Doppelausstellung TRANCE in der GRACE DENKER GALLERY

Portrait Thomas MeyerPortrait Thomas Meyer Foto: Thomas Meyer

Galerie GRACE DENKER zeigt: „Meditative Momentaufnahmen oder die Ästhetik des Nichts“ von Thomas Meyer und „Global Faces und City People“ von Daniela Vincez im Rahmen der Doppelausstellung TRANCE

Doppelausstellung „TRANCE“ –  Die neue Hamburger Galerie für zeitgenössische Kunst zeigt erstmals im Rahmen einer Doppel-Ausstellung Malerei und Fotografie ab dem 18. September mit groß- und mittelformatige Fotografien im Retro-Stil von Thomas Meyer und Arbeiten der Schweizer Malerin Daniela Vincenz in der Grace Denker Gallery in Hamburg Hammerbrook.

Milchkännchen

Milchkännchen Foto: Thomas Meyer

Meditative Momentaufnahmen oder die Ästhetik des Nichts

Der Hamburger Fotograf Thomas Meyer stellt rund ein Dutzend groß- und mittelformatige Werke aus. Thomas Meyer hat sich als professioneller Pressefotograf in Hamburg in den letzten 30 Jahren einen Namen gemacht. In seiner beruflichen Karriere hat der 59-Jährige als Pressefotograf so ziemlich alles abgelichtet was Rang und Namen auf dieser Welt hat. Von Lady Di über Claudia Schiffer bis Bill Clinton hat jeder schon einmal in seine Kamera gelächelt. Seit einem Jahrzehnt beschäftigt er sich zunehmend mit der Kunstfotografie. Hier arbeitet bewusst analog, schwarz-weiß, mittel- und großformatig im kompletten Gegensatz zur schnellen (-lebigen) Pressefotografie.

 „In meinem täglichen Job ist die moderne Technik unverzichtbar, doch da kommt es vor allem auf eine Vielzahl von Aufnahmen in möglichst kurzer Zeit an,“ so Thomas Meier im Gespräch mit ganz-hamburg.de. Das Gegenteil davon will er in seinen kunstvoll gestalteten Fotografien darstellen: „Analog-Aufnahmen sind hinterher nicht mehr veränderbar, weil es Originale sind und somit auch wie ein Zeitdokument wirken. Sie sind wie die DNA einer Fotografie.“

In Hamburg wurden seine Arbeiten bisher in einigen wenigen ausgesuchten Gruppen-Expositionen (wie zum Beispiel 1998 in der Bleichenhof-Passage, noch mit einer etwas anderen Stilrichtung) ausgestellt.

Kornähre

Kornähre Foto: Thomas Meyer

Vorbild Piktorialismus erfordert viel Aufwand

Die Digital-Fotografie ändert gerade unsere Sehweisen. Wir leben geradezu in der Mega-Inflation des Bildlichen, der optisch beliebigen Oberfläche. Noch niemals wurden so viele Aufnahmen gemacht wie heute. Fotos sind beliebig geworden und sind meist nur für das kurze Betrachten gedacht.

Der studierte Jurist, der auch als Unternehmer in der Fotobranche tätig ist und die Kamerawerkstatt Nikon Service Point in Berlin betreibt, findet sich besonders stark in der Bewegung des Pictorialismus wieder. Dieser Kunststil vom Ende des 19. Anfang des 20. Jahrhunderts wollte nicht lediglich einen Augenblick in der Realität abbilden, sondern – ähnlich wie die Malerei – eine symbolische Darstellung von Gemütszuständen oder grundlegenden Werten erzielen.

Als Vorbilder dienen Meyer unter anderem Léonard Misonne und Heinrich Kühn, aber auch von Gerhard Richter ist er fasziniert.

Sein Credo in Sachen Kunstfotografie fasst er kurz und bündig mit folgenden Worten zusammen: „Ohne gegenständliche Erkennbarkeit das absolute Nichts fotografieren – und das mit ‚extremer‘ Ästhetik“.

