Gemeinsinn, Einfallsreichtum und Tatkraft in der Corona-Krise wird ausgezeichnet

Macher*Innen des Jahres 2020 - Dr. Peter Tschentscher © Marc Metzlar

Die Macher*Innen des Jahres wurden in Hamburg vom Face-Club-com und der Programmzeitschrift rtv ausgezeichnet und geehrt.

Die Corona-Pandemie wirkt wie ein Scheinwerfer, es leuchtet unser Gesellschaft und das Zusammenleben aus, die Grautöne verschwinden – Licht und Schatten dominieren. In Krisenzeiten wachsen immer Menschen über sich heraus, leisten Beispielhaftes oder beweisen Herz. Das wollen das Hamburger Netzwerk Face-Club.com und die TV-Programmzeitschrift rtv mit einem Preis ehren.

Jetzt wurden Anfang der Woche die Auszeichnung „Macher*Innen des Jahres“ unter der Schirmherrschaft von Dr. Peter Tschentscher (Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg) an Menschen, Unternehmen und gemeinnützige Initiativen verliehen, die sich dadurch auszeichnen, dass sie in der Corona-Krise Gemeinsinn, Einfallsreichtum und Tatkraft praktisch bewiesen haben.

Menschen von der Straßen bringen will StrassenBlues

StrassenBLUES e.V. wurde in der Kategorie „Charity-Initiativen“, die vom Lebensmittelhersteller Peter Kölln, präsentiert ausgezeichnet. konnte sich über die Auszeichnung freuen. Der Verein will Brücken zu bauen zwischen Wohnungslosen und Menschen mit einem Zuhause.

Nikolas Migut
Macher*Innen des Jahres 2020: Nikolas Migut © Marc Metzlar

Der Dokumentarfilmer Nikolas Migut (Vereinsgründer) und seine Mitstreiter verfolgen dabei zahlreiche kreative Ideen, um die Wohnungslosen in der Pandemie zu beschützen. So gelang es sogar, Hotelzimmer und Wohnungen für etliche Menschen zu finden und sie so von der Straße zu holen, wo das Risiko der Ansteckung besonders hoch ist.

 „Wir schaffen Mitgefühl für Obdachlose und inspirieren zum Handeln. Immer öfter denke ich: Wenn es wirklich wahr ist, dass wir nur einmal leben, dann sollten wir mit dieser Zeit etwas Sinnvolles anfangen.“

Nikolas Migut

Der gerade von Dreharbeiten aus England rückgekehrte Schauspieler Helmut Zierl nahm die Preisverleihung vor. Neben der Anerkennung erhielt StrassenBLUES einen 50 Gramm schweren Goldbarren im Wert von 2.500 Euro, der vom Degussa Goldhandel gespendet wurde.

Gute Lebensmittel gehören nicht in den Müll , die Mission der Tafeln!

Die Hamburger Tafel erhielt den Sonderpreis „Charity“. Als einige der wenigen Tafeln war sie in der Corona-Krise durchgehend geöffnet. Was bestimmt wahrlich nicht einfach war und viel Energie gekostet hat. Klar, dass sich die Laudatorin Andrea Gerhard, bekannt als Arzthelferin Linn Kemper TV-Serie „Der Bergdoktor“, darüber freute. Sie hatte selbst als ehrenamtliche Helferin bei der Lebensmittelausgabe mitgearbeitet.

Andrea Gerhard, Jan Hennrik Hellweg, Julia Bauer
Macher*Innen des Jahres 2020: Andrea Gerhard, Jan Hennrik Hellweg, Julia Bauer (vl)
© Marc Metzlar

„Dieses Jahr war hart. Wir hätten das niemals so gut geschafft ohne die große Tafel-Familie. Als wir die älteren Mitarbeiter im Lockdown nach Hause schicken mussten, standen drei Tage lang unsere Telefone nicht still. Viele Hamburger boten an, uns bei der Verteilung der Lebensmittel zu unterstützen. Dafür sagen wir ein herzliches Dankeschön. Alle diese Helfer sind Macherinnen und Macher des Jahres.“

Julia Bauer (Mitglied des Vorstands der Hamburger Tafel) und Jan Henrik Hellweg (Geschäftsführer)

Auch die Hamburger Tafel kann sich über einen 50g Goldbarren freuen. Dazu sagte die Lieken AG zu, dass sie die Tafel ein Jahr lang regelmäßig und natürlich kostenlos mit einer großen Mengen Brot versorgt.

