Mozart Säle – Stehende Ovationen für Saisoneröffnungs-Konzert

Mozart Säle HamburgEröffnungskonzert Mozart Säle Hamburg - Kirill Troussov und Alexandra Troussova Foto: Cetin Yaman

Gelungener Start in die Serenadenkonzert-Saison – Kirill Troussov und Alexandra Troussova wurden in den Mozart Sälen umjubelt

von Cetin Yaman
„Emotions“ – so heißt die neue CD der musizierenden Geschwister Kirill Troussov und Alexandra Troussova, von der einiges auf der Saisoneröffnung der Serenadenkonzerte in den Mozart Sälen am Dammtor präsentiert wurde. Und Gefühle gab es an dem Abend reichlich, dazu war schon die Auswahl der Kompositionen für den Abend geradezu prädestiniert: die Sonate für Violine und Klavier A-Dur von César Franck, die Suite für Klarinette, Violine & Klavier (mit Sabine Grofmeier an der Klarinette) von Darius Milhaud sowie Werke von Tomaso Antonio Vitali und Gabriel Fauré. Als Einstieg gab es wie immer in den Mozart Sälen eine Tondichtung des Namensgebers des Saals, Wolfgang Amadeus Mozart. Bereits hier spürte man als Zuhörer, dass Kirill und Alexandra seit Kindesbeinen zusammen spielen, intuitiv finden sie immer die perfekte Harmonie.

Französische Raffinesse und italienische Entdeckung

Danach ging es direkt hinein in das französisch dominierte Konzert, Milhauds Suite für Klarinette, Violine und Klavier aus dem Jahre 1937 ist ein lässiges Musikstück, das sogar Ausflüge in lateinamerikanische Rhythmen, Chanson und Blues unternimmt. Geige und Piano präsentieren sich nicht nur in technischer Hochform, nein, die beiden vergessen auch nicht, viel „Emotions“ in ihren Vortrag zu legen (dieses Werk ist allerdings nicht auf der CD zu finden). Hinzu kam die Organisatorin der Konzertreihe, Sabine Grofmeier, die mit Ihren Künsten an der Klarinette den beiden in nichts nachsteht.

Anschließend machte sich Troussov beim Publikum noch beliebter, indem er den Saal in den höchsten Tönen lobte und ihn als große persönliche Entdeckung pries, obwohl er schon seit Jahren mit seiner Schwester in Hamburg gastiert. Bis zum Pausentee wurde noch ein Werk eines eher nicht so bekannten Komponisten aufgeführt, der es aber nach Meinung von Kirill Troussov verdient, groß heraus zu kommen. Tomaso Antonio Vitali war während seiner Lebenszeit im 17./18. Jahrhundert in der europäischen Musikszene durchaus ein Begriff. Sein „Chaconne“, gefühlvoll und meisterhaft vorgetragen von den beiden Akteuren auf der Bühne, rechtfertigt diesen Ruf voll und ganz.

Tombola mit glücklichen Gewinnern und Francks Meisterwerk im perfekten Vortrag

Eine Besonderheit der Serenaden-Konzerte ist die Tombola mit schönen Preisen, die Sabine Grofmeier veranstaltet. Das lockert die Veranstaltung auf und unterscheidet sich dadurch noch mehr von den anderen, etwas steifen Aufführungen in Hamburg. Es unterhält die Gäste nicht nur, sondern macht sie auch wieder frei im Kopf für die weiteren Darbietungen. Das war die beste Vorbereitung für das was folgte, César Francks Sonate für Violine und Klavier A-Dur gilt zu Recht als die bedeutendste französische Violinsonate des Fin de siècle und erfordert mit ihrem Nuancen-Reichtum die volle Konzentration der Besucher. Romantisch, träumerisch und leidenschaftlich geht es hier zur Sache. Eine Arbeit mit weicher, aber sehr intensiver Anmutung. Für die optimale Umsetzung des sinnlichen Grundcharakters dieser Musikschöpfung sind die Geschwister Kirill und Alexandra wie geschaffen. Leichtfüßig und dennoch präzise meistern sie diese komplexe Arbeit des „belgischen Brahms“ (Franck war Franzose mit deutsch-belgischen Wurzeln). Dafür gibt es donnernden Applaus vom Publikum, das noch mit weiteren überragenden Interpretationen von Gabriel Fauré und Maurice Ravel („Tzigane“, Zugabe) beglückt wird. 

Nächstes Serenadenkonzert Mitte Oktober

Das nächste Hamburger Serenadenkonzert ist bereits am Sonntag, 15. Oktober, um 17.00 Uhr in den Mozart Sälen, Moorweidenstraße 36. Es gastieren die beiden international renommierten Pianisten Eleonora Kotlibulatova (Usbekistan) und Nazareno Ferruggio (Italien). Sie spielen Werke von Mozart, Franck und Debussy. Tickets gibt es bei der Konzertkasse Gerdes: Telefon 040 – 40 45 33 26 oder 40 02 98, E-Mail: info@konzertkassegerdes.de und an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

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