Günther T. Schulz prägte die Bilderwelt der jungen Bundesrepublik

Günther T. Schulz (G.T.S)Vorlage für eine Illustration von Günther T. Schulz

Der Werbegrafiker und Zeichner Günther T. Schulz  (1909–1978), der mit seinen Initialen G.T.S. selbst zum Markenzeichen wurde, hat die Alltagsbilderwelt der jungen Bundesrepublik mitgeprägt. Die Hamburger Handelskammer stellt jetzt Arbeiten von ihm aus und ehrt damit sein Werk.

Günther T. Schulz Portrail

Günther T. Schulz (G.T.S.) Portrait

Bis Mitte der 1960er Jahre waren Illustrationen und Zeichnungen die Grundlage der Werbung, technisch bedingt kam der Fotografie eine Nebenrolle zu. Zeichner und Illustratoren spielten die Hauptrolle in der Werbung. Denn nur so konnte Produkte und Szenen überhöht dargestellt werden.

Günther T. Schulz gehörte in dieser Zeit in der Bundesliga für Werbung. Geprägt durch die Verwüstungen des Krieges war es die Zeit des Aufbaus, des Aufbruchs, der Expansion und des Wirtschaftswunder. Umbrüche wurden nicht als Bedrohung, sondern als positive Weiterentwicklung empfunden. So war auch die Werbesprache, lebensbejahend, optimistisch, etwas naiv aber stets nach vorn blickend.

Als Werbegrafiker war der gebürtige Berliner, der schon vor dem Krieg nach Hamburg gezogen war, richtungsgebend. Wie nur wenige andere verstand er es, das damalige Lebensgefühl, die Träume in Bildern umzusetzen und aufs Papier zu bringen. Als Werbeleiter bei den Reemtsma Cigarettenfabriken und bei Martin Binkmann AG (Zigaretten) erschien keine große Illustrierte oder Magazin ohne Anzeigen, die von ihm mitgestaltet oder geprägt waren. 

Mit dem Verleger Axel Springer war er persönlich befreundet. G.T.S. gab wesentliche Impulse zum Layout des Hamburger Abendblattes. Auch das Logo der BILD Zeitung wurde von G.T.S. gestaltet. Beides die erfolgreichsten Zeitungsneugründungen nach dem Krieg. Dazu kamen vielen Titelseiten und Illustrationen für redaktionelle Beiträge in den Zeitschriften des Springer Verlages, der damals noch in Hamburg ansässig war. 

Auch wenn Günther T. Schulz als Werber seinen Lebensunterhalt bestreitete, seine Passion war das Zeichnen. Ohne Kreide, Stifte und Pinsel in der Tasche hat er selten das Haus verlassen. Freunde, Kollegen und Bekannte haben ihn immer wieder zeichnet skizzierend gesehen.

Sein Lebenswerk ist leider fast vergessen und ruht tief in den Archiven von Verlagen. Auch die vielen freien Arbeiten sind neben den Gebrauchsgrafiken und Buchillustrationen wenig bekannt. Begrüßenswert, dass die Ausstellung in der Hamburger Handelskammer G.T.S. wieder etwas öffentlicher macht. Noch immer spürt man die Stärke seine Bildsprache, die immer den Zeitgeist widergespiegelt hat.

Die Ausstellungseröffnung „G.T.S. – ein Markenzeichen: Grafiken, Illustrationen und Aquarelle von Günther T. Schulz“ findet am Mittwoch, den 31. Mai, um 18.30 Uhr im Albert-Schäfer-Saal der Hamburger Handelskammer statt. Es sprechen Handelskammer-Präses Tobias Bergmann, Altpräses Nikolaus W. Schües (Kunststiftung Christa und Nikolaus Schües) und der Nachlassverwalter Nicolas Stampe.

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag von 9.00 bis 17.00 Uhr
Freitags von 9.00 bis 16.00 Uhr
An Samstagen, Sonn- und Feiertagen geschlossen
Der Eintritt ist frei

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