Der Grasbrook soll zum Hamburger Vorzeigestadtteil werden

Perspektiventwurf von Hamburg GrasbrookHamburg Grasbrook Quelle: Herzog de Meuron und Vogt

So wird der Grasbrook: Ein zentraler Park und grüne Promenaden am Wasser

Noch ist der Grasbrook auf der Südseite der Norderelbe gegenüber der HafenCity ein Lost Place, der das südliche Ende des Hamburger Hafens markiert. Ein abgeschottetes und sich weitgehend selbst überlassenes Gebiet mit vielen funktionslos gewordenen Gewerbegebäuden, wie dem Hamburger Überseezentrum, und kaum noch genutzten Hafenbecken. Direkt daneben liegt das Hamburger Schmuddelkind, die Veddel, die auch kräftige Entwicklungsimpulse bekommen soll.

Grasbrook in Hamburg - Archtitekenplanung
Blick auf den Grasbrook in Richtung Elbbrücken Quelle: Herzog de Meuron und Vogt

Das Projekt Grasbrook

Im Zuge des Sprungs über die Elbe kommen dem Grasbrook wichtige Funktionen zu. Hier sollen mit rund 3.000 Wohnungen dringend benötigter Wohnraum für Baugemeinschaften, Genossenschaften, in Miete und Eigentum geschaffen werden. Ein Drittel der Wohnungen wird dabei öffentlich gefördert.

Dazu kommen ca. 16.000 Arbeitsplätze für Forschung sowie Gewerbe und eine soziale Infrastruktur aus Kindergärten, Grundschulen, Sport, Kultur und Nahversorgung. Ein prägendes Merkmal des Stadtviertels sollen Grünflächen mit einem zentralen Park und Promenaden am Wasser in bester Hamburger Parkqualität sein.

Der Entwurf des Lageplans Hamburg Grasbrook
Lageplan des neuen Stadtteils Hamburg Grasbrook Quelle: Herzog de Meuron und Vogt

Das neue Quartier wird sich in drei Zonen aufteilen. Das direkt an der Elbe gelegene Moldauhafenquartier im nördlichen Teil wird Wohnviertel. Im Freihafenelbquartier wird Arbeit und Wohnen gemischt. Das Hafentorquartier wird von Gewerbe und Forschungseinrichtungen geprägt sein. Von Anfang an soll auf einen verbesserten Zugang zum öffentlichen Nahverkehr geachtet werden.

Sage da noch einer, dass die Politik nicht lernfähig ist. Der Osdorfer Born oder Steilshoop warten heute immer noch auf einen Schnellbahnanschluss. Tja, wer in den sozialen Wohnungsbauprojekten der SPD-Senats aus den 1970er Jahren wohnt, hat eben Pech gehabt und darf sich in überfüllte HVV-Busse quetschen und sich Belehrungen von ADFC, Nabu und den Grünen anhören…

Jetzt steht der Siegerentwurf fest

Am Freitag, den 4. März 2020, wurde unter den drei Finalisten von der Fachjury der Gewinner ausgewählt. Den Ideenwettbewerb hat das Team Herzog und de Meuron und Vogt Landschaftsarchitekten (HVM) gewonnen und wird die städtebauliche freiraumplanerische Planung übernehmen. Auch wenn der Corona Shutdown im Moment Hamburg auf Sparflamme setzt, die ersten hochbaulichen Maßnahmen sollen in drei Jahren beginnen.

Das geplante Glasdach im Grasbrook Park
So soll der Park mit Glasdach im Stadtteil Grasbrook einmal aussehen
Quelle: Herzog de Meuron und Vogt

Ein großer Park mit spektakulärem Dach

Der Entwurf von HVM gibt dem Grasbrook eine klare städtebauliche Struktur. Das Zentrum wird ein großer Park mit einer spektakulären Dachkonstruktion. An den Flanken des Stadtteils sind neue und ungewöhnliche Lagen für Wohnen und Arbeiten geplant. Mit einer neuen Brücke wird das bisher isoliert liegende Veddel an den Grasbrook angeschlossen und rückt so insgesamt auch näher an die City heran.

„Mit dem prämierten Entwurf des Teams Herzog & den Meuron und Günter Vogt Landschaftsarchitekten hat die Stadt einen überzeugenden, räumlichen Fahrplan‘ bekommen, der den Sprung über die Elbe jetzt konkret und anschaulich macht.“

Franz-Josef Höing (Hamburgs Oberbaudirektor)

Ein Hamburger Vorzeigeprojekt

Die Planer und politischen Entscheider sind überzeugt, dass der Grasbrook zu einem Hamburger Vorzeigeprojekt wird. Eines ist sicher, im Vergleich zu Berlin, das Projekte stets sehr vollmundig angekündigt, aber dann in der Realisierung versanden lässt, wird in Hamburg konkret und handfest umgesetzt. Zusammen mit der HafenCity sind das die größten Veränderungen der Stadtlandschaft seit Freihafenbau bzw. den Zerstörungen im II. Weltkrieg. Im nächsten Schritt wird ein Funktionsplan entwickelt. Auf ihm fußen dann die folgenden Flächennutzungs- und Bebauungspläne.

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