Wellcome To Hell – neue gepflegte Klänge von der Hamburger Kapelle MONO INC.

MONO Inc.MONO Inc. - Frontmann Martin Engler mit Neuzugang Katha Mia © ganz-hamburg.de

Nichts für die Freunde gepflegt netter Tanzmusik. MONO INC. überzeugt mit seinem neuen Konzeptalbum Wellcome TO Hell

Schmutz, üble Gerüche und Ratten, überall Ratten, über die heutige Stickoxyd-Hysterie hätten Hamburger im frühen 18. Jahrhundert nur gelacht. Sie mussten sich mit ganz anderen Problemen herumschlagen, Hygiene, sauberes Wasser, gesunde Lebensmittel, medizinische Betreuung oder wirksame Medikamente, die gab es kaum. Dann bricht auch noch im Herbst 1712 die Pest in der Hansestadt aus.

Wellcome TO Hell

Die perfekte Storyline für das neue Album der Hamburger Rocker von MONO INC.. Ihr zehntes Werk trägt den Titel Welcome To Hell und in der Tat ihr Konzeptalbum (zwei CDs) versetzt den ahnungslosen Hörer zurück in eine wahrlich dunkle Zeit. Angst, Verzweiflung und Wahnsinn winden sich wie ein roter Faden durch die Songs. Auf der zweiten DC, vielsagend und geheimnisvoll Wellcome To Heaven betitelt, wird das geneigte Ohr durch eine ruhige wunderschöne Instrumentierung verzaubert. Im Stil eines Kammerorchesters werden die Stücke der ersten CD ganz neu interpretiert. Die einmalige Stimme des Frontmanns Martin Englers kombiniert mit Streichern und Klavier vermittelt eine ganz andere und sehr reizvolle poetische Klangwelt. 

Damit zeigt MONO INC. das ihnen im Dark-Rock so schnell keiner etwas vormacht und sie sich nicht auf den Lorbeeren ihrer vorangegangenen Alben ausruhen. Heute stellten sie bei bestem Sommerwetter ihr neues Album auf der Sonnenterrasse des Hard Rock Cafe direkt am Hafen, natürlich im Bühnen-Outfit vor. Die beiden Pestärzte tragen übrigens Pestmasken, die dem Original aus dem 18. Jahrhundert entsprechen und die in England eigens angefertigt wurden. Ab Freitag ist das Album (Label No Cut / SPV) im Handel erhältlich. Im Herbst geht es dann mit der Wellcome TO Hell auf Deutschland Tournee. Das Abschlusskonzert am 24. November ist am natürlich in Hamburg in der Markthalle.

Die Pest in Hamburg

Herbst 1712 in Hamburg, es sind unruhige Zeiten für die Hansestadt.  Zwischen den Dänen und Schweden und Dänen tobt seit Jahren mit dem Großen Nordischen Krieg ein blutiger Konflikt um die Vormachtstellung im Ostseeraum. Damals waren die Skandinavier keinesfalls so friedlich wie heute. Gerade Hamburg hat mit Dänen und Schweden nicht unbedingt gute Erfahrungen gemacht.

Doch nicht nur bei Seegefechten und Schlachten sterben Menschen. Auch der schwarze Tod, die Pest, breitet sich. In Danzig taucht die Pest 1709 auf. Der Hamburger Senat erlässt Handelsverbote um die Stadt zu schützen. Doch die Pest kommt unaufhaltsam auf Hamburg, als in Bremen, Stade, Rellingen und Pinneberg der schwarze Tod Einzug hält, zu.

Ganz in der Nähe der Michaeliskirche finden sich die ersten Hamburger Pestleichen im Herbst 1712. Die Symptome sind eindeutig, große dunkle Beulen am Hals und in der Leistengegend. Auch Quarantänemaßnahmen helfen nicht, der schwarze Tod fährt in Hamburg eine reiche Ernte ein. Wirksame Medikamente gibt es nicht. Auf dem Höhepunkt der Seuche gibt es sechs städtische Pestärzte, dreißig Pflegeweiber, zwei Pestprediger, ebensoviele Pesthebammen, vier „Lieger“, die Plünderungen verhindern sollen. Die vierzig Totengräber können über Arbeitsmangel nicht klagen. Bis die Seuche im Winter 1713/14 abebbt wird jeder siebte Hamburger (fast 11.000) an der Pest sterben.

 

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