Der Hamburger Wohnungsmarkt gehört zu den härtesten Deutschlands

Bei der Wohnungssuche ist ist die HafenCity begehrt, obwohl sie als teuer gilt © ganz-hamburg.de

So schaffen Sie es in Hamburg an eine Wohnung mit bezahlbarer Miete zu kommen. Ganz einfache Tricks und kleine Kniffe helfen bei der Wohnungssuche.

Der Hamburger Wohnungsmarkt ist einer der härtesten in ganz Deutschland. Wohnungssuche in Hamburg, das ist eigentlich überall Gesprächsthema ob an der Uni, in der Familie, unter Freunden oder in der Firma. Fast jeder kann über Wohnungen, Lagen und Mietpreise in Hamburg teilweise absurde Geschichten erzählen.

Von der tollen Wohnung zur Schnappermiete, dem Apartment des Grauens bis hin zur Luxuswohnung in der HafenCity reicht die Spanne. Makler, die händeringend ein Luxusappartment vermieten oder die jungen Mädels an die Wäsche wollen. Vermieter*Innen von Wohnungsunternehmen, die ein paar größere Scheine unter der Hand fordern. Oder Baugenossenschaften, die grundsätzlich keine Neugenossen aufnehmen. Das Leben ist eben kein Stuhlkreis.

Die gute Nachricht: Das Bündnis für Wohnen ist erfolgreich

Für den Hamburger Senat ist hier ein Lob fällig. Das Bündnis für Wohnen trägt Früchte. Im letzten Jahr wurden 10.674 Wohnungen neu bezogen. Vor 41 Jahren (1977) waren es ebenso viele. Der Hamburger Senat hat 2011 das Bündnis für das Wohnen mit Bezirken und der Wohnungswirtschaft geschlossen. Seitdem wurden 55.740 Wohnen neu gebaut. Damit liegt Hamburg bundesweit weit vorn und hat Berlin meilenweit hinter sich gelassen.

Das hat den Wohnungsmarkt entlastet. Aber, Hamburg ist als Metropole sehr populär und hat viel Zuzug. Dazu kommt dann auch die ungebremste Massenimmigration. Allein in den Hamburger Unterkünften und Einrichtungen sitzen 20.000 Menschen, die eine Wohnung suchen, fest. Kein Wunder, dass preiswerter Wohnraum knapp ist.

Dieser hohe Zuzug führt ganz klar zu Verteilungskonflikten. Knappe Märkte, das heißt, es entsteht ein Schwarzmarkt mit Vermietungen unter der Hand, Manipulation von Wartelisten, Schmiergeldern und anderen schmutzigen Tricks.

Trotzdem ist der Hamburger Mietpreisanstieg gebremst worden. In vergleichbaren Städten sind die Mieten schneller gestiegen. Allerdings ist Hamburger Mietniveau nach wie vor hoch.

SAGA Bauschild
Die SAGA baut Sozialwohnungen © ganz-hamburg.de

Baugenossenschaften regulieren den Hamburger Wohnungsmarkt

Eine weitere Hamburger Besonderheit ist der hohe Anteil von Genossenschaftswohnungen. Baugenossenschaften bieten durchaus preiswertes Wohnen an und sind faire Vermieter. Den Genossenschaften gehören 132.000 Wohnungen, das sind rund 20% des Hamburger Wohnungsbestandes.

Die SAGA, Hamburgs kommunales Wohnungsunternehmen, kommt in etwa auf gleiche Anzahl. Allerdings, die SAGA hat große Bestände in den eher unbeliebten Neubaustadtteilen wie u.a. Mümmelmannsberg, Bergedorf West, Osdorfer Born, Kirchdorf-Süd, Sonnenland, Rahlstedt Hohenlohe, Tegelsbarg, die teilweise soziale Brennpunkte sind.

Positiv ist die mietpreisdämpfende Wirkung. Wer bei einer Baugenossenschaft wohnt zahlt nur 6,37 Euro kalt pro Monat und Quadratmeter. Damit liegt die Miete sehr deutlich unter dem Hamburger Mietniveau.

Wohnung

bis 40 m²

bis 80 m²

bis 120 m²

 

12,80 €11,20 €12,40 €

Hamburger Mietniveau 2018 bei Immonet Wohnungen Quelle: Immonet

Bauschild HafenCity
Deine Baugenossenschaft baut in der HafenCity © ganz-hamburg.de

Das Wohnungsangebot der Genossenschaften ist attraktiv

Über Jahrzehnte haben die Genossenschaften ihren Bestand langfristig entwickelt. Sie halten eine große Anzahl von Wohnungstypen bereiten.

