Corona-Krise: Gegen Missbrauch in der Familie – Dunkelziffer startet neue Kampagne

Plakat von Dunkelziffer eV gegen Kindesmissbrauch(c) Dunkelziffer

Mit der Familie zuhause zu sein ist für manche Kinder und Jugendliche gefährlicher als das Corona-Virus. Denn Gewalt gegen Kinder bleibt wegen Corona-Pandemie oft unentdeckt.

Für Kinder und Jugendliche sollte die Wohnung stets ihr Rückzugsort sein. Hier sollten sie sich immer im Schoß ihrer Familie sicher fühlen.

Jetzt sorgt der Corona Lockdown in ganz Deutschland für  Schul- und Kitaschließungen. Auch die Häuser der Jugend und andere Treffpunkte der Jugendarbeit sind nicht geöffnet. Im Guten wie im schlechten sind Kinder und Jugendliche auf ihr Heim ausgerichtet und können nicht ausweichen. Denn, Lehrer oder Erzieher, die bei Kindern ein Verhalten bemerken, das auf Gewalt oder Missbrauch hinweist, sind als Frühindikator seit mehr als fünf Wochen ausgefallen.  

Den Verein Dunkelziffer, der gegen sexuellen Missbrauch von Kindern kämpft, haben seitdem entsprechend weniger Hilfsanrufe erreicht.

„Seit Corona klingelt unser Beratungstelefon sehr viel seltener. Es wäre aber ein Trugschluss zu glauben, dass plötzlich weniger Kinder Hilfe benötigen. Häusliche und sexuelle Gewalt nehmen erfahrungsgemäß zu, wenn Familien unter Stress stehen.“

Julia Gommeringer (Geschäftsführerin Dunkelziffer)

Dabei geht der Verein davon aus, dass häusliche und sexuelle Gewalt erfahrungsgemäß zunehmen, wenn Familien unter Stress stehen. Die Pandemie-Folgen wie verlorene Jobs, Kurzarbeit und Homeschooling sorgen in vielen Familien Eskalation und Anspannung.

Familie kann für Kinder sehr gefährlich sein

Mit einem Plakatmotiv auf dem geschrieben steht „Mit der Familie zuhause zu sein ist für manche Kinder und Jugendliche gefährlicher als das Corona-Virussowie einem eindringlichen Spot möchte der Verein Dunkelziffer daher jetzt alle Menschen dazu motivieren, auf ihr Umfeld zu achten und sich bei Einrichtungen Unterstützung zu holen, sollten sie einen Verdacht auf Kindesmissbrauch haben.

„Es geht uns darum, schnell und effektiv zu helfen und aufzuklären. Daher nutzen wir auf unserem Plakat die Website des Unabhängigen Beauftragten für Sexuellen Kindesmissbrauch www.kein-kind-alleinlassen. de und die etablierte Telefonhilfe von Nummer gegen Kummer e.V.. Wir haben auch auf den für uns sonst so wichtigen Spendenaufruf verzichtet, damit nichts von der Botschaft ablenkt.“

Entwickelt und umgesetzt wurde die Kampagne von der Hamburger Werbeagentur VASATASCHRÖDER, die dem Verein Dunkelziffer seit vielen Jahren pro bono als fester Partner zur Seite steht.

Die Verbreitung des Plakatmotivs und Spots wird von der CMS Stiftung finanziell unterstützt. Damit möglichst viele Menschen erreicht werden, sind zudem Einzelhändler in der Metropolregion Hamburg dazu aufgerufen, Poster der Kampagne aufzuhängen. Die Plakate können per E-Mail an info@dunkelziffer.de bestellt werden.