Darboven IDEE-Förderpreis 2015 – ausgezeichnete Unternehmerinnen

Darboven IDEE-FörderpreisDie Preisträgerinnen des Darboven IDEE-Förderpreis 2015 Foto: ganz-hamburg.de

Der Darboven IDEE-Förderpreis 2015 für die innovativste Gründungsidee von Frauen wurde  in Hamburg im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung im Grand Elysée bekannt gegeben. Die Preisträgerinnen 2015 sind Dr. Jelena Stojadinovic von der MEMBRASENZ GmbH, Julia Römer von dem Projekt Coolar und Sandra Herbst von HygieneApp GmbH. Drei Preisträgerinnen, die dem MINT-Bereich zuzuordnen sind, zeigen Frauen können ganz klar Technik!

Dr. Jelena Stojadinovic von MEMBRASENZ: Wasserstoff günstiger und sicherer erzeugen

Der erste Preis über 50.000 Euro geht Dr. Jelena Stojadinovic (Jg. 1974). Sie forscht im Bereich der Wasserstoff-Membran Technik. Die MEMBRASENZ hat einen innovativen Gas-Separator entwickelt. Verkürzt ausgedrückt, eine Membran sorgt dafür, dass bei der Elektrolyse die Trennung der Gase (Wasserstoff und Sauerstoff) in hoher Reinheit sichergestellt werden. Das macht die Herstellung von Wasserstoff preiswerter und sicherer, wenn die Membran großtechnisch angewendet werden kann. Die Herstellungskosten für Membrame werden voraussichtlich sehr günstig sein.
Jelena Stojadinovic hat zwei Masterstudiengänge mit den Schwerpunkten Energie- und Verfahrenstechnik sowie Tribologie (Reibungslehre) an der Universität Kragujevac (Serbien) absolviert und an Eidgenössischen Technischen Hochschule (EPFL) in Lausanne promoviert.

Julia Römer von Coolar: Die Sonne als Kühlschrank

Der zweite Preis (10.000 Euro) geht an Julia Römer (Jg. 1985), die bis 2014 Wirtschaftsingenieurwesen an der TU Berlin studiert hat. Julia Römer ist die Initiatorin des Projektes Coolar (Cooling based on solar). Für Ende 2015 ist die Firmengründung von Coolar geplant.

Coolar hat ein patentiertes Adsorptionskältesystem, bei dem in Verbindung mit einem nanoporösem Silicagel und destilliertem Wasser aus Niedrigtemperaturwärme die Energie für kompakte Kühlsysteme gewonnen wird. Mit Wärme jeglicher Art (Solarthermie, Abwärme, Kraft-Wärme-Kopplung, Geothermie) können Kühlschränken ohne Kühl- und Schmiermittel betreiben werden. Ein Coolar Kühlschrankt braucht kein Strom oder Gas. Der Nutzen liegt auf der Hand, in Regionen ohne stabile Strom- und Energieversorung, in Katastrophengebieten oder in entlegenen Landstrichen können Kühlschränke und andere Kühleinrichtungen einfach betrieben werden. Nach der Zertifizierung durch die Weltgesundheitsorganisation, ist im Jahr 2016 der Vertrieb von Medizinkühlschränken an Entwicklungsorganisationen wie z.B. Ärzte ohne Grenzen geplant.

Sandra Herbst von HygieneApp: Macht Hygiene einfacher

Der dritte Preis (5.000 Euro) geht an Sandra Herbst (Jg. 1974). Seit mehr als 20 Jahren ist die gelernte Steuerfachgehilfin in der Lebensmittelindustrie tätig. Als Frau aus der Praxis kennt sie das Unternehmertum aus dem FF: ob als Bäckerfrau in einem mittelständischen Filialbetrieb, mit Erfahrungen in der Finanzbuchhaltung und dem Personalwesen sowie Unternehmertum als Gründerin eines Softwarehauses.

Ihre Idee ist eine HygieneApp ist eine Software die das (schwierige) Hygiene-Management in Lebensmittelbetrieben mit Hilfe von Tablets ermöglicht. Der administrative und logistischer vermindert sich und eine „Zettelwirtschaft“ ist nicht mehr notwendig. So können die strengen gesetzlichen Hygienevorschriften besser von den Mitarbeitern eingehalten und dokumentiert werden. Über 45.000 Betriebe wie Bäckereien, Fleischereien oder die Gastronomie können davon profitieren. Ein toller Markt und ein nützliches Produkt!

Der Darboven IDEE-Förderpreis 

Die Jury hatte aus insgesamt 215 eingereichten Konzepten fünf Finalistinnen nach Hamburg eingeladen, damit sie ihre Gründungsidee persönlich vorzustellen können. Die entscheidenden Kriterien für die Verleihung des Förderpreises sind klar definiert. Im Vordergrund steht der Neuigkeitsgrad der Geschäftsidee, der bereits erzielte bzw. zu erwartende unternehmerische Erfolg, das persönliche Engagement der Gründerin und die Anzahl der geschaffenen bzw. zu erwartenden neuen Arbeitsplätze.

Schon im Finale des Darboven IDEE-Förderpreis zu sein  ist ein Ritterschlag für die Bewerberinnen. Ausgewählt wurden die Preisträgerinnen durch eine hochkarätige Jury unter dem Vorsitz von Dr. Henning Voscherau (früherer Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg). Die weiteren Jurymitglieder sind: Prof. Dr. Rolf Eggert, Dr. Willi Hausmann, Dr. Necla Kelek, Norbert Leopoldseder, Dr. Anita Plantikow sowie die Preisträgerinnen 2013, Nadine Antic und Seda Erkus, GlobalFlow GmbH.

Ergänzend wurde ein Finalplatz durch ein Publikumsvoting in Zusammenarbeit mit brigitte.de vergeben. Hier standen neun Bewerbungen zur Abstimmung und die Gewinnerin ist Frau Anna Yona mit ihren Wildling Shoes, einer ganz neuen Generation von Kinderschuhen.  Auch Sie erhielt die Gelegenheit sich als fünfte Finalistin sich und ihre Idee zu präsentieren. Nach einer intensiven Diskussion wurden durch die Jury die neuen Preisträgerinnen einstimmig festgelegt.

Der Darboven IDEE-Förderpreis wird seit 1997 und hat sich zur renommiertesten Auszeichnung für Frauen mit Erfolg versprechenden Business-Konzepten und wegweisenden Geschäftsideen entwickelt.

„Ich bin überzeugt davon, dass wir mutige Frauen brauchen, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen und die bereit sind, ein unternehmerisches Risiko zu übernehmen. … Und ich gebe den Medien und der Gesellschaft Recht, wir brauchen mehr weibliche Vorbilder, wir brauchen mehr gemischte Teams und mehr Frauen in verantwortungsvollen Positionen.“, so Albert Darboven, Inhaber und Geschäftsführer des Hamburger Traditionsunternehmens J.J. Darboven anlässlich seiner Rede bei der diesjährigen Preisverleihung

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