Nicht traurig sein: Ausgebechert heißt es für den Plastik-Einwegbecher auf St. Pauli

Gruppenaufnahme Präsentation Pfandbecher-System im Astra Brauhaus St. PauliPräsentation Astra Mehrweg Pfandbecher u.a. mit Oliva Jones,, Julia Staron, Falko Droßmann, Andy Grote Foto: Brauerei

Sehr lobenswert: St. Pauli testet ein Pfandbecher-System mit kultigen Kiezmotiven und will damit die Müllflut eindämmen.

Gut, St. Pauli war noch nie ein idyllisches aufgeräumtes, gut bürgerliches und ruhiges Stadtviertel. Doch wie es aktuell ist, kann es nicht bleiben. Am Wochenende ertrinkt St. Pauli fast im Müll. Rund um die Reeperbahn sind die Wochenende stets Großkampftage für die Hamburger Stadtreinigung. Die Müllberge müssen abgetragen und entsorgt werden.

Ein Blick reicht, darunter sind sehr auch viele Wegwerfbecher aus Plastik. Denn durch das sinnvolle Glasflaschenverbot im Außenbereich, werden Getränke in Plastikbechern verkauft und konsumiert. Die Müllberge sind nicht nur unschön, sie sind auch Ressourcenverschwendung und die Allgemeinheit bezahlt es auch durch höhere Stadtreinigungsgebühren.

Kultbecher zeigen dem Plastikmüll die Rote Karte

Dass, was es bei Coffee to go Bechern schon gibt, führen jetzt auch die Astra St.Pauli Brauerei, die IG St.Pauli und die Klimapatenschaft ein. Gemeinsam starten sie auf dem Kiez ein nachhaltiges Becher-Pfandsystem.

Zusammen mit Andy Grote (Innensenator), Falko Droßmann (Bezirksamtsleiter Mitte ) und der Kiezikone Olivia Jones wurde jetzt der Startschuss für eine halbjährige Testphase gegeben.

Ziemliche klare Sache, dass die Pfandbecher auch optisch was hermachen. Nicht weniger als drei St. Pauli Kiezgrößen geben sich die Ehre. Domenica, Oliva Jones und Hans Albers, gestaltet vom Hamburger Künstler Uli Pforr schmücken die neuen Pfandbecher, die sicher auch ihre Sammler finden werden. Das erfreut durchaus auch das Auge des Kiezbesuchers.

»Das ich mal in einer Reihe mit Domenica und Hans Albers auftauche, hätte man sich vor 80 Jahren nicht träumen lassen. Ich hoffe nur, dass sich keiner erschreckt, wenn er mir beim Trinken tief in die Augen schaut. Aber besondere Zeiten erfordern nun mal besondere Maßnahmen. Alle reden über Klima- und Umweltschutz… wir tun jetzt was – zusammen mit unseren Gästen. 30.000 Pfandbecher sparen auf St. Pauli 30 Millionen Einwegbecher. So ein Pfandbecher ist ein kleiner Schritt für einen Gast, aber ein großer für St. Pauli, das Klima und die Umwelt. Wir zählen mit unseren Kieztouren, Bars und Clubs zu den Pionieren und hoffen, dass viele andere nachziehen. Mit Pfandbechern macht Feiern jetzt noch mehr Spaß.« 

Oliva Jones , gegenüber ganz-hamburg.de

So funktioniert das Pfandbecher-System

Die teilnehmenden Gastronomiebetriebe schenken im Außenbereich Getränke in einem stabilen 0,4l Mehrwegbecher aus Polypropylen aus. Die Becher können weit über hundertmal gespült und wiederverwendet werden. Gleichzeitig sind sie splitterfrei und genügen natürlich allen lebensmittelrechtlichen und Hygiene-Vorschriften. Wenn die Becher ihren Job gemacht haben, sind sie zu 100% recycelbar.

Die Mehrweg-Becher haben einen Pfandwert von einem Euro und können in allen teilnehmenden Lokalen wieder zurückgegeben werden. Ein Aktionsaufkleber und Plakate machen die teilnehmenden Betriebe sichtbar.

Partner der ersten Stunde sind u.a. das Sankt Pauli Museum, Olivia Jones mit Bars, Clubs und Kieztouren, das kukuun, der SC Hansa von 1911 e.V..

Pro ausgegebenem Pfandbecher gehen 10 Cent als Spende an ein Projekt, das gemeinsam mit den Machern der Hamburger Aktion „Pfand gehört daneben“ ausgesucht wird.

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