Danke, dass ich jetzt euer Ehren-Rock‘n‘Roller bin!

Udo Lindenberg im Hamburger Rathaus zusammen mit Dr. Peter Tschentscher und EhrenbürgerurkundeUdo Lindenberg zusammen mit Dr. Peter Tschentscher und der Ehrenbürgerurkunde © Senatskanzlei

Hamburgische Bürgerschaft verlieh Udo Lindenberg die höchste Auszeichnung der Hansestadt.

„Mit großer Mehrheit“, so Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit, habe die Hamburgische Bürgerschaft dafür gestimmt, Sänger und Musiker Udo Lindenberg die Ehrenbürgerwürde zu verleihen. Lediglich die AfD habe dagegen gestimmt, aber das sei ja irgendwie auch schon wieder eine Art von Ehre, so der diesbezügliche Kommentar von Theaterchef Corny Littmann in seiner anschließenden Laudatio. Panik-Rocker Udo jedenfalls nahm die Ehrung sichtbar gerührt und bewegt entgegen. 

Wie  gewohnt ausgestattet mit Hut, Sonnenbrille und Nietengürtel, saß er beim Festakt im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses in der ersten Reihe vor rund 350 geladenen Gästen. Wie er betonte, habe er schon bei seinem ersten Hamburg-Besuch am 13. Dezember 1968 gewusst, dass er in diese Stadt gehöre. Hamburg sei alles, was er immer gesucht habe: Große Freiheit, große Toleranz und reichlich Rock’n’Roll. „Hamburg ist meine Start- und Landebahn, mein  persönliches Eldorado“, so Lindenberg. „Dass diese geile, knallbunte Musik- und Kulturstadt mich jetzt zu ihrem Ehren-Paniker macht, ist natürlich ein absoluter Hammer und eine Riesenehre. Danke, dass ich jetzt euer Ehren-Rock’n’Roller bin!”

Natürlich gab‘s bei dem Festakt auch reichlich Musik. Gemeinsam mit dem Schulchor „Gospel Train Hamburg“ sang er – wie er sagte, aus leider aktuell gegebenem Anlass –  sein Lied „Wozu sind Kriege da”. Auch Jan Delay und Johannes Oerding begleiteten den Festakt musikalisch.  Seit nunmehr 60 Jahren ist  Udo Lindenberg unterwegs im Showgeschäft.

Udo Lindenberg im Hotel Atlantic
Udo Lindenberg lebt seit Jahren im Hotel Atlantic (c) Angelika Fischer

Am 17. Mai 1946 in Gronau/ Nordrhein-Westfalen geboren, lebt er seit Ende der 1960er  Jahre  in Hamburg, seit den 1990er Jahren in einer Suite im Hotel Atlantic an der Außenalster. Ab Anfang der 1970er Jahre hat er als Sänger die Rockmusik mit deutschen Texten revolutioniert und eine einzigartige Karriere gestartet.

Er schrieb zahlreiche Hits, darunter mit „Sonderzug nach Pankow” auch die „heimliche Nationalhymne“ der damaligen DDR. Abgesehen von seinen musikalischen Leistungen würdigte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher Lindenbergs Bemühen um die innerdeutsche Verständigung und sein Engagement gegen  Gewalt, Rechtsextremismus und Diskriminierung: „Er ist Botschafter für Toleranz, Frieden und Freiheit. Mit anderen Worten: Udo Lindenberg ist Hanseat, nicht von Geburt, aber aus Überzeugung.” 

Udo Lindenberg ist der 37. Ehrenbürger Hamburgs – und erst der zweite Musiker nach Johannes  Brahms, dem diese Ehre zuteil wurde. „Ich der erste nach Johannes Brahms – da kriege ich schon weiche Knie“, gab Udo zu. „Aber wenn wir uns begegnet wären, hätten wir sicher was Tolles zusammen gemacht…!“

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