Hard boiled – Hannes Hellmann liest Charles Bukowski im Bey’s in Ottensen

Der Schauspieler Hannes HellmannHannes Hellmann liest Charles Bukowski Foto: Janin Guldener

Der Stoff aus dem Alpträume sind! Charles Bukowski.

Immer noch entlarvt Charles Bukowski viele sogenannte deutsche Schriftsteller*Innen als blutleere Schreiberlinge, die sich in einer Welt aus larmoyanten Befindlichkeiten wälzen, falsche Gefühle leben oder von aufgesetzter #meetoo-Betroffenheit wie im Rausch faseln. Simpel gesagt, er: „separate the men from the boys“ und das ziemlich gründlich. Am 9. März jährt sich der Todestag von Charles Bukowski zum 25. Mal.

Nicht PC-korrekt und schwerst #meetoo-verdächtig

Seit dem achseitigen Porträt im Stern im Jahr 1974, stand sein Name für alles, was weder in der deutschen Trümmerliteratur noch bei der neuen Empfindlichkeit zu finden war – zumindest in Deutschland.

In Gedichten und Prosastücken erzählte der Pferdezocker und „Heilige Säufer“ von Menschen, die auf der falschen Seite der Stadt leben und kämpfen, Prostituierte, kleine Kriminelle, Hobos, über Besuche auf der Rennbahn oder über Alkoholabstürze.

Hard boiled statt nett

Bukowski, das war und ist nicht der Lesestoff von blutleeren Literaturwissenschaftler*Innen, sogenannten Edelfedern – die das deutsche Feuilleton in eine geschmäcklerische Wüste verwandeln – oder verhuschten Deutsch-Lehrer*Innen – die bekanntlich sogenannte feministische Befindlichkeitsliteratur kurz vom Einschlafen bevorzugt verschlingen.

Bukowski, schreib so, wie das Leben wirklich ist: intensiv, hart, ungerecht. Ein Leben in dem mehr verloren als gewonnen wird, aber trotzdem immer es genau so gelebt werden muss.

Der Ex-Leichenwäscher und -Postbote schrieb in einer Sprache, die sich erst gar nicht um politische Korrektheit bemühte. Sicherlich würde die Neue Deutsche Sprachpolizei ihn heute gern auf den Index setzten. Auch das macht ihn aktuell und vor allem immer noch lesenswert.

Über vier Millionen Bücher hat Bukowski in Deutschland verkauft. Sein Auftritt Mitte Mai 1978  in der Hamburger Markthalle vor mehr als 1.200 Besuchern und dem Kühlschrank mit Weißwein gilt als legendär.

Hannes Hellmann liest: Schreie vom Balkon – Charles Bukowski

Die Sammlung von Briefen aus über 30 Jahren, die im Hamburger Verlag  Gingko Press herausgekommen sind, bietet den Rohstoff, aus dem einst der Bukowski-Mythos erwuchs – und bildet den Rahmen des Abends. 

Hannes Hellman

Der Schauspieler arbeitete u.a. am Thalia Theater Hamburg mit Regisseuren wie Jürgen Flimm, Robert Wilson, „gerade“ an den Kammerspielen  in München (Brechts Trommeln in der Nacht), er spielte im Bereich der Zeitgenössischen Musik zusammen  mit dem Ensemble Modern  und dem Klangforum Wien  –  und, man kennt ihn – z.B. aus dem Notruf Hafenkante

Schreie vom Balkon  – Lesung mit Hannes Hellmann 

Wann:
Dienstag, 26. Februar 2019 um 20.00 Uhr
Wo:
Bey’s Cafe – Bistro, Ottenser Hauptstraße 64, 22765 Hamburg Ottensen

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