Saufen, Sex und Schweinereien: Oliver Sauer liest Kurzgeschichten von Charles Bukowski

Oliver SauerRote Rosen Star Oliver Sauer Foto: Andreas Weiss

Charles Bukowski – der amerikanische Alptraum

Charles Bukowski, das ist harte Kost, denn er schreibt ungefiltert über das Leben und nicht über eingebildete Befindlichkeiten von Menschen die nur die Komfortzone kennen. Bei ihm geht es nicht um die Innerlichkeit von saturierten Bildungsbürgern. Er gibt seine Stimme den Menschen, für die das Leben ein Boxkampf, der meist mit ihrem K.o. in der 13. Runde endet, ist. Menschen, die immer ein „Scheiß“-Blatt im Kartenspiel des Lebens haben, mitspielen und verlieren. Bukowski hämmerte die Sprache des Lebens in seine Underwood Standard Schreibmaschine. Er schrieb einfach unerhört: hart, direkt, grotesk und obszön, nicht in literarischer verbrämter Hochsprache. Seine Helden, die Menschen, die auf der falschen Seite der Bahngleise leben und die die  „sunny side of the street“ nur vom Anschauen kennen.

Ganz klar, Autoren wie Charles Bukowski polarisieren, sie sind nichts für Literaturseminare, in denen junge Frauen aus besseren Familien ihre Zeit vertrödeln, oder für die sogenannten „Edel-Federn“ des Feuilletons, die blutleere Essays und Kritikern schreiben. Vom offiziellen Kulturbetrieb wurde Bukowski lange Zeit kaum beachtet. Aber, genau dafür wird er geliebt, einfach weil er über das existentielle Leben in der 60er und 70er Jahren in den USA authentisch geschrieben hat.

Der Schauspieler Oliver Sauer liest teilweise autobiographische Geschichten des in Deutschland geborenen Schriftstellers, der als Kleinkind nach Los Angeles zog und dort das Leben eines Verlierers führte. Vielleicht genau das richtige Kontrastprogramm für ihn, denn als aktueller Held der ARD-Telenovela „Rote Rosen“ kennt Oliver Sauer andere Plots und Dialoge.

Oliver Sauer bewegt sich mit seiner Lesung „Charles Bukowski: Schlechte Verlierer“ auf dem anstößig derben Terrain, das Bukowski als Leben kannte. Träume von der großen Liebe hatten hier keinen Platz. Im Vordergrund stand das Leben mit Prostituierten, Glücksspiel und Alkohol. Die passende musikalische Untermalung zur Lesung liefert Christian Jovanov am Klavier.

„Charles Bukowski: Schlechte Verlierer“
Die Kurzgeschichten und Gedichte werden gelesen von Oliver Sauer.
Am Klavier: Christian Jovanov.
Datum: Samstag, 19. September 2015
Uhrzeit: 20.15 Uhr
Ort: Logensaal in den Hamburger Kammerspielen, Hartungstr. 9-11, 20146 Hamburg
Eintritt: 12,00 Euro, erm. 9,00 Euro

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