Der Wohldorfer Wald reicht nicht aus

Blick in ein Waldstück in Hamburg OhlstedtIm Wohldorfer Wald © ganz-hamburg.de

Der rot-grüne Senat hat sich für einen Naturerhalt im Wohldorfer Wald und gegen den weiteren Wohnungsbau ausgesprochen.

Nach deutlichem Widerstand aus der Bevölkerung hat sich der Hamburger Senat gegen den Wohnungsbau im Wohldorfer Wald entschieden. Man möchte sich nach Erklärung der Politiker vielmehr für den Naturerhalt in dem Gebiet aussprechen. Wie genau der Naturerhalt aussehen soll und welche Maßnahmen hierfür ergriffen werden, ist aber weiter offen. Wie von Seiten des Senats bekannt gegeben wurde, soll 2020 ein genaues Roadmap vorgelegt werden. Ob dieses aber tatsächlich zum erhofften Naturschutzgebiet führt, ist fraglich.

Streit um Naturerhalt dauert 35 Jahre an

In Hamburg ist der Streit um den Naturerhalt nicht neu. Schon seit 35 Jahren geraten Bevölkerung und Senat hier immer wieder aneinander. Vor allem die zuletzt bekannt gewordenen Pläne zum Wohnungsbau stießen auf massive Kritik.

Ein Orientierungsschild für Ohlstedt
Hinweisschild auf den Wohldorfer Wald © ganz-hamburg.de

Im Rahmen einer Bürgerversammlung, die in Wohldorf-Ohlstedt stattfand, wurde von Seiten der Grünen-Bürgerschaftsabgeordneten noch einmal deutlich gemacht, dass man von den zuständigen Behörden einen genauen Fahrplan verlange. Demnach soll genau mitgeteilt werden, wann die einzelnen Maßnahmen erfolgen, um die Naturflächen in dem Gebiet zu bewahren.

Auf positive Resonanz stießen die Forderungen dabei auch bei Politikern von anderen Seiten. So erklärte der CDU-Politiker Dennis Thering, dass man nun endlich an einem Punkt angekommen sei, an dem die beteiligten Seiten auch die Differenzen aus den vergangenen Jahren beilegen könnten. Demnach müsse es das oberste Ziel sein, einen gemeinsamen Nenner für den Naturschutz zu finden. Dabei ist der Wohldorfer Wald längst nicht das einzige Gebiet, bei dem die Pläne des Wohnungsbaus und der Naturschutz immer wieder aneinander geraten.

Bebauungspläne können vor Gericht nicht bestehen

In Wohldorf-Ohlstedt konnten sich mittlerweile bereits zwei Bebauungspläne nicht vor Gericht durchsetzen. Der Letzte wurde erst im April 2019 von dem Oberverwaltungsgericht gekippt.

So erklärten die Richter mit Blick auf die Pläne zum Bebauungsvorhaben, dass hier wichtige Untersuchungen zum Artenschutz fehlen. Ursprünglich hatte der Senat vor, in diesen Gefilden Hamburgs insgesamt 200 neue Wohnungen entstehen zu lassen, Wohnraum, den die Stadt eigentlich braucht.

Darüber hinaus war den Richtern nicht ausreichend schlüssig, warum gerade die für die Natur so bedeutenden Flächen für den Wohnungsbau genutzt werden sollen. In Hamburg gerät das Gebiet im Wohldorfer Wald regelmäßig in den Fokus der Bebauungsvorhaben und soll für die Gewinnung von neuem Wohnraum genutzt werden. Schon 1990 wurden entsprechende Pläne bekannt. Falk-Stadtpläne aus den 1980er Jahren zeigten bereits ein Quartier mit Straßen, dass zum Glück nie realisiert wurde.

Flächen sollen zum Sondervermögen Naturschutz übergehen

Auch 1990 waren es Naturschützer, die die Bebauung verhinderten. Nun sollen die Flächen im besten Fall an das Sondervermögen Naturschutz fallen. Hamburg ist kein Einzelfall. Deutschlandweit gibt es immer wieder Kritik an geplanten Rodungen von Wäldern, durch die neben Platz für neuen Wohnraum, Windernergieanlagen vor allem Bauholz geerntet wird.

“Bauholz ist aufgrund des weiter florierenden Bauwesens deutschlandweit gefragt. Dabei kommt nur bestimmtes Holz dafür infrage.”   

Erklärt Emma Müller von saegebibel.de

In Deutschland geerntetes Bauholz wird sowohl auf dem nationalen als auch auf dem internationalen Markt angeboten. Gerade dunkle Hölzer gelten seit wenigen Jahren als besonders beliebt.

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