Der Countdown läuft – Ganz Hamburg wartet auf die Elbphilharmonie

Knut Terjung trifft…""Knut Terjung trifft…" Christoph Lieben-Seutter mit Knut Terjung (vl) Foto: Cetin Yaman

Der Intendant der Elbphilharmonie Christoph Lieben-Seutter im Gespräch mit Knut Terjung in der St. Nikolai Kirche

„Knut Terjung trifft…“ so lautet eine interessante Gesprächsreihe in der St. Nikolaikirche in Hamburg Eppendorf. Sie fand nun zum zehnten Mal statt, Gast war Christoph Lieben-Seutter. Als Generalintendant der Elbphilharmonie hat er es seit seiner Ankunft in der Hansestadt 2007 nicht leicht gehabt. Die Kosten des Bauwerks haben sich seit den anfänglichen Kalkulationen verzehnfacht und die Fertigstellung um acht Jahre verzögert. Terjung, ehemaliger Leiter des ZDF-Inlandstudios Hamburg, plauderte mit dem Elbphilharmonie-Chef über die bisherige Entwicklung der zweitbekanntesten Baustelle Deutschlands Weiterhin stellte er Fragen über Persönliches und die Zukunft der Laeiszhalle nach der Eröffnung der neuen Konzerthalle.

Über „Knut Terjung trifft…“

Ursprünglich hieß die Veranstaltung „Auf der Empore“, weil sie auch genau dort stattfand, doch da diese nur rund 100 Besucher aufnehmen kann, wurde sie aufgrund der stets großen Nachfrage in den unteren großen Hauptkirchensaal verlegt. Auch beim Besuch von Lieben-Seutter durfte man sich über zahlreiche Gäste, weit über 100, freuen. Terjung legte einen witzigen Start hin, indem er an den Generalintendanten gleich die beiden meist gestellten Fragen richtete:

„Nummer 1: Bleibt es bei dem Fertigstellungstermin Januar 2017? Und Nummer 2: gibt es noch Karten für die Eröffnung?“.

Die Antworten lauteten: „Nach dem Stand der Dinge jetzt: ja, bleibt dabei. Und mit Karten sieht es ganz schlecht aus. Es werden Gäste aus der ganzen Welt erwartet und 2.000 Einladungen haben wir schon verschickt“, so Lieben-Seutter.

Seit acht Jahren ist der Wiener mittlerweile Generalintendant von Elbphilharmonie und Laeiszhalle, es gab gleich zu Beginn seiner Tätikeit einen Moment wo er das Handtuch werfen wollte, wie er erzählte. „Aber letztendlich konnte ich das Projekt nicht im Stich lassen“. Auf die kluge Frage von Terjung, ob denn die Elbphilharmonie bei einer ähnlichen Volksbefragung wie zu den Olympischen Spielen diese überlebt hätte, musste der „Elbphi“-Chef zugeben, dass dies vor drei Jahren, als die Krise um die Kosten und Bauzeit einen negativen Höhepunkt erreicht hatte, schon zweifelhaft gewesen wäre. Doch nun würde sich eine überwältigende Mehrheit der Bürger auf ihr neues Wahrzeichen freuen.

Hamburg und Kultur

Nicht unerwähnt blieb ein Zitat des Österreichers über den Stellenwert der Kultur in der Hansestadt. „In Hamburg kann man wunderbar wochenlang schöne Abende erleben, ohne dabei über Kultur zu sprechen“, wird Lieben-Seutter zugeschrieben. Er verneinte diese Aussage nicht, meinte aber, dass dies eine scherzhafte Übertreibung gewesen sei, im Übrigen möge er den Menschenschlag im Norden sehr gern. Die Laeiszhalle wird auch weiterhin eine wichtige Funktion im Kulturleben der Stadt ausüben, das werde garantiert. Die Musik beschrieb Lieben-Seutter als etwas Existenzielles für ihn: „Es hat mich für die Bedeutung von Lebensmitteln, die ich täglich in hoher Dosis benötige“.

Das ganz-hamburg.de Fazit

Keine neuen Erkenntnisse, aber ein netter Abend, dem man gerne beigewohnt hat. Überraschenderweise erwies sich im Gespräch der gebürtige Wuppertaler Terjung wienerischer als der aus der österreichischen Hauptstadt stammende Lieben-Seutter. Eloquenter, zuvorkommender und höflicher als der teils etwas spröde und der hauptsächlich bei privaten Fragen leicht pikierte Elbphilharmonie-Chef führte er in lockerer Weise die Unterhaltung.

Beim nächsten Termin in der Reihe „Knut Terjung trifft…“ ist Benjamin Adrion von „Viva con Agua de Sankt Pauli“ am Montag, den 7. November 2016 zu Gast in St. Nikolai

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