Das Leben nach dem Rampenlicht – Musiker nach ihren besten Jahren

Straßenszene in Japan in der NachtPhoto by Steve Roe on Unsplash

Das Leben im Showbusiness kann hart sein. So hart, dass sich die Massen eben noch um die Tickets für das nächste Konzert streiten, ehe man morgen schon in Vergessenheit geraten ist. Die offensichtlichsten Beispiele hierfür sind etwa die vielen Bands und Sänger, die aus Talent- und Castingshows über die Jahre hervorgingen. Doch auch auf der größeren Bühne plagen die gleichen Probleme die Stars. Was tun, wenn das Leben auf der Glitzerbühne vorüber ist? Die Ansätze sind so verschieden wie die vielen Musikstile.

Das Ende von R.E.M.

R.E.M.

R.E.M. Foto: Wikimedia Creative Commons CC0 License

Eine der größten Rockbands der 80-er und 90-er Jahre verließ 2011 die große Bühne. R.E.M. gaben in einer Mitteilung an ihre Fans ihre Auflösung bekannt. Die legendäre Band rund um Sänger Michael Stipe überzeugte ihre Kritiker und Fans über Jahrzehnte mit Songs wie „Losing my Religion“, „Everybody Hurts“ oder „Man on the Moon“. Doch über 30 Jahre eigene Musik geht auch an so leidenschaftlichen Musikern, wie Stipe und seine Bandkollegen es stets waren, nicht spurlos vorbei.

Irgendwann ist der Zeitpunkt erreicht, an dem Musikern bewusst wird, dass ihre Zeit vorbei ist und andere Dinge in den Vordergrund rücken. Für die Band aus Athens, Georgia, war dies nach dem letzten Album „Collapse into Now“ der Fall. Die Veränderungen führten zu deutlich mehr Zeit für Familien bzw. andere private Projekte. Vor allem humanitäre Arbeit lag der Band schon während ihrer Hochzeiten sehr nah und bleibt weiterhin im Fokus. Daneben können einige Soloprojekte umgesetzt werden, für die zuvor keine Zeit oder keine vertragliche Grundlage bestand. So ging Bassist Mike Mills gemeinsam mit seinem Freund aus Kindheitstagen Robert McDuffie auf Tour und unterstützte ihn beim „Concerto for Violin, Rock Band, and String Orchestra“. Michael Stipe, auf der anderen Seite, brachte ebenfalls einige Soloprojekte ins Rollen und konnte mehr Zeit in seine zwei Produktionsfirmen in der Filmbranche stecken.

Wertvolle Veränderung für Céline Dion

Nur wenige Künstler wurden so nachdrücklich durch den Titelsong eines Filmes geprägt, wie Céline Dion. Auch zwei Jahrzehnte später bleibt „My Heart Will Go On“ für immer mit dem Kinohit „Titanic“ verbunden, der schier zeitlos daherkommt. Dabei ist die Kanadierin bereits seit 1980 als Sängerin aktiv und veröffentlichte seitdem 26 Studioalben in französischer und englischer Sprache. Nachdem die letzte Tour in Asien 2014 durch persönliche Schicksalsschläge vorzeitig beendet werden musste, kam das Comeback in einer Form, die seit 2003 als Feierabendkonzerte nicht mehr gesehen worden war. Die heute 50-jährige erhielt eine Aufenthaltserlaubnis für Las Vegas und spielt seitdem im Colosseum, dem Unterhaltungszentrum des Ceasars Palace Casino. Wie von Betway Casino beschrieben, machte sich Céline Dion seitdem durch drei weitere Gastspiele in der Wüstenstadt zur erfolgreichsten Künstlerin seit Elvis. Unfassbar klingende 229.086.433 US-Dollar wanderten auf das Konto der Sängerin. Damit schlägt sie gar Hit-Garanten wie Rod Stewart oder Cher, die ebenfalls ihr Stück vom endlos scheinenden Kuchen in Las Vegas abbekamen.

