Schnell gelernt: Klavier spielen ohne Frust

KlavierspielerKlavierspielen Photo by Ivanna Blinova on Unsplash

Bekanntlich haben Klavierspieler besonders viel Glück bei Frauen…

Wer ab und zu gerne mal in die Tasten haut, kennt das Gefühl: Voller Elan macht man sich daran, ein neues Stück zu spielen. Wie es klingen soll, hat man schon im Kopf – jetzt geht es nur noch an die Umsetzung. Doch genau hier liegt der Hund begraben; denn oft lässt sich eine Melodie nicht so einfach herunterspielen, wie man sie zuvor in Gedanken mitgesungen hat. In jedem Fall ist ein gewisses Maß an Übung nötig, doch wer es falsch angeht, kann den Übungsprozess über die Maßen ausdehnen. Damit steigt auch die Frustrationsgefahr – schließlich möchte man so bald wie möglich ein Erfolgserlebnis und den Tasten die gleichen schönen Klänge entlocken, wie man sie schon bei anderen Spielern gehört hat. Gut, dass dieser Artikel jede Menge Tipps parat hat, wie auch Anfänger ein neues Stück schnell online lernen können.

Erster Schritt: Einlesen

Bei Schülern, die in ihrem Kurs Klavier ohne Noten lernen, fällt dieser Schritt selbstverständlich weg. Für alle anderen gilt: Sich die Noten genau durchzulesen, bevor man selbst Hand anlegt, kann viel spätere Mühen ersparen. Schließlich gibt schon ein Blick auf den ersten Takt Aufschluss darüber, in welcher Tonart das Stück gespielt werden muss und welchen Rhythmus es in etwa haben wird. Auch ein Hinweis zur Lautstärke des Spiels und der Schnelligkeit wird in der Regel gegeben, erkennbar an den Buchstaben p (piano, also leise), mf (mezzoforte, also mittellaut) und f (forte, also laut) oder deren Steigerungen (pp, ff und so weiter). Schüler, die ohne Noten spielen, hören sich am besten mehrmals in das Stück ein, um Tonart, Lautstärke und sonstige Gegebenheiten zu erkennen.

Zweiter Schritt: Eins nach dem Anderen

Wenn man sich ein neues Klavierstück vorgeknöpft hat, wird man anfangs oft übermütig. Man möchte das ganze Stück durchspielen, am besten, beide Hände gleichzeitig, und wird dann enttäuscht, wenn sich das Ganze noch eher nach einer Kakophonie anhört. Es sei denn, man ist ein absoluter Profi-Pianist, wird es beim ersten Mal nicht laufen wie geschmiert. Zielführender ist es deshalb, das Stück in kleine Häppchen aufzuteilen. Zunächst spielt die rechte Hand die ersten paar Takte. Dann die linke. Dann kann man beide zusammensetzen, doch sobald ein neuer Takt angegriffen wird, werden die Hände wieder getrennt. Wichtig ist auch, sich Zeit zu lassen: Nur, wenn man einen Schritt gemeistert hat, darf man den nächsten wagen. Sonst sitzen die Grundlagen nicht und das Spiel klingt zum Schluss nicht flüssig.

Dritter Schritt: Abschnitte verbinden

Beim Klavier spielen Lernen online ebenso wie in analogen Kursen sollten zunächst die unterschiedlichen Abschnitte eines Stückes separat geprobt werden. Erst, wenn sie mit beiden Händen gelingen, kann man daran denken, die Abschnitte miteinander zu verbinden und das Stück im Ganzen zu spielen. Besonders wichtig ist hier das Üben der Übergänge. Wenn man es gewohnt ist, nach einem bestimmten Takt abzubrechen, muss man manchmal lange überlegen, was auf die letzte Note folgt. Dies kann zu Störungen  im Spielfluss führen. Am besten spielt man die letzten paar Noten des ersten und die ersten paar Noten des zweiten Teils mehrmals hintereinander. Auch hier gilt: den Übergang erst mit der rechten, dann mit der linken, dann mit beiden Händen zusammen üben.

Vierter Schritt: Schwierige Stellen üben

Wer schließlich das ganze Stück zusammengesetzt hat, spielt es am besten ein paar Mal durch und hört dabei genau hin: Wo hapert es noch? Wo bleibe ich am meisten hängen? Jedes Stück hat so seine Tücken, die in der Regel nur gemeistert werden können, wenn man ihnen besondere Zuwendung zu Teil werden lässt. Auch, wenn es lästig ist: Diese Stellen sollten separat immer wieder wiederholt werden, bis sie sitzen. Dies bedeutet allerdings nicht, dass man sie stundenlang durchspielen muss. Beim Klavier lernen sind auch Pausen sehr wichtig, damit das Gelernte sich festigen kann und man nicht völlig den Spaß an der Sache verliert.

Fünfter Schritt: Zeit für einen Auftritt

Keine Angst, man muss hierfür keinen Konzertsaal belegen. Es genügt, das Stück einer vertrauten Person vorzuspielen, die den Fortschritt nicht zu kritisch beäugen wird. Natürlich gibt es immer jede Menge zu verbessern – die Testperson soll dem Schüler lediglich Hinweise geben, wie der Zuhörer das Stück bisher empfindet und was noch angepasst werden könnte. Zu schüchtern für eine Live-Performance? Dann kann ein Anfänger auch sein Klavierspiel aufnehmen und sich vom Band anhören, um Defizite festzustellen.

Sechster Schritt: Feinschliff am Klaviar

Das Stück sitzt! Jetzt wird es Zeit für den Feinschliff, bei dem der Schüler auch kreativ werden kann. Hier geht es darum, richtig in den Groove des Stückes zu kommen und die Melodie zu fühlen. In diesem Schritt ist auch Platz für die persönliche Interpretation des Schülers.

Ob man im Kurs oder online Klavier spielen lernt, ob man Anfänger ist oder bereits fortgeschritten – diese Grundsätze erleichtern es immer, sich ein neues Stück anzueignen. Schon bald kann man dann sich und anderen eine Freude damit bereiten.

Titelfoto: Ivanna Blinova

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