70 Jahre und noch immer fit – Hamburger Senat ehrt den Stern

Gruppenbild zum SenatsempfangSenatsempfang zum 70ten Geburtstag des Stern Siegmar Gabriel, Julia Jäckel,Peter Tschentscher, Christian Krug Foto: Philipp von Ditfurth/Stern

Senatsempfang im Rathaus mit Hamburgs Erstem Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher und dem ehemaligen Bundesminister Sigmar Gabriel zu Ehren des Stern

Der Stern ist sicherlich das bedeutendste deutsche Magazin. Als Print noch die Medienlandschaft beherrschte, hat der Stern den Blick der Deutschen auf die Welt mit seinen herausragenden Reportagen und exzellenten Fotostrecken geprägt.

Als Leitmedium wurden viele gesellschaftlichen Diskurse, wie die Aufhebung des §218, entscheidend mit angestoßen. Wer die Anzahl der publizistischen Erfolge zählen will, sollte schon ganz gut in Mathe sein. Selbst in der Kategorie journalistische Super-Gau (die Hitler-Tagebücher) ist der Stern unerreicht. Vieles kann man dem Hamburger Magazin vorwerfen, doch mittelmäßig ist es sehr selten. 

Der Stern war als publizistisches Flaggschiff immer ein Kind seiner Zeit. Wobei er unter seinem legendären Gründer und dem Chefredakteur Henri Nannen, es auch immer wieder schaffte, leicht und lebensfroh für Genuss zu stehen. Frühere Ausgaben des Sterns würden heute regelmäßig wahre Twitter- und Hashtag-Stürme entfesselt. Aber, dass waren andere Zeiten, da rauchte man noch in den Büros und trank vielleicht einmal einen Whisky in der Redaktionssitzung.

Das 70-jährige Bestehen wurde vom Hamburger Senat mit einem Senatsempfangs geehrt. Vor rund 350 Gästen aus Politik, Journalismus und Medienwirtschaft sprach Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher den Stern, der im Gruner + Jahr erscheint. Als Gastredner kam Sigmar Gabriel (MdB, Bundesminister a.D.) ins Rathaus.

„Der ‚Stern‘ hat die Entwicklung des Journalismus im Nachkriegsdeutschland entscheidend mitgeprägt. Sein Erfolg ist eng mit Hamburgs Aufstieg zur Medienmetropole verbunden. Die liberale und kritische Haltung des ‚Stern‘ passt gut zum weltoffenen und modernen Hamburg.“ so Dr. Peter Tschentscher

70 Jahre Stern - der Senatsempfang im Hamburger Rathau

Senatsempfang zum 70ten Geburtstag des Stern im Rathaus. Foto: Philipp von Ditfurth/Stern

Mit dem Festakt im großen Saal des Rathauses würdigte der Hamburger Senat die herausragende Rolle des Sterns und die Bedeutung, der er für Hamburg hat. Das Wochenmagazin wird seit seiner Gründung im August 1948 in Hamburg produziert und erreichte zu Spitzenzeiten eine Millionenauflage.

So wie Montag der Spiegel-Tag war, war der Donnerstag der Stern-Tag. Teil der DNA des Sterns war auch immer ausgeprägte Meinungsfreude und ein klarer Standpunkt. Neben dem Schwerpunkt Fotografie, alle bedeutenden Fotografen haben im Stern veröffentlicht, sind es insbesondere die investigativen und gesellschaftskritischen Leistungen des Stern, die Deutschland mit geprägt haben.

„Es gab selten einen Moment, in dem Demokratie und Journalismus einander so gebraucht haben wie jetzt, da die Meinungsfreiheit vielfältig herausgefordert wird. Der ‚Stern‘ steht, wie schon in den vergangenen 70 Jahren, weiterhin für unabhängigen, unbestechlichen Journalismus in der Bundesrepublik Deutschland. Für Gruner + Jahr ist und bleibt er eine Herzensangelegenheit.“ so Julia Jäkel, die heute die Geschicke des Verlagshauses leitet.

70 Jahre Stern - der Senatsempfang im Hamburger Rathau

Siegmar Gabriel spricht im Hamburger Rathaus Foto: Philipp von Ditfurth/Stern

Siegmar Gabriel gab in seiner Ansprache eine persönliche Liebeserklärung. Als Rhetoriker ist er schon ein Leuchtturm in der SPD. Schließlich pflegte er stets gute Kontakte zur Stern-Redaktion. Seinen Verzicht auf die Kanzleikanditdatur und den SPD-Parteivorsitz hatte er via Stern-Interviews verkündet. Schon in jungen Jahren haben, dank des Sterns, Bravo und Praline einen Leser im Harz verloren. Gut, dass ein Siegmar Gabriel  einen Bravo-Starschnitt von Suzi Quatro zusammenklebt, ist auch wirklich schwer vorstellbar. Wobei, Jugendsünden sind etwas sympathisches. 

Auf jeden Fall, der Stern und Gruner + Jahr konzentrieren ihre Aktivitäten in Hamburg. Anders als der Springer Verlag, der seinem Gründungsstandort und langjährigen Hauptsitz gezielt ade gesagt hat und jetzt in Berlin, einer Stadt – die zu Venezuela-Vergleichen animiert, residiert.

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