotografien mit ganz unterschiedlichen Handschriften. Dazu gibt es erläuternde Informationen.

„Jeder der gezeigten Gewinnerbauten veranschaulicht nicht nur eindrücklich den architektonischen Ausdruck seiner Zeit, sondern ist auch beispielgebend für die vorrangigen Bauaufgaben seiner Entstehungszeit. Der Publikums Architektur Preis aus dem letzten Jahr ist ein Beispiel dafür, dass der Umgang mit dem Bestand und der Fokus auf dieses Thema angesichts der Klimakrise immer bedeutender wird. Auch der Wohnungsbau spielt in der Elbmetropole heute aufgrund des Wohnungsmangels eine wichtigere Rolle als zu Zeiten als Hamburg keine wachsende Stadt war. So sind in der Ausstellung mehrere Beispiele hervorragenden Wohnungsbaus zu sehen. Es sind aber auch immer wieder die besonderen Bauaufgaben z. B. im Kulturbereich, die zu einzigartiger Architektur führen wie etwa die Elbphilharmonie eindrücklich beweist.“

Finn Warncke, 1. Vorsitzender des BDA Hamburg

Besonders wird der BDA Hamburg Architektur Preis dadurch, dass im Gegensatz zu vielen Architekturpreisen, die meist nur Entwürfe und Planungen prämieren, reale fertig gebaute Gebäude ausgezeichnet werden.


AUSGEZEICHNET! ARCHITEKTUR SCHAUEN – Rahmenprogramm und Katalog

Zur Ausstellungseröffnung erscheint der Katalog BDA Hamburg Architektur Preis 2020. Die Baujahre 2018 – 2020. Mit den Gewinnerbauten der letzten 25 Jahre. Er wird im Dölling und Galitz Verlag herausgebracht und ist ab Mitte September 2021 im Buchhandel erhältlich. In der Laufzeit der Ausstellung werden öffentliche Exkursionen zu ausgewählten Gewinnerbauten angeboten. Die jeweiligen Termine werden zeitnah auf der Website bekannt gemacht: www.bda-hamburg.de.

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