HAMBURGER CAMERATA: Ein Jahrtausendwerk zum Neubeginn

Die Hamburger Camerata in der ElphiDie Hamburger Camerata freut sich auf den Re-Start am Mittwoch, 16. Juni, in der Elbphillharmonie. Foto: Lucia Hunziker

Die HAMBURGER CAMERATA freut sich auf den Re-Start in der Elbphilharmonie am 16. Juni.

Die Kulturszene in Hamburg freut sich auf die Wiederaufnahme von Veranstaltungen in der Hansestadt. Aufgrund der aktuellen Beschlüsse des Hamburger Senats kann so unter anderem der Spielbetrieb in Elbphilharmonie und Laeiszhalle wieder aufgenommen werden. Es gelten zwar weiterhin Einschränkungen – für den Konzertbesuch und die Teilnahme an Hausführungen ist ein gültiger negativer Coronatest, ein Nachweis über vollständigen Impfschutzoder ein Nachweis über die Genesung usw. erforderlich (genaue Regeln weiter unten im Text), doch die allgemeine Erleichterung darüber, dass es zumindest einen ersten Schritt in Richtung Normalität geht, ist groß.

Genau so ist auch die Stimmungslage bei der Hamburger Camerata, eine weit über die Grenzen bekannte Kammermusikformation, die nun am kommenden Mittwoch, 16. Juni, wieder loslegen darf. Im Großen Saal der Elbphilharmonie hat sie sich für den Re-Start den Titel „Sternstunden“ ausgedacht und sieht man sich das Programm und die Protagonisten des Abends an, so ist dies durchaus eine sehr passende Bezeichnung. Aufgeführt werden das Violinkonzert d-moll op. 43  von Jean Sibelius sowie die Sinfonie Nr. 41 C-Dur „Jupiter“ von
Wolfgang Amadeus Mozart. An der Violine tritt der Artist in Residence Marc Bouchkov an, die Leitung hat Gábor Hontvári.

Ein ganz besonderes Werk und ein ganz besonderer Solist

Es gibt wenige Konzerte in der Violinliteratur, in dem es so zahlreich an geigerischen Extremen wimmelt, die aber dennoch auf eine vollkommene Art und Weise zueinander finden. Das Violinkonzert d-Moll, op. 47 ist das einzige Solokonzert, das Sibelius geschrieben hat und er hat den Violinisten damit ein Tonwerk vermacht, das ihnen sehr viele Gelegenheiten bietet, ihre Virtuosität und Spielfreude zu demonstrieren.

Vor allem der aufgedreht leidenschaftliche dritte Satz, der zwei unterschiedliche Themen verarbeitet, erfordert Höchstleistungen von den Violinisten. Hier sind aber gleichzeitig auch perfekte Klarheit in Ton und Phrasierung angesagt.

Marc Bouchkov und die Hamburger Camerata

Mit Marc Bouchkov hat die Hamburger Camerata dafür an diesem Abend die perfekte Besetzung gefunden. 1991 geboren, erhielt er bereits im Alter von fünf Jahren den ersten Geigenunterricht. Marc Bouchkovs weiterer künstlerischer Lebensweg ist seitdem gesäumt von zahlreichen internationalen Auszeichnungen. So gewann er unter anderem Erste Preise beim „Concours International pour Violon Henri Koch“, bei der „European Young Concert Artists Audition“ in Leipzig, beim „Concours Reine Elisabeth“ in Belgien und bei der „Montreal International Musical Competition”.

Bouchkov arbeitete schon mit dem NDR-Sinfonieorchester, dem Belgian National Orchestra, dem Royal Philharmonic Orchestra of Liège, dem Moscow Philharmonic Orchestra und dem Staats-orchester Rheinische Philharmonie. Zudem führte er bei einer Ballettproduktion der Deutschen Oper am Rhein Brahms’ Violinkonzert mit den Düsseldorfer Symphonikern auf. Auf Einladung von Mariss Jansons eröffnete er 2014 die Serie „Essentials“ mit dem Royal Concertgebouw Orchestra. Seit 2014 studiert er als Junger Solist im Aufbaustudium an der Kronberg Academy bei Mihaela Martin. Der belgische Geiger mit russischen Wurzeln wird außerdem von Brigitte Feldtmann/Feldtmann kulturell gefördert, die ihm eine in Paris gefertigte Violine von Jean Baptiste Vuillaume von 1865 zur Verfügung stellt.

