Piktorialismus – Hamburger Pressefotograf mit Faible für Kunstaufnahmen

Piktorialismus PortraitPiktorialismus - Ismail Özen mit Thomas Meyer Foto: Marc Schultz-Coulon

Thomas Meyers Leidenschaft gilt dem Piktorialismus – der künstlerischen großformatigen Analogfotografie und der Entdeckung der Langsamkeit

In Hamburg ist Thomas Meyer ist in der Branche kein Unbekannter, seit über 30 Jahren ist er bereits als professioneller Pressefotograf in der Hansestadt unterwegs. Während die Pressefotografie heute fast ausschließlich digital ist, zieht es ihn in die analoge Kunstfotgrafie und der Entdeckung der Langsamkeit.

Im Rahmen der Ausstellung „NORDIC CITY LANDSCAPES“ in der Galerie im Levantehaus Hamburg kam der Deutschen Boxmeister im Supermittelgewicht, Ismail Özen, zu einer Photo-Session mit Thomas Meyer vorbei und zeigte sich von der analogen Unbestimmtheit der Fotos begeistert. Schnell geht kaum etwas, wenn analoge Großformataufnahmen gemacht werden. Das ist gerade auch das reizvolle, dass sich Fotograf und Modell Zeit nehmen müssen und dass es keine Hektik oder Blitzlichtgewitter gibt.

Piktorialismus Portrait

Piktorialismus Portrait von Ismail Özen Foto: Thomas Meyer

Thomas Meyer

Seit einem Jahrzehnt beschäftigt er sich zunehmend intensiv mit der Kunstfotografie. Der studierte Jurist, der nebenbei ebenso als Unternehmer in der Fotobranche tätig ist (Inhaber der Kamerawerkstatt Nikon Service Point Berlin), findet sich besonders stark in der Bewegung des Piktorialismus wieder. Dieser Kunststil vom Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts wollte nicht lediglich einen Augenblick in der Realität abbilden, sondern – ähnlich wie die Malerei – eine symbolische Darstellung von Gemütszuständen oder grundlegenden Werten erzielen. Als Vorbilder dienen Thomas Meyer dabei unter anderem Léonard Misonne und Heinrich Kühn, aber auch vom Maler Gerhard Richter ist er fasziniert.

Der gebürtige Bremer (und Hamburger seit knapp vier Jahrzehnten) unternimmt für seine Aufnahmen große Anstrengungen. Bis zu sechs Stunden Aufnahmezeit muss für ein einziges Bild einkalkuliert werden. Seine eingesetzten Werkzeuge sind dabei: eine Sinar P2-Kamera, ein fototechnisches Meisterstück aus den 1980er Jahren des gleichnamigen Schweizer Herstellers, Briese Lichtgeneratoren, ein historisch geltendes – aber immer noch einwandfrei funktionierendes – Objektiv von Pinkham & Smith mit Semi Achromatic-Technologie, Baujahr 1909 (Besonderheit: nur eine Linse, sogenannte Meniskus Linse) sowie zahlreiches weiteres Equipment in seinem Studio.

Piktorialismus Portrait

Thomas Meyer bei der Fotografie Foto: Marc Schultz-Coulon

Das anschließende Herstellungsverfahren ist nicht minder aufwendig. Als erstes werden mit der Kamera Negative in der Größe von 20×25 cm (8×10 Inch) auf traditionellem Negativfilm von dem weltweit weltweit bedeutendsten Hersteller von sw-Filmmaterial Ilford belichtet, danach entstehen mit einem Horizontalbelichter Vergrößerungen auf Fotopapier in der Größe 100 x 125 cm, anschließend wird klassisch entwickelt, fixiert, gewässert und am Ende getrocknet.

Jedes einzigartige Bild bekommt einen schweren Rahmen vom Fachproduzenten Halbe-Rahmen und echtes Museumsglas mit UV Sperrwirkung. Letzteres muss für die großen Bilder extra angefertigt werden.

Der 60-Jährige Thomas Meyer hat als Pressefotograf in seiner beruflichen Karriere so ziemlich alles abgelichtet was Rang und Namen auf dieser Welt hat. Von Lady Di über Claudia Schiffer bis Bill Clinton hat jeder schon einmal in die Kamera von Thomas Meyer gelächelt.

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