75 Jahre Udo Lindenberg und über 1.000 Chartplatzierungen

Udo Lindenberg auf dem Hoteldach des Atlantic Hotels mit WeltkugelUdo Lindenberg auf dem Dach des Atlantic Hotel Foto: TineAcke

Heute, am 17. Mai 2021 wird Udo Lindenberg nicht nur 75 Jahre alt. Kaum ein Deutscher Musiker hat so die Musiklandschaft geprägt und beeinflusst wie der Panikrocker und Dauergast des Hotel Atlantic an der Außenalster. Das wird deutlich, wenn man einen Blick in die Offiziellen Deutschen Charts ( ermittelt von GfK Entertainment) wirft.

Udo Lindenberg hat in seiner Musikerlaufbahn 52 Alben und 23 Singles veröffentlicht und war insgesamt 1.134 Mal platziert, davon 153 Mal in den Deutschen Top 10. Die anlässlich des Jubiläums herausgebrachten Werkschauen „Udo Lindenberg – 75 Jahre Panik“ und „Udopium – Das Beste“ werden sicherlich für eine gebührende Fortsetzung der Erfolgsgeschichte sorgen.

Seine erste Platte (1971) mit englischsprachigen Songs war noch kein Hit und viele Exemplare wurden nicht gepresst. Die nächste schon deutschsprachigen LP ‚Daumen im Wind‘ machte ihn im Norden populär, weil der NDR2 den Song Hoch im Norden‚ zu einem Hit gemacht hat. Mit seinem schnoddrigen Gesang, seinem nuancierten Sprachgefühl, kreativen Wortschöpfungen und -bildern ließ er die bedeutungsschwangeren tiefgründigen Krautrocker und den Deutschen mit einem Schlag ganz alt aussehen.

Tabelle: Udo Lindenberg Chart Platzierungen
Offizielle Deutsche Charts Quelle: GfK Entertainment

Der Charterfolg kam darauf Mitte 1974 mit dem Panikorchester und der legendären LP „Alles klar auf der Andrea Doria“, deren Veröffentlichung als Geburtsstunde des deutschsprachigen Rock gilt. Die Platte schaffte es Mitte 1974 bis auf Rang 23 und die Lindenberg Rakete startete Bereits der Nachfolger „Ball Pompös“ erreichte Platz drei und war zwischen Oktober 1974 und September 1975 nonstop in Charts platziert.

Allerdings die selbsternannte „Nachtigall“ musste bis sie das erste Nummer-1-Album hatte Wartezeit aktzepieren. Erst nach der Jahrtausendwende, 2008, wurde er zum Chart-Titan mit dem von Kritikern und Fans hochgelobte „Stark wie Zwei“ schoss direkt von 0 auf 1 und blieb dort ganze vier Wochen. Weiter ging ging es Schlag auf Schlag: „MTV Unplugged – Live aus dem Hotel Atlantic“ (2011), das mit 118 Wochen mittlerweile längstplatzierte Live-Album aller Zeiten, kletterte ebenso an die Spitze wie „Stärker als die Zeit“ (2016) und „MTV Unplugged 2 – Live vom Atlantik“ (2018).

Doch nicht nur die Album-Charts rockte Udo Lindenberg. Mit dem Friedenslied „Wozu sind Kriege da?“ mischte er die Offiziellen Deutschen Single-Charts auf. Dieses entstand im Duett mit dem zehnjährigen Pascal Kravetz, debütierte im Oktober 1981 auf Position 62 und stieg einige Monate später bis auf Rang 18 empor. Am höchsten hinauf ging’s bei den Singles für Lindenbergs Kulthit „Sonderzug nach Pankow“ (1983, Platz fünf), den 2008er-Song „Wenn du durchhängst“ (zehn) sowie die Kollabo-Nummer „Cello (MTV Unplugged)“ (mit Clueso, 2011, vier).

Das ‚Jodeltalent‘ Udo Lindenberg hat das Tor für Deutschsprachige Pop- und Rockmusik aufgestoßen und dem kitschigen klischeehaften Deutschen Schlager (‚all die Schlagerafffen dürfen da singen‘) zwar hat er nicht im Alleingang für die Entsorgung des klassischen und in den 1979er Jahren sehr populären Deutschen Schlagers gesorgt. Beide Zitate aus dem Song: Sonderzug nach Pankow.

Über die Offiziellen Deutschen Charts

Die Charts werden von GfK Entertainment ermittelt. Sie decken 90 Prozent aller Musikverkäufe ab und sind das zentrale Erfolgsbarometer für Industrie, Medien und Musikfans. Basis der Hitlisten sind die Verkaufs- bzw. Nutzungsdaten von 2.800 Händlern sämtlicher Absatzwege. Dazu zählen der stationäre Handel, E-Commerce-Anbieter, Download-Portale und Musik-Streaming-Plattformen.