Adieu und farewell, Käpt‘n Helmut…

Helmut Schwalbach Journalist, Kapitän, KollegeDer Hamburger Journalist und Kapitän Helmut Schwalbach Foto: KjM Buchverlag

Nachruf auf einen lieben und geschätzten Kollegen, den wir sehr vermissen werden.

von Angelika Fischer
Helmut Schwalbach war vieles: Seemann mit Kapitänspatent, studierter Germanist, Journalist, Fotograf, Buchautor (Willkommen in Hamburg – KJM Verlag), Elbvorortler… Vor allem aber war er eines: ein außergewöhnlich netter, liebenswürdiger Mensch und Kollege!

Anfang Mai wäre er 72 Jahre alt geworden, was man ihm nicht ansah. Schlank und sportlich fit wie er war, ging er glatt für zehn Jahre jünger (wenn nicht sogar etwas mehr) durch…

Helmut Schwalbach: Hier ein Winken, dort ein Küsschen erschienen im KJM Verlag, Hamburg

Bei welchem Presse-Event auch immer man ihn traf, stets kam er braungebrannt, strahlend und gern auch mal – dem Verkehr auf der Elbchaussee geschuldet – etwas verspätet an. Grundsätzlich und unabhängig vom Wetter, fuhr er mit dem Fahrrad, und manchmal steckten die Klemmen noch unten an seiner Hose…

Sobald aber die Temperaturen sich im zweistelligen Plusbereich bewegten, trug er kurze Hosen und freute sich, wenn er wegen seiner makellos gut aussehenden, durchtrainierten Beine Komplimente erhielt… besonders natürlich, wenn diese Komplimente von jüngeren Damen kamen!

Von Rügen in die Hansestadt

Geboren und aufgewachsen auf der Insel Rügen, wollte er eigentlich nach Schweden auswandern. Stattdessen kam er zu Besuch nach Hamburg und ist dann hier „hängen geblieben“. Als Reporter und Fotograf war er zunächst beim „Elbvororte Wochenblatt“ tätig und wechselte dann zum „Blankeneser Klönschnack“. Den schönen und genussreichen Seiten des Lebens zugetan, traf man ihn auf zahlreichen Events mit Hamburger Promis der A, B, C und „Weiter-darunter-Klasse“.

Allmonatlich hat er dann eine oder einen davon ausführlich für den „Klönschnack“ interviewt, und immer gelang es ihm, dank geschickter, einfühlsamer Fragen auch einem intellektuell eher schlicht gestrickten Gesprächspartner noch etwas zu entlocken, das irgendwie klug und wichtig klang…

Auf die Frage, warum er denn ein Leben als „rasender Reporter“ dem eines „Traumschiff-Kapitäns“ vorziehe, antwortete er einmal , dass er es im Journalismus mit den interessanteren Menschen und Kollegen zu tun habe. Der Alltag auf einem Containerriesen sei – von Ausnahmesituationen einmal abgesehen – doch wenig abwechslungsreich und eher Routine. Und als Kapitän eines so genannten „Musikdampfers“ werde man in der Seefahrt unter Kollegen nicht für voll genommen und als „Salonlöwe in Uniform“ belächelt.

Impressionen aus dem Zum Seeteufel
Zum Seeteufel – Hier konnte man Helmut Schwalbach bisweilen treffen. © ganz-hamburg.de

Der Seefahrt innerlich treu geblieben ist Helmut trotzdem – nicht zuletzt durch die Wahl seiner Stammkneipe: Der „Seeteufel“ ganz am Beginn der Elbchaussee ist bis unter die Decke vollgestopft mit maritimen Raritäten aus der Abteilung Kunst, Kitsch und Trödel… Und als Galionsfigur hinter dem Tresen thront Wirtin Evi, die ebenso wie Helmut von der Insel Rügen stammt. Nun ist Helmut Schwalbach also auf seine letzte große Fahrt gegangen… Für alle, die ihn kannten und schätzten, unfassbar und viel zu früh!

Mensch Helmut, Du wirst vielen fehlen. Wenn dieses Corona-Gedöns endlich einmal vorbei ist, dann werden auf Dich anstoßen und nach oben schauen!

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