Vermieter verlangen immer häufiger eine Bonitätsprüfung – alles rund um Schufa & Co für Mieter.

Bei der Wohnungssuche wichtig. Ein Schufaformular mit LesebrilleSymbolbild: Bei der Wohnungssuche wichtig eine Schufa-Auskunft Bild von Vi Don auf Pixabay

Neue Wohnung in Hamburg? Was Mieter über die Bonitätsprüfung wissen müssen.

Pro Jahr wechselt in Hamburg jeder 14. Haushalt die Wohnung. Auch wenn die Mieten nicht niedrig sind, pro Jahr werden seit einigen Jahren knapp 10.000 fertiggestellt. Neben vielen Genossenschafts- und Sozialwohnungen, gibt es interessante Neubauprojekte wie in der HafenCity, wie aktuell höchste Deutschland höchstes Holzhochhaus. Natürlich werden auch viele Eigentumswohnungen neu errichtert.

Wer eine Eigentumswohnung besitzt und diese vermietet, ist meist auf die regelmäßigen Mieteinkünfte angewiesen. Bezahlt der Mieter die Monatsmiete nicht pünktlich oder überhaupt nicht, hat der Vermieter meist nur begrenzte Möglichkeiten. Die ausstehenden Gebühren einzutreiben oder den Mieter gar zur Räumung zu zwingen, nimmt in den meisten Fällen viele Monate in Anspruch. Solch ein Ausfall kann den Vermieter in seiner Existenz gefährden.ja

Ein Bauschild der Volksbank Immobilien
Bauschild in Hamburg Sasel © ganz-hamburg.de

Es ist also nachvollziehbar, dass der Eigentümer sich vor Abschluss des Mietvertrags bestmöglich absichern möchte. Aus diesem Grund sieht er sich den potentiellen Mieter genau an. Meist wird in diesem Rahmen eine sogenannte Mieterselbstauskunft verlangt, in welcher der Bewerber seinen Familienstand, sein monatliches Einkommen und mögliche bestehende Schulden offenlegt. So kann sich der Vermieter ein Bild über die Zahlungsfähigkeit des Mieters machen. Oft reicht das aber nicht mehr aus, weshalb immer mehr Wohnungseigentümer eine Bonitätsprüfung voraussetzen. Auch wenn Wohnungssuchende die Notwendigkeit oft anzweifeln, ist es Tatsache: Vermieter können Schufa erfragen.

Wie sammeln SCHUFA & Co Daten?

Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (SCHUFA) ist eine sogenannte Auskunftei. Auskunfteien sammeln Informationen zur Zahlungsfähigkeit und Zahlungsmoral von Unternehmen sowie Privatpersonen. Diese Auskünfte werden dann zusammengestellt und können von Gläubigern sowie auch vom Betroffenen selbst abgefragt werden.

Die Daten, die Auskunfteien sammeln, stammen aus öffentlichen Schuldnerverzeichnissen, Insolvenzberichten oder Meldungen von ehemaligen Vertragspartnern. Auch Inkassobüros und Banken arbeiten in der Regel mit Schufa & Co zusammen und leiten Daten an diese weiter.

Welche Daten werden gespeichert?

Während einige Auskunfteien nur Negativdaten, also Auskünfte über schlechtes Zahlungsverhalten speichern, sammelt die Schufa auch Informationen zu positiven Vertragserfüllungen. Durch dieses vollständigere Bild zum Zahlungsverhalten eines Verbrauchers kann ein möglicher neuer Vertragspartner seine Entscheidung zum Mietvertrag überdenken.

Der Scorewert

Mit dem Scorewert versuchen Auskunfteien mathematisch zu berechnen, wie wahrscheinlich es ist, dass die betreffende Person ihrer Zahlungsverpflichtung gut nachkommen wird. Dabei stellt die Auskunftei eine Person anderen gegenüber, die aufgrund von Wohnort (Geo-Scoring), Alter und Beruf ähnlich situiert sind. Aus dieser Berechnung ergibt sich dann eine Prozentzahl, anhand derer der Vertragspartner einschätzen kann, ob ein Vertragsabschluss zu riskant wäre oder nicht.

Ein Wert jenseits der 95% sagt aus, dass das Zahlungsverhalten sehr gut ist. Unter 90% beginnt in dem Ampelsystem der gelbe Bereich, der besagt, dass ein mögliches Risiko für schlechte Zahlungsmoral besteht. Bei rund 50% geht die Ampel in Rot über – das Risiko unregelmäßiger oder fehlender Zahlung wird dabei als sehr hoch eingeschätzt.

Wohnstrasse in Hamburg Winterhude
Wohnen in Winterhude ist gegehrt © ganz-hamburg.de

Darum spielt die Bonitätsauskunft bei der Wohnungssuche eine wichtige Rolle

Ein Vermieter möchte in der Regel Mieter haben, die monatlich pünktlich ihre Zahlungen begleichen. Durch die Bonitätsauskunft kann der Vermieter sich ein Bild darüber verschaffen, wie verlässlich der neue Mieter bei Zahlungen wahrscheinlich sein wird. Logischerweise entscheiden die meisten Eigentümer sich dann für den Vertragsabschluss mit Personen, deren Wert im grünen Bereich liegt. So bestehen die besten Aussichten auf zuverlässige Zahlungen.

Ist eine Bonitätsauskunft Pflicht?

Selbstverständlich kann der Mieter die Bonitätsauskunft jederzeit verweigern, um seine persönlichen Daten zu schützen. In diesem Fall ist es aber durchaus möglich, dass der Vermieter im Gegenzug den Mietvertrag verweigert. Doch Mieter haben dabei oft die Möglichkeit, ein Mietzertifikat von CrifBürgel vorzulegen. Dieses Unternehmen prüft die Kreditwürdigkeit und legt dann ein Zertifikat vor, das Ergebnisse, aber keine Einzelheiten enthält. Letztlich interessiert den Vermieter tatsächlich nur das Ergebnis, also wie gut das Zahlungsverhalten eingestuft wird.

Kann Vermieter Schufa Auskunft einholen?

Der Vermieter bittet den potentiellen Mieter meist darum, selbst eine Schufa Auskunft anzufordern und vorzulegen. Selbst abfragen können Vertragspartner diese nur mit ausdrücklicher schriftlicher Erlaubnis des Kunden oder Mieters. Für Mieter empfiehlt es sich, diesem Wunsch nachzukommen oder zumindest ein Mietzertifikat vorzulegen. Unter Wohnungssuchenden herrscht in Hamburg meist ein starker Wettbewerb, weshalb Vermieter unwillige Bewerber meist ablehnen.

Bekommen Mieter die Bonitätsauskunft nur bei der Schufa?

Es gibt zahlreiche Auskunfteien, doch die Schufa ist die bekannteste. Da sie sehr schnell arbeitet und eine Vielzahl an Daten speichert, ist sie meist die erste Adresse, wenn es um Bonitätsprüfungen geht. Auch diese Auskunfteien werden gerne genutzt: Creditreform Boniversum, Infoscore und CrifBürgel. Mieter sollten Auskunfteien wählen, die eine spezielle Bonitätsauskunft für Vermieter erstellen.

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