Sondeln an der Nordsee lockt immer mehr Menschen nach draußen

Sondeln, mit dem Metall-Detektor nach Schätzen suchen an der NordseeSondeln am Nordseestrand Bild von Ulrike Mai auf Pixabay

Am Strand, da gibt es nicht nur Sand, sondern auch kleine und große Schätze, die mit Sondeln gefunden werden wollen.

Waren es vor wenigen Jahren nur vereinzelte Schatzsucher, die sich beim Sondeln an der Nordsee auf die Suche nach Ringen und Münzen machten, ist die Zahl in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Immer mehr Männer, aber auch viele Frauen haben das Sondeln als Freizeitbeschäftigung für sich entdeckt. Insbesondere nach der Hauptsaison beherbergen die Nordseestrände immer wieder kleine Schätze wie Schmuckstücke oder verloren gegangene Münzen. Für viele Schatzsucher geht es dabei weniger um den Wert, den die Gegenstände haben als vielmehr um den Spaß, der beim Sondeln aufkommt.

Was ist an der Nordsee erlaubt?

Mittlerweile ist das Sondeln weit über die Grenzen Hamburgs hinaus bekannt. Die Nordseestrände bieten gerade in den Morgenstunden ideale Voraussetzungen, um mit dem Metalldetektor die Suche zu beginnen. Wer jedoch zum ersten Mal zum Sondeln an die Nordsee fährt, sollte einige Besonderheiten bedenken und sich vorab informieren, ob die Suche am favorisierten Abschnitt erlaubt ist.

In der Regel haben die Gemeinden nichts gegen das Sondeln einzuwenden. Es gibt in Norddeutschland sogar einige Kommunen, die eine sogenannte Sondelgenehmigung ausstellen. Ansprechpartner sind hier prinzipiell die Landratsämter, die Sondelfans in der Regel unkompliziert Auskunft darüber geben, was genau an den Stränden gestattet ist. Zwar haben die Gemeinden in der Regel nichts dagegen, wenn am Strand nach Schätzen gesucht wird, doch beim Ausgraben und Mitnehmen sieht es schon anders aus. Allerdings, tabu sind Grabungsschutzgebiete wie das Wattenmeer.

Schatzsuche am Strand
Auf Sylt wurden am Strand schon intakte Nobeluhren gefunden.
Das Rote Kliff in der Abendsonne (c) Holger Widera / Sylt Marketing

Gerade das Graben nach Schätzen ist in vielen Gemeinden nicht gestattet. Die Gründe hierfür liegen in der Historie. So fürchten die Gemeinden, dass beim Graben während des Sondelns Informationen aus den vergangenen Jahrhunderten zerstört werden, die eventuell noch relevant sind. Im Fokus stehen hier archäologisch wichtige Hinweise ebenso wie diverse Befunde und Bestimmungshilfen. Sobald bei archäologischen Funden nicht mehr alle Zusammenhänge nachvollziehbar sind, mindert sich der Wert erheblich, was für die Gemeinden wiederum mit einem signifikanten Einschnitt einhergeht.

Was wird zum Sondeln an der Nordsee gebraucht?

Sondelgänger benötigen nur eine überschaubare Ausrüstung. Auch das macht dieses Hobby so beliebt. Die wichtigste Grundlage ist das entsprechende Gerät zum Aufstöbern. Metalldetektoren erkennen vor dem Ausgraben, wo sich metallische Gegenstände im Boden befinden und zeigen deren Standort an, ohne dass aufwendige Grabungen erforderlich sind. Das minimiert den Aufwand bei der Schatzsuche enorm.

Anfänger sollten auch auf die Verwendung der Pin Pointer nicht verzichten. Diese kleinen Bestimmungsgeräte können vor allem innerhalb einer Grabungsstelle eingesetzt werden. Sie schränken den Raum, in dem ein Schatz liegen kann, noch einmal deutlich ein. Durch den Pinpointer werden die Grabungsarbeiten noch einmal deutlich minimiert, denn der Standort der Schätze kann auf wenige Zentimeter genau bestimmt werden.

Empfehlenswert ist es zum Sondeln ebenso Werkzeug mitzunehmen, welches das Graben an sich später erleichtert. Im Sand werden bevorzugt Schaufel und Sieb gebraucht, um auch kleinste Gegenstände aus dem Sand herauszuholen.

Grundsätzlich ist auch an der Nordsee, wie in allen anderen Regionen Deutschlands die Gesetzeslage beim Sondeln komplex. Alles was demnach im Boden gefunden wird, gehört dem Land oder der Kommune. Nur wenige Landkreise oder Länder machen hier eine Ausnahme. Wer ohne entsprechende Genehmigung sondelt, riskiert übrigens empfindliche Bußgelder.

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