EVENTuell nie wieder – der Eventbranche droht ein beispielloser Kahlschlag

Gruppenbild der Aktion Eventuell nie wieder vor der Hamburger MessehalleJohannes Oerding, Uwe Bergmann, Jens Stacklies, Bernd Fritzges, Susanne Böhm, Carsten Jahnke, Dr. Hermann J. Klein, Holger Hübner, Christian Kostiuk © ganz-hamburg.de

Corona-Krise, die Initiative EVENTuell nie wieder fordert konkrete Hilfsmaßnahmen, denn lange kann die ganze Eventbranche nicht mehr durchhalten.

Wenn es eine Branche wirtschaftlich nicht gut geht, ist der Wortwahl der Vertreter häufig alarmistisch und neigt zu Übertreibungen. Doch für die Veranstaltungs- und Eventbranche ist die Lagebeschreibung ‚dramatisch‘ eher eine sehr freundliche Untertreibung. Die Corona-Krise hat die Branche auf NULL herunter gebremst und viele Betriebe stehen vor dem AUS, denn die staatlichen Hilfen sind nicht ausreichend, bzw. die Betriebe erfüllen nicht die Kriterien.

Die Vernichtung von Existenzen, Firmenpleiten, Entlassungen und Arbeitslosigkeit vieler fester und freier Mitarbeiter steht im wahrsten Sinn vor der Tür. Unter dem Motto ‚EVENTuell nie wieder‘ zeigte die vielfältige von Klein- und Mittelunternehmen geprägte Eventbranche Flagge und machte mit einem aus 400 Autos, Sprintern und LKWs bestehenden Autokorso auf sich aufmerksam.

Doch nicht nur die aktuellen Events, Messen, Tagungen, Aktionsveranstaltungen, Feste, Konzerte, Open-Airs in 2020 fallen aus, auch nicht wenige Veranstaltungen für das kommende Jahr sind storniert bzw. abgesagt worden.

Die Umsätze in der personalintensiven Branche, in der auch sehr viele Selbständige und Künstler arbeiten, liegen de facto bei Null. In ganz Deutschland sind davon 2 Mio. Menschen betroffen. Hamburg als Eventmetropole ist überproportional davon betroffen. Das geht quer durch alle Berufsbilder, vom Techniker, Messebauer, Musikern, Roadies, Security bis hin in den Service- und Catering-Bereich. Jeder Dritte Arbeitsplatz ist akut gefährdet, d.h. 660.000 Menschen.

Neben dem Autokorso zeigte die Initiative ‚EVENTuell nie wieder‘ was für die Unternehmen und Mitarbeiter auf dem Spiel steht. Denn, natürlich hat die Branche Hilfen erhalten, aber eines klang auch in persönlichen Gesprächen durch. Die Politik engagiert sich zwar für vieles, aber diese Branche hat nur eine kleine Lobby und so bequemte sich kein Politiker oder Behördenvertreter zur Diskussion in den Messehallen. In bekannter Manier kochen Hamburger Behörden ihr eigenes Süppchen. Sicherheit und klare Vorschriften müssen sein. Doch in jetzigen geht es möglich machen und nicht um verhindern. Im Wortschatz von Beamten und Politikern kommen Kurzarbeit, Gehaltsverzicht, Einkommensausfall, Arbeitslosigkeit, Konkurs nicht vor.

Im Gegenteil, bei einem kleinen Selbständigen werden akribisch die Steuerzahlungen und die Einhaltung irrwitzigster Verordnungen geprüft. Wenn durch Fehlplanungen und Behördenchaos folgenlos Steuergelder verschwendet werden und selbst Bauvorhaben zu unendlichen Geschichten ausarten, passiert nichts. Im Zweifelsfall wird ein Beamter nach oben befördert.

„Nie wieder gemeinsam feiern, tanzen lachen oder mitsingen – wollt ihr das wirklich? Wenn jetzt nicht gehandelt wird, muss die Konzert-, Kultur- und Eventbranche dichtmachen. 2020 wird dann ein Armutszeugnis für die deutsche Kulturlandschaft.“

sagt Musiker Johannes Oerding

‚EVENTuell nie wieder‘ fordert wirksame Maßnahmen und klare Signale

Eines wurde im Podiumsgespräch deutlich, Behörden und Politik ist nicht wirklich klar, dass eine ganze Branche auf der Kippe steht und ein kultureller Kahlschlag die Folge ist. Deshalb sind nicht nur wirksame Maßnahmen dringend gefragt. Wichtig ist auch Planungssicherheit und Klarheit. Viel wäre schon im ersten Schritt erreicht, wenn Behörden koordiniert handeln und sich als Möglichmacher verstehen.

Dann muss gezielt die Branche wieder angefahren werden. Dafür braucht sie individuelle und nicht formalistische Regelungen und eine Planung, die Sicherheit gibt. Die Event- und Veranstaltungsbranche scheut keine harte Arbeit und ist kreativ. In dem Sinn, packen wir es an!

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