Der prominente Macher des Jahres

Der Preis in der Kategorie „Prominenten Macher*Innen“ des Jahres, präsentiert von der rtv Programmzeitschrift, ging an Reinhold Beckmann.

Seinen Corona-Song „Balkonien“, eine augenzwinkernde Hommage an den Urlaub zu Hause, schrieb er während des ersten Lockdowns. Auch ehrenamtlich war Reinhold Beckmann in der Corona-Krise aktiv: Sein Verein NestWerk e.V., der normalerweise Kinder und Jugendliche in sozial benachteiligten Stadtteilen fördert, unterstützte während des Lockdowns die Hamburger Tafel und die Initiative Mittagsrakete bei der Auslieferung.

Die Laudatio hielt der Berliner TV-Schauspieler Simon Licht, bekannt aus „Stromberg“, „Dr. Klein“ und „Die Getriebenen“.

„Wir müssen unsere Mitmenschen wahrnehmen – auch in der Corona-Krise. Reinhold Beckmann tut das seit vielen Jahren. Die Liste seiner Hilfsprojekte ist lang.“

Simon Licht

Auch das NestWerk erhielt einen Goldbarren.

ören Bauer, Dagmar Wöhrl, Hinnerk Baumgarten
Macher*Innen des Jahres 2020: Sören Bauer, Dagmar Wöhrl, Hinnerk Baumgarten (vl)
© Marc Metzlar

Die MacherInnen des Jahres 2020

Die Unternehmerin Dagmar Wöhrl („Die Höhle der Löwen“) würdigte alle Nominierten und ganz besonders die Gewinner des Preises MacherInnen des Jahres

„Sie sind Leuchttürme, die weit in die Dunkelheit Signale senden und in stürmischen Zeiten für Orientierung sorgen. Es sind Menschen, die mit Elan, Gestaltungswillen und Tatkraft voran gehen, ihre Komfortzone verlassen, um etwas zu bewegen und sagen: `Ich will meinen Traum leben. Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, Empathie und Engagement zu zeigen und Hoffnung zu verbreiten.“

die langjährige Bundestagsabgeordnete und ehemalige Staatsekretärin
Sven und Ivonne Giese und Alena Gerber
Macher*Innen des Jahres 2020: Sven und Simone Giese mit Alena Gerber (vl) © Marc Metzlar

In Altenholz bei Kiel entwickelte Germania Rollo ein transparentes Hygieneschutzrollo, das preiswert und flexibel einsetzbar ist. Binnen eines Tages war die Idee geboren und umgesetzt. Heute setzten es Arztpraxen, Apotheken, Altenheime und Geschäften ein. Einen Teil des Verkaufserlöses spendet der Hersteller von Sonnen-, Licht- und Sichtschutzsystemen an kleine Betriebe aus der Region, die unter der Pandemie besonders leiden. Der positive Effekt, die Produktion des Hygienerollos half, dass viele Mitarbeiter nicht in die Kurzarbeit mussten.

Geschäftsführer Sven Giese und seine Ehefrau Ivonne nahmen die Auszeichnung aus den Händen von Modell und Moderatorin Alena Gerber entgegen.

Macher*Innen des Jahres 2020, von links: Hinnerk Baumgarten, Mathias Hehmann,
Peter Rößner von Apex Energy Teterow © Marc Metzlar

Die Zukunft wir hydrogen

Doch es geht nicht nur um die Pandemie. Auch die Herausforderungen von morgen müsse heute angegangen werden. Der Energiedienstleister „Apex Energy Teterow GmbH“ hat in Rostock-Laage Europas größte netzgekoppelte Wasserstoffanlage in Betrieb genommen, um so den kompletten Standort mit CO2- neutraler Energie zu versorgen. Zusätzlich beliefert eine Wasserstoff-Tankstelle Kraftstoff 40 Busse des öffentlichen Nahverkehrs und 200 Pkw. Dafür erhält das Unternehmen als „Macher des Jahres“ den Sonderpreis „Zukunft“.

Als Laudator war Schauspieler Hannes Jaenicke, dem Umweltschutz und Nachhaltigkeit besonders auf dem Herzen liegt, aus München live zugeschaltet.