Josefine Israel ist die Preisträgerin des Boy-Gobert-Preises 2020

Josefine Israel und Dr. Lothar Dittmer bei der Preisverleihung im Thalia Theaterv.l.n.r. Josefine Israel und Dr. Lothar Dittmer, Vorsitzender des Vorstands der Körber-Stiftung Foto: Körber-Stiftung/Krafft Angerer

Der renommierte 40. Boy-Gobert-Preis 2020, der Nachwuchsschauspieler würdigt, geht an die Schauspielerin Josefine Israel vom Hamburger Schauspielhaus.

In der auch für das Theater harten Corona-Pandemiezeit wurde heute in Hamburg der mit 10.000 Euro dotierte Boy-Gobert-Preis an die Schauspielerin Josefine Israel verliehen, die seit der Spielzeit 2015/16 Ensemblemitglied am Deutschen Schauspielhaus Hamburg ist.

In diesem Jahr war die Preisverleihung Corona-bedingt ganz anders. Dr. Lothar Dittmer, Vorsitzender des Vorstands der Körber-Stiftung, überreichte die Auszeichnung für herausragende Nachwuchsschauspieler bei einer künstlerischen Matinée im leeren Thalia Theater. Der Grund, das Publikum durfte wegen der aktuellen Corona-Maßnahmen nicht dabei sein. Es konnte die Preisverleihung via Livestream miterleben.

Gäste der Matinée mit Bühnenshow, Gesprächsrunden und filmischen Beiträgen waren neben der Preisträgerin und ihren Kolleginnen und Kollegen auch Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien, die Schauspielerin Lina Beckmann als Laudatorin, Schauspielhaus-Intendantin Karin Beier, der Juryvorsitzende Burghart Klaußner sowie Thalia-Intendant Joachim Lux. Durch den Vormittag führte Daniel Kaiser, NDR 90,3.

Josefine Israel überzeugte die Jury »in den unterschiedlichsten Rollen mit hoher schauspielerischer Differenzierungsfähigkeit, mit lebendiger Initiative und klugem Verständnis auch für entschiedene Regiehandschriften.

Mit einem unterhaltsamen künstlerischen Programm, das auch humorvoll der besonderen Situation des Streamings Rechnung trug, stellte sich die Preisträgerin dem Publikum vor. Auf der Bühne unterstützt wurde sie dabei von Bendix Dethleffsen, Sasha Rau, Lars Rudolph und Samuel Weiss, ihren Kolleginnen und Kollegen aus dem Deutschen Schauspielhaus.

Über den Boy-Gobert-Preis

Der Hamburger Unternehmer (Hauni-Werke) und Gründer der Körber-Stiftung Kurt A. Körber stiftete vor 40 Jahren den Boy-Gobert-Preis. Anlass war die Verabschiedung von Boy Gobert als Intendant des Thalia Theaters.

Boy Gobert (1925-1986) hatte sich als Schauspieler, Regisseur und Intendant gänzlich der Bühne verschrieben. Sein Theater war in erster Linie eines der Schauspielerinnen und Schauspieler. Sie standen im Zentrum seines Schaffens. Beispielhaft, denn trotz vieler Lippenbekenntnisse nicht selbstverständlich, war seine Nachwuchsarbeit. Zum Start des Preises spendete Körber 150.000 DM.

Erste Preisträgering war 1981 Susanne Lothar († 2012). Seitdem verleiht die Körber-Stiftung jährlich den mit 10.000 Euro dotierten Preis mit dem Ziel, Schauspielerinnen und Schauspieler am Anfang ihrer Laufbahn zu unterstützen.

Mittlerweile ist der Preis ein Who-is-Who des Deutschen Schauspiels in zwei Generationen, mit Namen wie Ulrich Tukur, Martin Wuttke, Fritzi Haberlandt, Lisa Hagmeister, Gala Othero Winter, Steffen Siegmund und Paul Behren, geworden.

Ausgewählt werden die Preisträgerinnen und Preisträger heuer von einer ehrenamtlichen Jury unter dem Vorsitz des Schauspielers Burghart Klaußner.

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