Bei Studenten und Wohnungsanfängern sind die preiswerten kleinen Ein bis Zweieinhalb-Zimmerwohnungen aus der Nachkriegszeit in Stadtteilen wie Barmbek, Eilbek, Hamm, Horn oder Wandsbek, sehr beliebt.

Mittlerweile wurde der Bestand für altersgerechte Wohnen ausgebaut. Viele Hamburger Familien würden gern auch ein Gartenhaus mieten. Entsprechend begehrt und knapp sind die Perlen.

Doch Baugenossenschaften haben den Ruf „Closed Shops“ zu sein. Denn der Großteil der Neuvermietung erfolgt aus dem Kreis der Genossen und nur ein kleinerer Teil der Wohnungen kommt auf den freien Wohnungsmarkt oder wird per Warteliste vergeben.

So klappt es mit der Wohnungssuche in Hamburg

Wer eine Wohnung sucht, braucht entweder ein gutes Einkommen, sollte aus Vermietersicht keine Handikaps haben und einige (nicht ganz feine) Tricks beherrschen. 

Das Hochwasserbassin in Hammerbrook mit Hausbooten
Wohnen auf dem Wasser in Hammerbrook – das Hochwasserbassin beim Berliner Bogen © ganz-hamburg.de

Hier sind die ganz-hamburg Tricks und Kniffe bei der Wohnungssuche:

  • Die Eltern ins Spiel bringen:
    Jungmieter und Studenten sollten im Namen der Eltern schreiben. Einkommen, Berufstätigkeit und eine Mietbürgschaft sollten unbedingt erwähnt werden.
  • Es gibt schwierige Berufe:
    Lehrer und Rechtsanwälte sind leider unbeliebt, zumindest als Student können sie ihr Studienfach verschweigen. Man ist halt an der Uni Hamburg. Sind Sie bei der Polizei, Feuerwehr, beim DRK, dem Technischen Hilsfwerk, DLRG oder im Öffentlichen Dienst? Dann sagen Sie es!
  • Als WG auftreten?
    WGs stehen bei vielen Vermietern tendenziell auf der schwarzen Liste. Der Trick, geben Sie sich als Paar (lesbisch/schwul) aus. Das Problem, das muss man glaubwürdig spielen können.
  • Frauen bevorzugt:
    Trotz Metoo, junge oder attraktive Frauen haben oft einen Bonus. Nicht wenige Bewerberinnen setzen das ohne Gewissensbisse ein.
  • In-Stadtteile meiden und den Focus erweitern:
    Es müssen nicht immer die In-Stadtviertel wie Ottensen, Altona, Schanze, Karo-Viertel, Eimsbüttel, Eppendorf, St. Georg oder Winterhude sein. Mit der U-Bahn oder S-Bahn kommt man schnell in die Stadt. Ein paar Kilometer Alsterentfernung senken spürbar die Miete und das Angebot wird größer.
    Oder denken Sie über das Pendeln nach. In der Metropolregion gibt es einige Perlen und dort sind die Mieten, wie z.B. in Boizenburg, spottbillig.
  • Timing ist alles:
    Rechtzeitig die Wohnungssuche starten. Baugenossenschaften abfragen und auf Wartelisten kommen, das geht nicht schnell, aber freundliche Hartnäckigkeit, ohne zu nerven, zahlt sich aus.
  • Vergessen Sie Immobilienportale!
    Auf einem Portal kann jeder den Suchagenten aktivieren. Eine gute Quelle sind auch Anzeigenblätter. Oder, sprechen Sie kleinere Wohnungsbauunternehmen direkt an. Da ist man oft nicht einer unter hundert Interessenten.
  • Die Basics:
    Rechtzeitig eine Schufa-Auskunft einholen. Alle geforderten Unterlagen dabei haben. Immer pünktlich zur Besichtigung erscheinen. Ans Erscheinungsbild denken. Fast immer gut in Hamburg: Style Sportlich-Elegant. Dass man offen und freundlich ist, ist eine Selbstverständlichkeit.
  • No go‘s oder das Leben ist kein Ponyhof
    Sie dürfen nicht Lügen, dazu gehören auch falsche Angaben zum Gehalt. Auch Mietschulden oder Zwangsräumungen dürfen nicht verschweigen werden.
    Wer aus Vermietersicht schon bei der Besichtigung nervig ist oder zu hohe Ansprüche stellt, ist draußen.
    Abstandszahlungen sind heikel, wer hier stur ist, wird die Wohnung wohl nicht bekommen. Aber, lassen Sie sich nicht dabei über den Tisch ziehen.
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