Endlich fertig – die Elbphilharmonie und sehr sehr schön!

ElbphilharmonieZwei Hamburger Wahrzeichen im Dialog: Elbphilharmonie mit der Michaelis Kirche (Michel) Foto: ganz-hamburg.de

Was lange währt, wird endlich gut: Die Elbphilharmonie ist fertig und wurde am 11.01.2017 offiziell eröffnet und eingeweiht. Das Projekt wurde während seiner schier endlosen Bauzeit (gemeinsam mit dem ähnlich „erfolgreichen“ Bau des BER in Berlin) zum Gespött der Republik. Streit und Pfusch am und um den Bau kosteten den Steuerzahler astronomische Summen. Eine kleine Chronik.

Die endlose Geschichte

„Eine endlose Geschichte“ titelte die „Welt“ schon im Januar 2012 – und das ist jetzt auch schon wieder 5 Jahre her. Eine kurze Zusammenfassung der Stolpersteine auf dem langen Weg bis zur feierlichen Eröffnung:

Die Idee zum Bau der Konzerthalle kam kurz nach der Jahrtausendwende auf, 2001 wurde die Idee an den Hamburger Senat herangetragen, ein erster Entwurf der Elbphilharmonie wurde 2003 präsentiert. Die erste Kostenschätzung für den Bau belief sich auf 186 Millionen Euro, 77 Millionen davon aus der öffentlichen Hand – eine Menge Geld, sollte man meinen. Doch noch vor der Grundsteinlegung im Jahr 2007 wurde der Gesamtbetrag auf über 240 Millionen Euro nach oben korrigiert. Um den Zeitraum herum, für den ursprünglich die Eröffnung vorgesehen war (2010), stand von der Elbphilharmonie immerhin schon so viel, dass das Richtfest gefeiert werden konnte.

Das Problem: Die Koordination zwischen der Stadt als Bauherr, den Architekten und dem ausführenden Bauunternehmen funktionierte nicht, oft wurde aneinander vorbei – oder gar nicht – gearbeitet. Stattdessen wurde fleißig darum gestritten, wer denn was zu verantworten und zu zahlen habe. Denn es wurden haarsträubende Fehler beim Bau gemacht. Diese zu beheben, sprengte Zeitplan und Budget endgültig – die Gesamtkosten belaufen sich jetzt auf 866 Millionen Euro, 7 Jahre länger als geplant werkelte man am neuen Wahrzeichen der Hansestadt.

Kultiviert gestritten

Was für Außenstehende schwer nachvollziehbar scheint, ist allerdings kein Einzelfall. Schlechte Beratung, unerwartete Kostensteigerungen und Pfusch am Bau sind keine Seltenheit, vor der auch private Bauherren nicht gefeit sind. Im Zweifel lohnt es sich deswegen, rechtlichen Beistand zu suchen und die Erfolgsaussichten rechtlicher Schritte auszuloten – auch im Fall der Elbphilharmonie wurde fast ebenso viel Zeit im Gerichtssaal wie auf der Baustelle verbracht. Immerhin konnten die Streitigkeiten am Ende beseitigt werden. Außerdem kann sich das Resultat sehen – und bald ja auch hören lassen.

Wer sich aufgrund des Stresspotenzials keine eigene Elbphilharmonie in den Garten stellen möchte, kann sie sich auch anders nach Hause holen – und in alle Welt verschicken. Die offizielle Briefmarke zum Konzerthaus ist am 02.01. diesen Jahres erschienen und kostet erschwingliche 1,45 EUR. Zu Verzögerungen kommt es beim Kauf schlimmstenfalls in der Warteschlange bei der Post, aber auch das kann ja (zumindest gefühlt) einige Jahre lang dauern.

 

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