Die Wohnung in der Corona-Pandemie

Schönes Jugendstilhaus, weiß, in Hamburg EppendorfEine gesuchte Wohnlage - Jugendstilhaus in Hamburg Eppendorf © ganz-hamburg.de

Für viele Menschen hat sich seit Corona eine Menge verändert. Während die Wohnung vor der Pandemie fast nur zum Schlafen aufgesucht wurde, sind die eigenen vier Wände nun Wohn- und Arbeitsplatz. Ganz automatisch wird die Ästhetik der Einrichtung, der Wohlfühlfaktor und die Funktionalität der Möbel sowie aller anderen Gegenstände aus einer neuen Perspektive betrachtet. Es ist Zeit für Veränderungen.

Die eigenen vier Wände als neues Lebensumfeld

Das Zuhause ist heute der Lebensmittelpunkt und Ort, an dem sich der Großteil des Tages abspielt. Das Wohnzimmer wird mit dem Arbeitsplatz verbunden, es ist Hobbyraum und Kinosaal zugleich. Der Küchentisch dient nicht mehr allein den gemeinsamen Mahlzeiten, sondern er ist gleichzeitig Klassenraum und Atelier. Der Lockdown hat das Leben verändert und neue Ideen erforderlich gemacht. Was noch vor einem Jahr „selbstverständlich“ und „nicht so schlimm“ war, steht nun im Mittelpunkt der eigenen Gedanken und Wünsche. Neben dem Blick auf eine angesagte Brand beim Möbel- und Dekorationskauf, richtet sich der Fokus heute auch auf das Funktionale. Die Schaffung neuer Lieblingsplätze, die Neuentdeckung von Bereichen, die früher gar nicht so wichtig und „einfach da“ waren sowie der Wunsch nach einem Ort des Wohlbefindens.

Kreative Ideen werden viel eher als vor dem Lockdown umgesetzt und Anschaffungen werden nicht auf die lange Bank geschoben. Da die Wohnung ein Schutzraum, ein sicherer Ort und gleichzeitig der Arbeitsplatz und die Freizeiteinrichtung ist, werden Konzepte völlig neu erdacht und geplant. Nie wurde so viel renoviert und umgestaltet wie in Zeiten des Lockdowns. Der Wunsch nach Glück und Zufriedenheit führt dazu, dass der Wohnraum heute mit Liebe gelebt und aus einer anderen Perspektive betrachtet wird. Es ist ein menschliches Bedürfnis, sein Glück mit anderen zu teilen und Anerkennung für das zu bekommen, was man geschaffen hat. Dank Digitalisierung können die eigenen Wohnträume mit der Außenwelt geteilt werden.

Hamptons Style Wohnzimmer
Lässiger Hamptons Stlye mit Sofas und Cosy Chair von Tom Tailor (c) Tom Tailor

Bewusst wohnen – eine neue Stufe der Lebensqualität

Vor Corona hat man acht und mehr Stunden pro Tag im Büro verbracht. Anschließend ging man zum Sport oder traf sich mit Freunden außerhalb der eigenen vier Wände. Die eigene Wohnung wurde zweitrangig betrachtet und spielte für Menschen, die sich selten Zuhause aufhielten, eine untergeordnete Rolle. Heute herrscht ein völlig neues Bewusstsein des Wohnens. Das einst gekaufte Designersofa erweist sich im allabendlichen Gebrauch als weniger bequem und der Esstisch, der den stilvollen Mittelpunkt in der Küche bildet, erscheint für einen praktischen Einsatz viel zu klein. Beim Blick durch das moderne und edel gestylte Wohnzimmer fällt auf, dass ein kleines, aber nicht unwichtiges Detail fehlt. Es gibt keine Stoffe, die für wohnliche Wärme und für Gemütlichkeit sorgen.

Man entdeckt neue Hobbys, für die sich in der bisherigen  Wohnungsgestaltung kein Platz fand. Oder man stellt in Ruhe und Gelassenheit fest, dass die Räume zwar chic und modern, aber wenig praktikabel eingerichtet sind. Seit Beginn der Corona-Pandemie spielen frische und warme Farben, Wohntextilien und exklusive Möbel mit Funktion eine sehr wichtige Rolle in den Lebenskonzepten. Der Mut, neue Dinge anzuschaffen und mit Farben oder Formen zu experimentieren, ist in den Zeiten des Lockdowns gewachsen. So erscheint auch der Kauf eines teuren Boxspringbetts nicht mehr abwegig.

Wohnzimmer mit Vintage Möbeln
Vintagemöbel sind Wohntrend Foto von Charlotte May von Pexels

Geteilte Freude – der Wohnraum als Präsentationsplatz

Ob im Videochat mit Freunden oder im Business: Der Wohnraum bildet den Hintergrund, der nach außen präsentiert und von allen Kontakten gesehen wird. Neben dem Wunsch, ein Kompliment für den neuen Schrank oder die frische Wandfarbe zu erhalten, empfinden wir Menschen vor allem dann Freude, wenn wir teilen und uns mitteilen können. Da persönliche Treffen und Einladungen zu Partys auf Eis liegen, hat sich das Teilen ins Internet verlagert. Das Geld, das vor Corona für Urlaubsreisen ausgegeben wurde, dient heute