Gábor Hontvári – international gefragter Dirigent

Der Ungar Gábor Hontvári ist seit der Spielzeit 2019/2020 1. Kapellmeister und stellvertretender Generalmusikdirektor an dem Mainfranken Theater Würzburg. Er absolvierte sein Masterstudium an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar unter der Leitung von Prof. Nicolás Pasquet, Prof. Ekhart Wycik und Prof. Gunter Kahlert und seit Juni 2018 belegt er den Konzertexamenstudiengang in der renommierten Dirigierklasse. Hontvári konnte bereits mehrere bedeutende Erfolge aufweisen: 2019 wurde er mit dem 2. Preis beim internationalen Dirigierwettbewerb „Deutschen Dirigentenpreis” in Köln ausgezeichnet, im gleichen Jahr ebenfalls mit dem 2. Preis beim Wettbewerb der deutschen Hochschulen „Campus Dirigieren” und erhielt zusätzlich den Publikumspreis. Zuvor ging er als 1. Preisträger des Internationalen „Lantos Rezső“ – Wettbewerb für junge Chordirigenten 2014 und beim 7. Dirigierwettbewerb der mitteldeutschen Hochschulen mit dem MDR hervor. 2018 wurde er mit dem Ernst-von-Schuch Preis auszeichnet. In Ungarn arbeitete er mehrmals mit dem Philharmonischen Orchester Győr, dem BM Duna Symphony Orchestra, dem Savaria- und dem MÁV Symphony Orchestra zusammen.

Für Mozarts letzte Symphonie, der Symphonie Nr. 41 (Beiname „Jupiter“), ist Hontvári somit der richtige Mann am Dirigentenpult. Zu des Komponisten Lebzeiten höchstwahrscheinlich nirgends aufgeführt worden, hat die Nachwelt dieses Werk zum Rang einer kulturellen „Sternstunde der Menschheit“ emporgehoben. Ausgestattet mit viel festlichem Glanz, Erhabenheit und einer kompositorischen Leistung, die von vielen als seitdem unerreicht beschrieben wurde, ist es wahrlich eine gute Wahl für einen Neubeginn des kulturellen Lebens in Hamburg mit der Hamburger Camerata.

Informationen zum Besuch der Elbphilharmonie

Aufgrund der eingeschränkten Platzkapazität in der Elbphilharmonie wird das Konzert mit gekürztem Programm (ohne Pause) gespielt. Aufführungen sind um 18.30 Uhr und 21.00 Uhr. Bitte beachten Sie die derzeit gültigen Einlassregeln für den Konzertbesuch in der Elbphilharmonie:

Auf allen Laufwegen im Konzertbereich muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, auch auf dem Platz während des Konzerts. Das Konzert sowie der Plaza- und Foyer-Aufenthalt dürfen unter Einhaltung des Mindestabstands ohne Maske genossen werden. Nach § 5 Abs 1 Nr 3 der Hamburgischen SARS-COV-2 Eindämmungsverordnung ist Personen mit den Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung der Zutritt ins Gebäude nicht gestattet.

Das Programm:

Jean Sibelius | Violinkonzert d-moll op. 43
Wolfgang A. Mozart | Sinfonie Nr. 41 C-Dur »Jupiter«

MARC BOUCHKOV| Violine | Artist in Residence
HAMBURGER CAMERATA
GÁBOR HONTVÁRI| Leitung

Ticketpreise: 55 / 47 / 39 / 26/ 19 € zzgl. VVK-Gebühr | Schüler & Studenten 50% erm.
KONZERTKASSE GERDES
info@konzertkassegerdes.de | T. 040 / 45 58 02 sowie bei www.eventim.de

von Cyrh Rhida

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