Bedürfnisanstalt – so haben Sie Seide noch nie gesehen

Ausstellung Flatternde SeidenbilderPetra Schwab stellt in der Bedürfnisanstalt in Ottensen ihre Seidenarbeiten aus Foto: Petra Schwab

Petra Schwab stellt ihre Seidenarbeiten in großen, ungewöhnlichen Formaten und Techniken, in Ottensen in der „Bedürfnisanstalt“ aus.

Die Bedürfnisanstalt gehört zu den eher eigentümlichen Ausstellungslocations in Hamburg. Heuer ist bis zum 13. August 2016 die Künstlerin Petra Schwab mit ihren großen farbenfrohen Seidenformaten zu Gast in dieser kleinen Galerie.

Seide wird von Petra Schwab wie eine Leinwand genutzt. Sie hat Techniken entwickelt, wie sich ihre freie Malerei auf verschiedenen Seidenqualitäten realisieren lässt. Teils mit Gutta als Trennmittel zwischen Farbflächen oder nur mit präzise geführten sicheren Pinselstrichen bringt sie große Ausdrucksstärke in ihre Bilder. Dabei selten rein abstrakt, stets an Figürliches angelehnt. Unterstrichen wird die Wirkung durch die ungeheure Leuchtkraft und Intensität, die Farben auf Seide entfalten können.

Darauf muss man kommen

In der Ausstellung sind die großen Seidenbilder wie Vorhänge zum hin und her ziehen aufgehängt, damit Besucher die Möglichkeit haben, in dem winzigen Raum der Bedürfnisanstalt jedes der 15 Großformate nach Belieben zu betrachten. Es mag zwar nahezu absurd erscheinen, so viele bis zu 150 x 180 cm große Bilder in einem gerade einmal knapp 20 Quadratmeter großen Raum (!) zu zeigen, aber das Lässige, Spielerische der Hängung macht die gesamte Schau zu einem optischen Vergnügen.

Die diplomierte Textildesignerin, arbeitet seit vielen Jahren als Journalistin mit Schwerpunkt Design und hat sich in Szene einen sehr guten Namen gemacht. Dazu organisiert und kuratiert Petra Schwab Ausstellungen zum Thema Design und Esskultur. Einige ihrer Werke wurde bereits vor vielen Jahren die Ehre zuteil, in der Ausstellungsreihe KUNSTTREPPE des Hamburger Abendblatt (damals noch kuratiert von Paul Theodor Hoffmann) in dem Treppenhaus des Hamburger Hanse Viertels ausgestellt zu werden.

Die Bedürfnisanstalt

Die Bedürfnisanstalt liegt direkt an der Haltestelle Buslinien 1 und 250, in der Bleickenallee in Ottensen. Hier ist 1928 nach Entwürfen des Hamburger Architekten und Stadtplaners Gustav Oelsner eine Wartehalle mit unterirdischer Toilettenanlage entstanden. Viele Jahre ungenutzt, beschloss 2008 der Kulturausschuss in Hamburg den renovierten Bau als kleinen Kunst- und Kulturort zu etablieren. Ein kleines Team verwaltet den Raum und gibt Künstlern, Musikern und verschiedenen Kulturschaffenden die Möglichkeit, dort ihre Arbeiten zu präsentieren.

Petra Schwab Seidenarbeiten
verlängert bis 13. August 2016
Täglich geöffnet von 16.00 bis 20.00 Uhr
Bedürfnisanstalt
Bleickenallee 26a, 22763 Hamburg Ottensen
www.beduerfnisanstalt.de

 

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