Dirk Roßmann beim VdU zu Gast

Dirk Rossmann Kristina Tröger im Hotel VierjahreszeitenDirk Rossmann und Kristina Tröger Foto: Claudia Schulz

90 Unternehmerinnen und ein Drogeriekönig – Dirk Roßmann plaudert beim VdU-Treffen aus dem Nähkästchen

von Claudia Schulz
Eines der ältesten Frauennetzwerke Deutschlands ist der Verband Deutscher Unternehmerinnen (VdU), der bereits 1954 gegründet wurde. Die ausschließlich weiblichen Mitglieder profitieren von der Vernetzung untereinander, pflegen den persönlichen Austausch und laden zu ihren monatlichen Treffen hochkarätige Persönlichkeiten – auch Männer – als Referenten ein, die bei ihren Vorträgen gerne aus dem Nähkästchen plaudern. So kamen in der vergangenen Woche 90 Unternehmerinnen und einige männliche Gäste auf Einladung von Kristina Tröger, Landesvorsitzende Verband deutscher Unternehmerinnen, VdU, ins Hotel „Fairmont Vier Jahreszeiten„, um Gastredner Dirk Roßmann, Gründer und Geschäftsführer der inhabergeführten Drogeriemarktkette Rossmann, zu hören und mit ihm zu diskutieren.

„Unsere Mitglieder können von solchen Vorträgen enorm profitieren. Der Blick auf die Geschichte von Rossmann zum Beispiel zeigt, wie vielschichtig ein Unternehmer denken muss, um Klippen erfolgreich zu umschiffen. Wir lernen daraus, kreativer und branchenübergreifend zu denken“, sagt Kristina Tröger.

VdU Treffen Hamburg

Dr. Dominique Wolf und Andrea Brodtmann Foto: Ulrich Tröger

Dirk Roßmann

Launig und sehr persönlich sprach der Geschäftsführer der Drogeriemarktkette Rossmann über Erfolge, Rückschläge und Durchhaltevermögen. 1972 eröffnete Dirk Roßmann den ersten „Markt für Drogeriewaren“. Dieser Drogeriemarkt im Herzen Hannovers ist zugleich der erste Drogerie-Discountmarkt in Deutschland überhaupt. An den Tag der Eröffnung kann Roßmann sich noch heute gut erinnern: „Die Leute waren wie verrückt auf die günstigen Drogerieartikel, sie haben uns die Bude eingerannt.“ Bereits im Folgejahr sind 40 Läden dazu gekommen. Heute gibt es über 3.000 Filialen in ganz Europa. Aber es gab auch Rückschläge. 1996 lag das Eigenkapital des Unternehmens nur noch bei 8 Prozent, es stand mit hoher Verschuldung da. Der Druck blieb nicht spurlos bei Dirk Rossmann, der einen Herzinfarkt erlitt. Sein Therapie-Tipp bei Krisen für die anwesenden Unternehmerinnen: „Nicht denken, einfach wandern gehen, dann wird die Seele frei!“

Praktisch ging er gestärkt aus seiner Krise hervor. Denn um die Gewinnspanne deutlich zu erhöhen, wurden von Rossmann Eigenmarken erfunden und, nachdem die Preisbindung bei Drogerieartikeln gefallen war, eingeführt. Übrigens auf Anregung (s)einer Frau, mit der Familienmensch Rossmann seit 33 Jahren verheiratet ist und die bis heute, ebenso wie seine zwei Söhne, im Unternehmen mit arbeitet. Ende der neunziger Jahre wurde so der Grundstein für das nachhaltige Wachstum der Drogeriekette gelegt, die heute nach dm auf Platz 2 europaweit steht.

VdU Treffen

Frauke von Reitzenstein, Nicole Unger, Caroline Freisfeld Foto: Ulrich Tröger

Aus dem Kind Dirk Rossmann, der so ein schlechter Schüler war, „nur Hauptschulabschluss“ erreicht hat und aus wirtschaftlich schwierigen Verhältnissen stammt, ist heute einer der reichsten Männer der Welt geworden. Er bezeichnet sich selbst „als zähen Hund“, nur so kann man erfolgreich werden. Für die lauschenden Unternehmerinnen kaum zu glauben, denn auf Nachfrage „was er denn mit seinen Millionen macht?“ kommt Dirk Rossmann zu seinem sozialen Engagement: Neben der  Stiftung Weltbevölkerung (DSW), die er persönlich 1991 gegründet hat und die für Aufklärungs- und Ausbildungsprojekte in Afrika sorgt, unterstützt Roßmann das Lesehilfsprojekt „Mentor“, das deutsche Kinderhilfswerk sowie diverse Kinder- und Jugendprojekte wie die Arche e.V.. Die Leidenschaft, mit der Dirk Roßmann über „seine Projekte“ spricht, die liebevollen aber auch amüsanten Anekdoten, die er über seine Frau erzählt, der Stolz, der in seiner Stimme mitschwingt, wenn er über seine zwei Söhne berichtet, lassen an alles denken, aber nicht an einen „zähen Hund“.

Sicher ist das eine nötig, um das andere zu leben können. Denn er selber „ist glücklich, so wie es jetzt ist“ und hat, außer Gesundheit, keine Wünsche an die Zukunft. Den Respekt seiner hanseatischen Zuhörerinnen an dem Abend hat er sowohl für seine unternehmerische Seite als auch für seine persönliche Seite auf alle Fälle erlangt. Neben Antworten auf wirtschaftliche Fragen aus dem Publikum hat er auch noch – mit großer Leidenschaft – zur „Olympia in Hamburg“-Bewerbung seine Meinung: „Die Idee, Olympia wieder nach Deutschland und nach Hamburg zu holen, unterstütze ich. Aber nur, wenn bezahlbare Spiele umgesetzt werden!“

Dem bleibt dann wohl nichts hinzuzufügen!

Mehr Infos bei www.vdu.de

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