 

Die wundersame Geschichte von David Lee Roth

Musiker

Foto: Wikimedia / Joe Bielawa

Eine der bekanntesten Bands der Welt ist zweifelsfrei Van Halen, sei es mit den Songs „Jump“ oder „Oh Pretty Woman“. Deren Sänger David Lee Roth entschied sich, eine eigene Geschichte abseits der Van Halen Brüder zu schreiben, wie der Focus berichtete. So verließ er die Band auf deren Höhepunkt und begann 1985 eine Solokarriere – eine Entscheidung, die eine Eiszeit zwischen ihm und den Ex-Kollegen auslöste. Dennoch waren beide Seiten auf ihren Wegen ohne einander erst einmal weiterhin erfolgreich. Nachdem Roths Rockband im Laufe der Jahre weniger Erfolg einfuhr, wurde seine Musik zugleich mehr durch Blues und Soul beeinflusst. Dennoch konnte an die großen Zeiten mit Van Halen nie mehr angeknüpft werden, sodass 22 Jahre nach der Trennung die Versöhnung stattfand. Eine gemeinsame Tour sowie ein neues Album waren die Folge, die David Lee Roth wieder ans Mikrofon brachten, auch wenn die Rezension der Welt zum Album nicht besonders wohlwollend ausfiel. In der Zwischenzeit absolvierte Roth nicht nur eine Solokarriere, sondern schrieb zudem seine eigene Autobiografie, war Gastgeber eine Radioshow und wurde zudem zum Rettungssanitäter in New York City. Es gibt wohl schlechtere Dinge, die man mit seinem Leben anstellen kann.

Vielseitige Beschäftigungen für The Zombies

Eine englische Rockband namens The Zombies sorgte vor allem in den 60-er Jahren für musikalische Aufmerksamkeit. Unter anderen ist ihnen der Song „She’s Not There“ zuzuschreiben, der für viele andere Musiker zum beliebten Coverobjekt wurde. 1968 löste sich die Gruppe auf und ist seitdem nur sporadisch durch ihre Gründungsmitglieder Colin Blunstone und Rod Argent aktiv. Doch insbesondere die Wege nach dem Ruhm in den 60-ern sind beeindruckend und nicht alltäglich. Statt Auftritten in Vegas oder kompletter Inaktivität suchten sich alle Mitglieder neue Beschäftigungsfelder. Der Bassist Paul Arnold etwa wurde zum promovierten Arzt und arbeitet seit der Auflösung erfolgreich im medizinischen Bereich. Sänger Colin Blunstone wiederum orientierte sich komplett anders und kümmerte sich als Versicherungsvertreter um Raubüberfälle. Schlagzeuger Hugh Grundy verdiente sein Geld schließlich als Chauffeur. Allesamt zeigen sie, dass das Ende der Auftritte auf der großen Bühne nicht zugleich das Ende der persönlichen Karriere darstellt.

Es bestehen für Musiker unzählige Möglichkeiten, ihre zweifellos vorhandene Kreativität einzusetzen und mit ihr auch weiterhin profitabel zu sein. Für manchen von ihnen bedeutet das eine leichte Anpassung ihrer musikalischen Tätigkeiten wie im Fall von Céline Dion. Sie ist zum Beispiel in Las Vegas erfolgreich und spielt eine ausverkaufte Show nach der nächsten. Andere wiederum sorgten mit versöhnlichen Gesten für eine Fortsetzung des vorangegangenen Ruhmes wie im Fall David Lee Roth. Während die Mitglieder von R.E.M. vor allem ihre Solokarrieren im Blick hatten, boten sich für sie wie auch für The Zombies komplett andere Beschäftigungsfelder, um ihre Namen in der Gesellschaft gewinnbringend einzusetzen oder zumindest mit einem soliden Job den Lebensunterhalt zu bestreiten. Irgendwann ist die Zeit auf der Bühne schließlich für so gut wie jeden vorbei.

Titelbild: Steve Roe

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