real verkauft seine Märkte: Wer sind die Käufer der SB-Warenhauskette?

real Verbrauchermarkt Eingang Hamburgreal SB-Verbrauchermarkt Hamburg Berliner Tor © ganz-hamburg.de

Seit Ende des letzten Jahres verhandelt das Bundeskartellamt über den Abverkauf der SB-Warenhauskette real, die zerschlagen und weiterverkauft wird. Neben Lidl, Edeka und Globus profitiert vor allem Kaufland von dem Abverkauf. Während des Corona-Lockdowns haben sich gerade die SB-Warenhausketten mit ihrem Vollsortiment gut geschlagen.

Die real-Käufer

Edeka, der größte Lebensmitteleinzelhändler Deutschlands, hat beim Bundeskartellamt die Übernahme von bis zu 72 real-Filialen angemeldet, allerdings steht die Entscheidung hier noch aus. Die saarländische Supermarktkette Globus kann ihre Stellung am Markt mit 24 real-Standorten in Zukunft weiter ausbauen. Rewe geht beim Abverkauf leer aus. Für Kaufland ist der Kauf von bis zu 92 real-Märkten die bisher größte Übernahme der Firmengeschichte.

Der Kaufland Verbrauchermarkt Hamburg Langenhorn
Kaufland am LA HO MA living Plaza in Hamburg Langenhorn © ganz-hamburg.de

Großflächendiscounter Kaufland

Kaufland betreibt bundesweit 670 SB-Warenhäuser und gehört zur Schwarz-Gruppe. Erfolgreich wurde das Unternehmen nach der Wende, als die Kette in Eröffnungen in den neuen Bundesländern investierte und dank Fördermaßnahmen der Regierung viel Geld sparen konnte. Nach wie vor kaufen 33,1 Prozent der Ostdeutschen am liebsten bei Kaufland ein.

Als Großflächendiscounter verkauft Kaufland nicht nur die Eigenmarken K-Classic und K-Bio, sondern auch zahlreiche Markenprodukte. Im Kaufland Prospekt “Tip” können Käufer einen Eindruck des Sortiments gewinnen.

Was Kaufland so besonders macht, ist die Kombination aus klassischem SB-Warenhaus mit großer Auswahl und Discounter-Preisen. Dabei agiert Kaufland extrem flexibel und passt sich stetig den Bedürfnissen der Kunden an.

Vier Hamburger real-Märkte werden zukünftig von Kaufland betrieben

Mögliche Auswirkungen

Um möglichst niedrige Preise für ihre Kunden zu gewährleisten, drückt Kaufland massiv die Preise der Zulieferer. Das hat langfristig Konsequenzen, denn wer mithalten will, spart womöglich an der Qualität. Normale Supermarktketten versuchen im Westen schon seit Jahren die Ausbreitung von Kaufland zu verhindern. Sie wollen vermeiden, dass der Großflächendiscounter ihnen die Kundschaft wegnimmt. Kommt es zum Wettbewerb stehen womöglich auch traditionelle SB-Warenhäuser unter Druck, Preise zu drücken, um mit den Kaufland-Angeboten mithalten zu können.

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