Der gebürtige Bremer, der seit rund 40 Jahren in Hamburg lebt, unternimmt für seine Aufnahmen von Objekten wie Milchkännchen, Gläsern oder Kerzen – die als Kunstwerke genau diese Titel tragen – große Anstrengungen. Bis zu sechs Stunden reine Aufnahmezeit muss für ein einziges Bild einkalkuliert werden. Seine eingesetzten Werkzeuge sind dabei: eine Sinar P2-Kamera, ein fototechnisches Meisterstück aus den 1980er Jahren des gleichnamigen Schweizer Herstellers, Briese Lichtgeneratoren, ein als historisch geltendes – aber immer noch einwandfrei funktionierendes – Objektiv von Pinkham & Smith mit Semi Achromatic-Technologie, Baujahr 1909 (Besonderheit: nur eine Linse, die sogenannte Meniskus Linse) sowie weiteres Equipment in seinem Studio, das sich mittlerweile insgesamt auf einen Wert von weit über 100.000 Euro summiert.

Calla

Calla Foto: Thomas Meyer

Das anschließende Herstellungsverfahren ist nicht minder aufwendig. Als erstes werden mit der Kamera Negative in der Größe von 20×25 cm (8x10inch) auf traditionellem Negativfilm von Ilford belichtet. Danach entstehen mit einem Horizontalbelichter Vergrößerungen auf Fotopapier in der Größe 100×125 cm.

Jedes einzigartige Bild mit seiner meditativ wirkenden leichten Unschärfe bekommt einen schweren Rahmen vom Fachproduzenten Halbe und Museumsglas mit UV Sperrwirkung. Die Exklusivität der Kunstwerke wird in der Auflage gewahrt. Die Auflage der großen Exponate ist auf lediglich fünf Exemplare (plus zwei Artist Prints) limitiert.

Die Zukunft lautet Kunstfotografie

Die Zukunft der Pressefotografie sieht Thomas Meyer nicht ganz so rosig:

„Der Verdienst ist in den vergangenen zehn Jahren für fast alle radikal herunter gegangen. Durch die Inflationierung der Bilder in der neuen Online-Welt ist nicht nur der materielle Wert des einzelnen Bildes drastisch gesunken, sondern auch die Erkennung und Akzeptanz guter Fotografie“, stellt er etwas ernüchtert fest und konzentriert sich mehr und mehr auf die Kunstfotografie. 

Daniela Vincenz

Arbeit von Daniela Vincenz

Zweite Künstlerin der Ausstellung „TRANCE“: Daniela Vincenz aus der Schweiz

Obwohl die Kunst immer ihre Leidenschaft war, arbeitete Daniela Vincenz zunächst als Goldschmiedin und besaß ihr eigenes Juwelier-Atelier in der Schweiz. Ihre zehnjährige Residenz in Dubai machte es möglich, ihre Träume zu verwirklichen und was einmal als Leidenschaft begann, ist heute ihr Hauptberuf. So konnte sie ihren einzigartigen Stil mit gemischten Acrylfarben, in weichen Tönen und außerhalb konventionaler Techniken, entwickeln. Das Leben in der großen Stadt von Dubai konfrontierte sie mit der Vielfalt von Kulturen, Nationen, Gesichtern und Menschenmenge. Diese unerschöpflichen Themen führten zu ihrer Kunstserie „Global Faces und“ City People„.

Die Ausstellung TRANCE in der GRACE DENKER GALLERY

Wann:
Vom 18.09. bis 31.12.2017 – Die Öffnungszeiten der Galerie sind montags bis freitags von 09.00  bis 15.30 Uhr.
Der Eintritt ist frei.
Wo:
Hammerbrookstraße 93, 20097Hamburg Hammerbrook
www.artcraftliving.com

Am Freitag, 15. September findet eine Vernissage mit geladenen Gästen statt

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