31. Hanse Rendezvous im Theater im Zimmer

Hanse Rendezvous 2018 das PodiumJohanna Christine Gehlen, Jack F. Kurfess, Gitta Jauch, Jens Meier (vl) © ganz-hamburg.de

Lars Meier rief und die Hamburger Kulturszene kam zum Netzwerken 

Das Schöne an der Netzwerk-Veranstaltung Hanse Rendezvous ist nicht nur, dass sie Hamburger Kulturschaffende zum Gedankenaustausch und Netzwerken zusammenbringt. Immer wieder gelingt es dem Team von Lars Meier (Hanse Rendezvous-Erfinder) andere und nicht uninteressante Orte für die Veranstaltung zu finden.

An diesem Dienstag war es das Theater im Zimmer, eine klassizistische Villa aus dem Jahre 1829, in Pöseldorf. Das Haus hat eine bewegte Geschichte und gehört seit der Nachkriegszeit zu den bekanntesten Hamburger Privattheatern. Eigentlich hat das gesamte Who ist Who der Hamburger Theaterschauspieler hier schon gespielt.  

Vor fast zwanzig Jahren musste der Spielbetrieb eingestellt werden. Es folgte eine lange Umstrukturierungs- und Umbauphase (das Haus steht seit 1947 unter Denkmalschutz). Seit letztem Jahr finden wieder regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt und Martha Kunicki managend das Traditionshaus, das offen für Theater, Musik und Events ist.

Gut einhundert Kulturschaffende aus den Bereichen Musik, Film und Theater folgten an diesem nicht so warmen Juni-Abend der Einladung von Lars Meier. 

Der Bühnentalk

Den ersten Impuls des Abends liefert der Bühnentalk. Jack F. Kurfess (Kaufmännischer Direktor der Elbphilharmonie und Laeiszhalle Betriebsgesellschaft), Gitta Jauch (Gitta Uhlig Casting) und Johanna Christine Gehlen (Schauspielerin) debattierten darüber, wie die Hamburger Kultur vom Wirtschafts- und Elbphi-Boom in der Hansestadt profitieren kann.

Eine stabil positive Tendenz für Hamburg sah Gitta Jauch: „Ich hab das Gefühl, dass das Bewusstsein für Hamburg als Filmstandort wieder steigt und habe mich damals bewusst gegen Berlin und für Hamburg entschieden. Für den Bereich, den sie übersehen kann sieht sie einen hohen Kostendruck. Die Budgets werden immer weniger, obwohl gleichzeitig mehr erwartet wird, wie ein Film auszusehen hat.“

Auch die Schauspielerin Johanna Christine Gehlen konnte den Kostendruck in der Kulturszene bestätigen: „Viele Kollegen haben dem Subventionstheater irgendwann den Rücken zugekehrt und sind aus finanziellen Gründen zum Film gegangen. Das Schöne am St. Pauli Theater (dort spielt sie) ist für mich keine Kantine, kein Intendantenwechsel und bei Regen prasselt es aufm Dach…“

Die Kulturbesuche haben seit der Eröffnung der Elbphilharmonie durchaus zugenommen. Der Laden brummt – und damit meine ich nicht nur unser Konzerthaus, sondern die ganze Stadt. Wer spontan für die Elbphi Karten haben möchte, der muss noch drei Jahre warten,“ so Jack F. Kurfess. Er sieht auch große Chance für den Film: „Die Filmemacher sollten mehr Mut haben, Hamburg zum Mitwirkenden, also zum dritten Hauptdarsteller zu machen.“ 

Einigkeit herrschte bei den Diskussionsteilnehmer, auch wenn Hamburg wirtschaftlich floriert, in der Kreativ- und Kulturszene geht nichts ohne harte Arbeit, Leidenschaft sowie Disziplin und etwas Glück gehört eigentlich immer dazu. Im Anschluss gab es bei einem Holsten Pilsener vom Fass genug Gesprächsstoff für die verschiedenen Runden, die sich häufig aus mehreren Disziplinen zusammensetzten und dadurch natürlich auch munterer waren. 

Von ganz-hamburg.de an diesem Abend in Gesprächen u.a. gesehen: Britta Duah (Intendantin Winterhuder Fährhaus), Thomas Jauch, Kay Petersen, Liza Ohm, Bo Düdersen, Silke Roca, Jan Bätz, Annette Bajorat, Mabel Opoku-Preach, Ulrike Gerwin,Valerie Schäfers, Tessa und Norbert Aust (Schmidts Tivoli), Matthias Elwardt (Geschäftsführer Abaton), Ralph Gassmann (Schauspieler), Lilli Hollunder (Schauspielerin), Eva Hubert (ehem. Leiterin der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein), Thomas Jauch (Regisseur), Harald Maack (Schauspieler), Jon Flemming Olsen (Musiker/Schauspieler), Michel van Dyke (Musiker), Felix von Sassen (Schauspieler), Kat Wulff (Musikerin).

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