Freie und Tabakstadt Hamburg

TabakblätterTabakblätter Image by MonicaVolpin on Pixabay

Hamburg ist ein Zentrum der Deutschen Tabakwirtschaft

Der Tabakimport und die Produktion von Zigaretten, Zigarren, Pfeifen- und Feinschnitt ist ein Jahrhunderte alter traditionsreicher Wirtschaftszweig in Hamburg.

Bis weit in der 20. Jahrhundert hinein waren die klassischen überseeischen klassischen Importgüter in Hamburg  Kaffee, Tee, Tabak, Baumwolle und Zucker.

Auch heute noch ist die Tabakindustrie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Hansestadt. Hier in der Elbmetropole ist Rauchgenuss zu Hause. Die zwei Branchengrößen Reemtsma und British-American Tobacco (BAT) haben hier ihren Deutschen Unternehmenssitz.

Die Tabaksteuer, oder das freut sich der Finanzminister

Was wenige wissen, jeder zweite Euro aus der Tabaksteuer stammt aus Hamburg. Die Tabaksteuer ist nach der Mineralölsteuer die zweitwichtigste Verbrauchssteuer. Im Jahr 2018 hat der Staat rund 14,3 Mrd. Euro mit ihr eingenommen.

Zum Vergleich, die Kaffeesteuer bringt eine Milliarde Euro. Die Finanzierung der Flüchtlinge kostet rund 35 Milliarden Euro im Jahr. Im Jahr 2018 hat der Etat des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ein Volumen von rund 18,3 Milliarden Euro.

Auch wenn der Gesundheitsminister etwas anderes behauptet, wenn alle Deutschen Nichtraucher wären, würde das ein ziemlich dickes Loch in die Staatskasse reißen, dann sind vegane Smoothies bestimmt nicht mehr Genußmittel-steuerfrei.

Tabak in Hamburg

Ein Preisregister der Hamburger Börse – die „Mäkler-Courtage-Taxe“ -führte schon 1651, kurz nach dem Ende des 30-jährigen Krieges(!) den Import von Virginia Tabak auf.

Im Jahr 1788 gründete der Kaufmann Heinrich Schlottmann, er lernte als erster Deutscher in Sevilla das Zigarrenmacherhandwerk, die erste deutsche Zigarrenfabrik in Hamburg.

Wenn das 20. Jahrhundert das Jahrhundert der Zigarette war, dann stand das 19. Jahrhundert im Zeichen der Zigarre. Zentren der deutschen Zigarrenindustrie waren der südliche Schwarzwald, Ostwestfalen mit Bünde, Thüringen und Bremen.

Zigarrenraucher
Zigarre rauchen Photo by Étienne Beauregard-Riverin on Unsplash

Eine Zigarre zu rauchen kostete Zeit. Doch durch die wachsende Arbeitsverdichtung in der Industrie und Gesellschaft stand für müssigen Genuss immer weniger Zeit zur Verfügung. Die Zeit war reif für den schnellen kurzen Tabakgenuss, der Siegeszug der Zigarette begann. In den zwei Weltkriegen wurden die Glimmstengel unter den Soldaten an allen Fronten populär. Gemeinsame Rauchpausen standen für Kameradschaft, Entspannung und angenehme Momente. Das führte zu einem rasanten Aufstieg der Zigarette, die sich maschinell wesentlich preiswerter produzieren ließ.

Zigarren hingegen wurden ausschließlich in Handarbeit hergestellt und waren dementsprechend teurer. Auch Frauen führte die Zigarette an den Tabakgenuss heran. Ab 1920er Jahren galt Rauchen unter Frauen als ein Zeichen der Emanzipation und Modernität.

Neue Tabaksorten braucht das Land

Bis in den zweiten Weltkrieg hinein haben auf dem deutschen Markt die Orienttabake aus Bulgarien, Griechenland, Türkei und Zypern mit einem Marktanteil von 98 Prozent den Markt dominiert.

Der Umbruch kam nach dem Kriegsende. Zigaretten waren nicht nur streng rationiert und entsprechend begehrt. Es gab auch nur eine Einheitssorte „Die Sondermischung“, über deren Qualität und Geschmack man nicht streiten konnte, so schlecht war beides.

Auf dem Schwarzmarkt waren die „Ami-Zigaretten“ wie Luky Strike oder Camel nicht nur sehr begehrt, sie dienten bis zur Währungsreform
als Ersatzwährung. Englische Zigaretten waren nicht ganz so beliebt und begehrt. Sie galten als zu schwer und für unser Klima nicht so gut geeignet.

In der Nachkriegszeit veränderte sich die Geschmacksrichtung grundlegend. So wie der Krimkrieg in den 1850er Jahren die Orient-Zigarette volkstümlich gemacht hatte, wurde die Leichtigkeit der amerikanischen Zigarette mit ihren Virgina- und Burley-Tabaken modern und der neue Rauchtrend.

E-Zigarette Image by Horwin on Pixabay

Keine einfache Situation für die Tabakfabriken. Nicht nur, dass viele Produktionsanlagen kriegszerstört oder beschädigt waren, auch die Produktion von Orient- und Virgina-Zigaretten unterscheidet sich grundlegend. Das erfordert andere Produktionsabläufe und anders konstruierte Maschinen. Um am Anfang überhaupt den Tabak zu verarbeiten war viel Improvisationstalent, Fantasie und handwerklicher Einsatz gefragt.

Wasserpfeife im orientalischen Harem Image by WikiImages on Pixabay

Rauchen heute in Hamburg

Heute sind die Stichworte wenn es ums Rauchen geht: Wasserpfeife/Shisha und E-Zigarette. Auch wenn seit einigen Jahren der Raucheranteil kontinuierlich sinkt, in Hamburg gibt es geradezu einen Shisha-Bar Boom. Behörden schätzen das es zwischen 70 bis 90 Shisha-Bars in der Hansestadt gibt.

Ein Shisha-Bar Hotspot ist die Wandsbeker Chaussee. Hier gibt es mehr als ein Dutzend Shisha-Bars auf wenigen tausend Metern. Eine Wasserpfeife zu rauchen ist durchaus ein Genuss, aber wenn die Räume schlecht belüftet sind und die Wasserpfeife nicht sachgemäß benutzt wird, dann droht eine sehr gefährliche Kohlenmonoxidvergiftung.

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