Foodboom – Hamburger Start Up macht Großverlagen Beine!

FoodboomFoodboom ein Hamburger Start Up mischt die Kochszene auf Foto: Foodboom

Foodboom ein Hamburger Start Up geht bei Youtube durch die Decke mit seinen jungen frechen leidenschaftlichen Kochsendungen. Jetzt starten sie zusammen mit dem Burda Verlag ein Printmagazin!

Tatort ist die Billstraße in Hamburg Rothenburgsort, hier weit abseits von Hamburgs feinen Adressen, an denen Verlage, Agenturen und chice Online-Unternehmen residieren, hat das Hamburger  Start Up Foodboom seinen Firmensitz. Links und rechts in der Billstraße handeln Afrikaner und Araber mit allem was nicht niet- und nagelfest ist, haben Speditionen ihre Heimat und im Minutentakt donnern Containertrucks vorbei. Im ersten Stock im Hinterhof eines Gewerbebaus liegen die Kochstudios des erfolgreichen Youtube-Kochkanals.

 

Online verlängert in ein Print-Objekt

Bei Foodboom geht es bodenständig und lässig zu, nur wenn es ums Hauptthema, das Kochen geht, dann spürt man die frische Leidenschaft der Macher. Hinter den Kochsendungen stehen Profis, die wissen was sie tun. Jetzt zünden die Hamburger eine neue Raketenstufe. Nächste Woche, am Freitag, den 11. November 2016 bringen sie zusammen mit Hubert Burda Media aus München mit Foodboom ein Food-Magazin für Koch-Fexe zwischen 20 und 39 Jahren erstmals an den Kiosk.

Eine spannende Kooperation, auf Youtube ist Foodboom bereits eine echte Erfolgsgeschichte. Die Basis ist solide, Foodboom ist kein wildgewordene Youtuber, sondern mittlerweile ein gut eingespieltes 25-köpfiges Team rund um die Gründer Sebastian Heinz und Hannes Ahrendholz, der fürs Kochen zuständig ist. Alle Beiträge werden in Rothenburgsort selbst produziert.

Die Erwartungen sind hoch: Der Youtube-Kanal geht steil nach oben. Pro Woche werden um die 2 Millionen Views bei Facebook verzeichnet. Da erhofft sich der Verlag schon eine verkaufte Auflage rund um 100.000 Exemplare, die für 3,90 Euro angeboten werden. Das Foodboom Magazin soll sechsmal jährlich erscheinen und auch dicht an der Zielgruppe bei Depot und Butlers ausliegen.

Innovation kommt von außen

Natürlich wurde der erfolgreiche Start von den Verlagen registriert und Sebastian Heinz hat mit allen relevanten Verlagen gesprochen. Bei den Münchern stimmten letztendlich wohl nicht nur die Konditionen, sondern auch einfach die Chemie in der Zusammenarbeit. Bei BurdaHome werden vier Redakteure das Blatt betreuen.

Rätselhaft ist, warum Großverlage so etwas nicht in Eigenregie entwickeln und einführen können? Publizistisches Herzblut gehört scheinbar nicht mehr zur DNA von Verlagsmanagern. Dafür können sie aber wohl hervorragend Excel-Tabellen lesen. 

Sehr optimistisch ist man bei BurdaHome: „Es ist die perfekte Verlängerung des authentischen Lebensgefühls, das Foodboom schon vermittelt“, so Anke Krohmer (Chefredakteurin auch von Lust auf Genuss und das schmeckt!).

Das Layout ist bewusst jung gehalten und erinnert schon an ein Kochmagazin wie Lecker. Die Redaktion setzt auf eine verspielte Bildsprache, die wenig Barrieren zum Leser aufbauen soll. Die Botschaft: Kochen macht Spaß, Kochen ist einfacher als man denkt, Kochen kann ganz unkompliziert sein und beim Anrichten der Speisen sei spontan! Daher auch viele handschriftliche Akzente und ein Verzicht auf eine Fotografie, die in Schönheit, Perfektion und Premium-Ästhetik stirbt.

Ein interessanter Gag, das Heft ist komplett perforiert. Die Redaktion wünscht sich durchaus, dass ein Artikel an den Kühlschrank gepint wird. Oder wie Anke Krohmer bei der Vorstellung scherzte: „Damit kann man auch wunderbar selbst gemachte Marmelade einpacken!“ Natürlich wird immer wieder auf Online-Videos verwiesen, so soll auch die Brücke Print-Online gebaut werden. 

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