Oliver Sauer liest Joseph Roth

Oliver SauerRote Rosen Star Oliver Sauer Foto: Andreas Weiss

Von guten Vorsätzen und zahlreichen Wundern: Oliver Sauer liest „Die Legende vom heiligen Trinker“ von Joseph Roth

Wir spüren es bei dem ganzen Rummel kaum noch, Weihnachten, das ist die Zeit der Besinnung und der Wunder. Und Wunder geschehen dem obdachlosen Säufer Andreas aus Paris plötzlich eines nach dem anderen. Er kann es kaum glauben, wurde er doch sonst nicht vom Glück verfolgt. Nun bekommt er die Möglichkeit, die Verantwortung für seine Taten und Fehler im Leben übernehmen zu können.

Die Legende vom heiligen Trinker von Joseph Roth handelt von guten Vorsätzen – und wie es eben bei Trinkern so ist, halten sie nicht lange, weil jeder gute Wille über kurz oder lang im Alkohol erstickt wird. Jetzt liest der „Rote Rosen“-Star Oliver Sauer die Novelle Roths, der sich selbst im Alter von nur 44 Jahren im Exil zu Tode getrunken hat.

„Das bin ich wirklich; böse, besoffen, aber gescheit“ sagte Joseph Roth über sich.

Musikalisch wird die Joseph Roth Lesung an diesem Abend vom Hamburger Akkordeonspieler und Bühnenmusiker Bernd Butz begleitet. Die wundersame Geschichte vom Clochard Andreas ist das letzte Werk des österreichischen Schriftstellers und Journalisten und wurde 1939 posthum veröffentlicht. Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki nannte die Erzählung einst „die schönste Legende des zwanzigsten Jahrhunderts“.

Joseph Roth Lesung: Die Legende vom heiligen Trinker

Sonntag, den 13. Dezember 2015 um 17.00 Uhr
Logensaal in den Hamburger Kammerspielen
Hartungstr. 9-11, 20146 Hamburg Rotherbaum
Eintritt: 12,00 Eruo, ermäßigt 9,00 Euro

Über Oliver Sauer

Seit seinem Film-Debut in „Unter Freunden“ (1989) ist Oliver Sauer hauptsächlich vor der Filmkamera zu sehen, wie in Hauptrollen der Kinoproduktionen „Swinger Club“ (2006), „Die Glücklichen“ (2008) oder „Leg ihn um“ (2011). „Der letzte Zug“ (2005) von Joseph Vilsmaier wird 2007 mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet. Bekannt beim breiten Publikum ist der 54-Jährige vor allem durch Serien, wie „Lasko – die Faust Gottes“ oder „Mobbing Girls“ und Rollen in Produktionen wie „Tatort“, „Soko Köln“, „Notruf Hafenkante“ oder „Küstenwache“.

Über Bernd Butz

Bernd Butz studierte Akkordeon am Hamburger Konservatorium bei Robert Opiola. Neben seiner Tätigkeit als Akkordeonlehrer ist er Mitglied der Hamburger Band Ticos Orchester, tritt als Bühnenmusiker zusammen mit dem Berliner Musiker Rummelsnuff auf und spielt projektweise mit dem Sinfonie-Orchester Schleswig-Holstein. Regelmäßig arbeitet Butz als Theatermusiker für das Schauspielhaus Hamburg, das St.- Pauli-Theater oder den Logensaal der Hamburger Kammerspiele und begleitet Lesungen, Vernissagen, Liederabende oder auch Elb-Barkassenfahrten musikalisch. Im April 2014 gründete er zusammen mit der Blockflötistin Anja Micheely das Kammermusik-Duo Luftrausch.

Über Joseph Roth

Es war ein langer Weg vom galizischen Brody am Rand der großen k.u.k.-Monarchie bis zum Starjournalisten und Erfolgsautor. Er führte ein  Bohème-Leben: schrieb in Caféhäuserm, lebte aus zwei – drei Koffern (das waren aber eher große Überseekoffer), stürzte sich von einer amourösen Affäre in die andere und war in den Bars zuhause. Seine Lebensgefährtin Anna Manga Bell gestand:  „Ich habe nie einen anderen Mann mit soviel sexueller Anziehungskraft gekannt.“, Trotz Starhonoraren hatte Roth hatte stets Geldsorgen, denn sein unstetes Leben war teuer und selbstzerstörerisch.

Doch das ist nur die private Seite von Joseph Roth. Seine Romane waren hellsichtig, dabei immer zutiefst menschlich und spielten im Kosmos der k.u.k. Monarchie, bevor dieses undendlich alte Gemisch aus Völkern, Nationen, Sprachen, Traditionen und Temparamenten im ersten Weltkrieg zerbrach und einen Trümmerhaufen hinterließ. Er ist der Bote, der uns Nachrichten aus dem alten Europa bringt, bevor zwei Urkatastrophen den Kontinent verwüstet haben. Kein Wunder, das er bereits am 30. Januar 1933 Deutschland verließ und ins Exil ging. Seine Werke waren bei der unsäglichen Bücherverbrennung der Nazis dabei. Im Mai 1939 starb er an den Folgen einer Lungenentzündung und erhielt ein Armenbegräbnis in Paris.

 

 

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