Depotwahl: In Aktien investieren, aber wo?

Drive in Banking SchildDriving in Banking oder das richtige Depot wählen - Symbolphoto Photo by Joshua Hoehne on Unsplash

Schlagen Sie den Negativzinsen ein Schnippchen, Aktien ist das Investment der Wahl. Das richtige Depot gewählen.

Negativzinsen! Was für ein Wort. Die kühlen Hanseaten halten kurz die Luft an und verziehen nicht einmal den Mundwinkel. Aber das Problem ist erkannt. Wenn Banken Geld für Geld auf dem Konto fordern, vernichten sie Vermögen. Um dieses Geld nicht zu verlieren, sondern zu mehren, sind neben Immobilien und mit Glück Edelmetallen vor allem Wertpapiere ein probates Mittel. Langfristig verspricht eine Geldanlage in Aktien oder Fonds ein sattes Plus. Das Gegenteil vom dem, was das eigene Geld aktuell auf immer mehr Bankkonten einbringt.

Negativzinsen meiden und Kapital anlegen

Es geht um viel Geld. Allein die Commerzbank hat vor wenigen Monaten die Einlage ihrer Kunden in der Hansestadt auf knapp 7 Milliarden Euro beziffert.

Würde diese Bank einen Negativzinssatz von nur 0,1 Prozent festsetzen, wären das am Jahresende ein Verlust für alle Kunden von satten sieben Millionen Euro. Auch wenn dieses Beispiel fiktiv ist, denn die Commerzbank will sich bisher an einer solchen Enteignung nicht beteiligen: Negativzinsen drohen inzwischen nicht nur für Großbeträge. Immer mehr Banken setzen die Guthabengrenze für Negativzinsen herunter oder legen neue Zinsbeträge fest.

Vermögen wachsen lassen mit Wertpapieren und das richtige Depot wählen

Dass es anders geht, zeigen die Aktienmärkte. Im Vorjahreszeitraum ist der DAX zum Stichtag Jahreswechsel um etwa 40 Prozent gestiegen. Das wären für die gleiche Zielgruppe bei einer Komplettanlage in DAX-Papiere 28 Milliarden Gewinn gewesen. Verbunden ist eine solche Anlage mit einem gewissen Risiko. Zusätzlich spielt abseits der Frage nach den geeigneten Wertpapieren aber noch eine ganz andere Frage beim Aktienkauf eine Rolle: Bei welchem Anbieter sollen Kunden ihr Depot führen lassen? Zur Auswahl stehen Hausbank, Direktbank und Broker. Diese unterscheiden sich in ihrem Angebot und der angesprochenen Zielgruppe.

Die Hausbank – der teure Weg mit Beratung

Wer wenig Erfahrung mit Aktienhandel hat und nicht internetaffin ist, sollte sich bei der Hausbank wie Haspa oder Hamburger Volksbank beraten lassen. Die Bankern kaufen im Auftrag ihrer Kunden Wertpapiere. Sie verlangen jedoch Depotgebühren. Die Kosten sind vergleichsweise hoch, daher lohnt sich dieser Weg – nur zu den Geschäftszeiten möglich – vor allem dann, wenn es um eine mittel- bis langfristige Anlage in Wertpapieren geht.

Die Beratungsqualität kann sehr gut und im Interesse des Kunden sein. Allerdings kommt es immer auf den Bankberater an. Einige versuchen auch nur, eigene Bankprodukte wie Fonds zu verkaufen oder haben die Investitionsziele des Kunden nicht ausreichend im Blick. Eine zweite Meinung aus dem Bekanntenkreis kann hier für Anleger hilfreich sein. Ein weiterer Vorteil der Hausbank: Die Geldgeschäfte bleiben bei einem Institut.

Die Direktbank – Flexibilität und Komfort in einem

Direktbanken wie Consors oder Comdirect sind für internetaffine Einsteiger mit Basiswissen bis zum Kenner eine gute Wahl. Sie vereinen eine Bank mit einem Online-Broker. Die Gebühren sind überschaubar und angemessen, es findet jedoch im Regelfall keine Beratung statt. Dafür bietet die Direktbank die Möglichkeit, eigenverantwortlich auf einen sehr großen Teil des Wertpapiermarktes zuzugreifen und eigene Order zu platzieren. Informationen zu allen relevanten Wertpapieren sind übersichtlich hinterlegt.

Meistens zahlen Kunden einen moderaten Fixpreis pro Trade sowie ggf. einen Aufschlag ab einer bestimmten Transaktionssumme. Hinzu kommen eventuell Börsengebühren. Die meisten Orders werden jedoch über Tradegate abgewickelt. Der Vorteil: Es entstehen in der Regel keine Börsengebühren.

Anders als bei der Hausbank gibt es keine Geschäftszeiten, auf die der Kunde sich beschränken muss. Lediglich die Börsenzeiten der einzelnen Orte und Wertpapierarten sind zu beachten. Aber: Teilweise sind Fonds und bestimmte Börsen sowie vor allem ein Teil der Anleihen und Optionsscheine ausgeschlossen.

Der Online-Broker – attraktiver Mittler für Anleger mit Erfahrung

Der Unterschied zwischen Direktbank und Online-Broker wie zum Beispiel Flatex ist nicht groß. Allerdings agieren die Broker unabhängig von einer Bank. Der Vorteil: Durch schlanke Strukturen könne diese Anbieter die Gebühren für Depot und Transaktionen sehr klein halten. Das macht sich insbesondere bei häufigen Trades kleiner Pakete bemerkbar.

Dieses Angebot richtet sich jedoch mehr noch als eine Direktbank an informierte Kunden. Denn die Kunden sind eigenverantwortlich. Der Broker stellt ihnen nur eine Handelsplattform und Kursinformationen sowie Details zu den Wertpapieren zur Verfügung. Die meisten Broker bieten dabei außerdem Zugriff auf ein weltweites Börsenangebot sowie auf alle Arten von Wertpapieren und Derivaten. Diese große Vielfalt und die niedrigen Gebühren sind für viele Anleger besonders attraktiv.

Die eigene Situation berücksichtigen

Die Negativzinsen sind da oder stehen bei vielen Banken im Raum. Die Hanseaten sind gut beraten, ihr Guthaben gut zu platzieren. Wer das Wagnis einer Anlage in Wertpapieren eingehen möchte, muss sich für einen Anbieter entscheiden. Denn ohne Depot sind keine Börsengeschäfte möglich. Welcher Depotpartner der individuell passende ist, hängt vor allem vom eigenen Kenntnisstand ab.