Willi Winkler in der Schwarzen Nacht im Juni

Willi WinklerDer Autor und Journalist Willi Winkler © Jens Gyarmaty

Das braune Netz – der Journalist und Autor Willi Winkler liest aus seinem neuen Buch.

Das muss ein Volk erst einmal hinbekommen, gestartet als Diktatur mit opernhaften Zügen, dann halb Europa und das eigene Land in Schutt und Asche legen und danach, ob im Osten oder Westen wurde einfach irgendwie wieder zur Tagesordnung übergangen.

Das Problem, die Eliten, die man in der Diktatur brauchte, benötigte man auch in der Nachkriegszeit oder in Ostzone oder in den drei Westzonen.

Praktisch war die Entnazifizierung ungefähr so wirksam, wie die berühmte Aktentasche als Schutzmaßnahme im Falles einer Atombombenexplosion. Denn auch wenn es die deutschen Eliten, Künstler und Intellektuellen nicht gern hören, wer nicht emigriert war, hat sich mehr oder weniger tief verstrickt und konnte keinesfalls seine Hände in Unschuld waschen. Oftmals haben sich Karrieren aus der Nazizeit nahtlos fortgesetzt.

 „sie saßen in der Regierung und sie saßen zu Gericht, in manchen Fällen sogar über ihre ehemaligen Opfer.“

Willi Winkler

Auseinandersetzungen bis in die Gegenwart hinein

Es sind nicht nur die aktuellen Auseinandersetzungen über AFD, Reichsbürger, sogenannte Prepper oder Ausländerfeindlichkeit. Es sind auch die Kinder und Enkel von Nazi-Verbrechern, die heute Bürgern Israels den richtigen Opferstatus zu weisen wollen oder gar via BDS zum Israel-Boykott aufrufen.

Doch wie sah die jüngere Vergangenheit der Bundesrepublik wirklich aus? Alte Wochenschauen, die das Wirtschaftswunder zeigen, geben nur einen Ausschnitt wieder. Vieles wurde in den 1950er Jahren nur halböffentlich verhandelt.

Die Deutsche Gegenwart ist nicht ohne Blick zurück in die 1940er und 1950er Jahre zu verstehen. Unsere zweite demokratische Verfassung, die übrigens nie durch einen Volksentscheid legitimiert wurde, wird 70. Jahre jung und sie hat Deutschland Glück gebracht.

Buch Das braune Netz
Willi Winkeler: Das braune Netz erschien bei Rowohlt Abb: Verlag

Doch die Schatten von gestern sind im hellen Licht des Grundgesetzes nicht verschwunden. Der Wiederaufbau Deutschlands basierte auf dem ‚Personal von gestern‘… Von der moralischen Katastrophe, die dabei verschwiegen wurde, handelt das neue Buch Willi Winklers (bei rowohlt erschienen),.

Im Rahmen der nächsten Schwarzen Nacht stellt der Autor sein gut zu lesendes Buch vor. Die brauen Kameraden, Nazis, Nutzniesser und Karrieristen Denn die alten Nazis saßen überall, in sämtlichen Behörden, Schulen, Ministerien, in der Justiz.

Der vielfach ausgezeichnete Journalist, Autor, Übersetzer untermauert seine durchaus meinungsstarke Arbeit am Beispiel einiger hochverdienter Persönlichkeiten der Republik.

Lesung von Willi Winkler: Das braune Netz 

Wann: Donnerstag, 20.  Juni 2019 um 20:00 Uhr , 10€
Wo: Alfred-Schnittke-Akademie, Max-Brauer-Allee 24 – 22765 Hamburg Ottensen – vis-à-vis dem Altonaer Theater
Eintritt: 10 Euro – Reservierungen unter www.schwarzenaechte.d

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