Ihre Stimme fliegt mit Raumsonde im All

Die Kammersängerin Edda Moser war eine der berühmtesten Primadonnen der Welt. 14 Jahre lang trat die gebürtige Berlinerin an der Metropolitan Opera in New York auf. Foto: Veranstalter

Primadonna Edda Moser tritt nahe Hamburg in Trittau auf 

Von Alexander Hauk
Die Kammersängerin Edda Moser zählt zu den herausragendsten Sopranistinnen des 20. Jahrhunderts und tritt demächst nahe Hamburg auf. Es ist auch ihre Stimme, die als einzig deutsche mit anderen Zeugnissen menschlichen Lebens, konserviert auf einer Kupferplatte, seit dem Jahr 1977 mit der Raumsonde Voyager in die Tiefen des Weltalls fliegt. Am Sonnabend, 16. März 2013 ist Edda Moser um 19 Uhr zu Gast in der Tymmo-Kirche Lütjensee, Möhlenstedt 3. Im Gespräch mit Olivia Schnepf erzählt die große Sängerin über ihr Leben und ihre glanzvolle Karriere, die sie an die wichtigsten Opernhäuser und Festspiele geführt hat. Musikaufnahmen mit Edda Moser ergänzen den Abend.

Als Königin der Nacht in Mozarts Zauberflöte – sie wurde eine ihrer zentralen Rollen – gilt Edda Moser als unübertroffen. Herbert von Karajan selbst war es, der ihr damit 1970 zum Debüt an der Metropolitan Opera in New York verhalf. Seit diesem spektakulären Einstand hat sie auch dort viele Neuproduktionen gesungen. Mit ihrer gewaltigen Stimme und der Fähigkeit, die schwierigsten Koloraturen scheinbar mühelos in den hohen Lagen zu bewältigen, galt sie vielen als die klassische Mozartsängerin. Aber in ihrer Karriere, in der sie mit den bedeutendsten Dirigenten unserer Zeit aufgetreten ist, hat die Künstlerin natürlich nicht nur Mozart gesungen. Sie sang auch Wagners Isolde, die Marschallin in Richard Strauss‘ „Rosenkavalier“ oder die Küsterin in Janaceks „Jenufa“.

Bekannt für ihre Mitwirkung in Aufführungen von Oratorien und zeitgenössischen Werken hat sie viele Kompositionen von Hans Werner Henze, unter der Stabführung des Komponisten, aufgeführt und eingespielt. Weltweites Aufsehen erregte sie außerdem als Donna Anna in Joseph Loseys Don Giovanni-Verfilmung.Ebenso überragend ist Edda Moser als Liedinterpretin. Zu ihren Bühnenpartnern gehörten die bedeutendsten Sänger der letzten Jahrzehnte, darunter Placido Domingo, Lugiano Pavarotti, Dietrich Fischer-Dieskau, Helen Donath und viele andere. Edda Moser ist eine wichtige Schallplattenkünstlerin. Zu ihren Einspielungen zählen Lieder von Brahms, Schumann, Schubert und Strauss sowie Gesamtaufnahmen von Operetten und Opern. Die Aufnahme mit virtuosen Arien von Mozart wurde mit dem „Grand Prix du Disque“ ausgezeichnet. Ihre Interpretation der berühmten Königin-Arie wurde als Menschheitsdokument an Bord der Sonde „Voyager 2“ – geschätzte Lebenszeit 400 Millionen Jahre – ins All geschickt, zu dort zu überdauern. Ein Knopfdruck würde reichen, um die Stimme zum Klingen zu bringen; denn es besteht eine vage Hoffnung, die Sonde könnte eines Tages von einer unbekannten Zivilisation gefunden werden. An Bord befinden sich neben der Koloraturkunst von Edda Moser auch irdische Geräusche und Grußworte in vielen Sprachen.

Vor rund 15 Jahren beendete Edda Moser ihre Bühnenkarriere. Weil sie, wie sie in einem Interview sagte, nicht erleben wollte, dass man über sie sagen würde: „O Gott, die singt noch immer!“ Seither ist Edda Moser Professorin an der Kölner Musikhochschule. Aber mundtot ist sie so leicht nicht zu kriegen. Das wird ganz bestimmt auch am 16. März zu erleben sein, wenn Edda Moser nach Lütjensee kommt, um dort auch aus ihrer Autobiografie „Edda Moser: Ersungenes Glück – Erinnerungen und Gespräche“ zu lesen. Die gebürtige Berlinerin hat ihre freimütige Art bis heute nicht abgelegt. Um ein paar deftige Sprüche ist sie nie verlegen. Ein Gespräch mit der temperamentvollen Sängerin verspricht also ebenso unterhaltsame wie spannende Einblicke in eine Künstlerbiografie und hinter die Kulissen des Opernbetriebs.

Die Eintrittskarten für diesen besonderen Abend kosten 15 Euro, sie sind im Vorverkauf erhältlich im Kirchenbüro der Tymmo-Kirche, Telefon: 04154/7262, Fax 04154/75375 sowie bei Tabakwaren Worseg in Lütjensee, Telefon: 04154/7271 und in Trittau bei Bücherecke Hagedorn Telefon: 04154/2185.

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