Günther Oettinger beim VdU: digital, jetzt oder nie

Kristina Tröger mit Günther OettingerKristina Tröger (VdU) mit Günther Oettinger Foto: Ulrich Tröger

Hundert gestandene Hamburger Business-Frauen, erfolgreiche Unternehmerinnen und die Herausforderungen der digitalen Wirtschaft. Günther Oettinger plädierte engagiert für den digitalen Auf- und Umbruch.

Mit Günther Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, hatte der Verband Deutscher Unternehmerinnen (VdU) am vergangenen Montag im Fairmont Vier Jahreszeiten ein ganz besonders prominenten Redner zu Gast. Wer an diesem Abend allerdings eine weichgespülte Politiker-Rede nach der Begrüßung durch Kristina Tröger (Landesvorsitzende des VdU) erwartete, wurde enttäuscht.

Susanne Rumbler und Kirsten Dahler

Susanne Rumbler (Geschäftsführerin von Beauté Prestige) und Kirsten Dahler (Dahler&Comp) Foto: Ullich Tröger

Das Thema der Rede von Günther Oettinger war die Digitale Revolution, die unser Leben und Wirtschaftsleben gerade tiefgreifend verändert und gewachsenen Strukturen durchaus auf den Kopf stellen kann. Aber, es gibt auch andere Umbrüche. Wir vergessen gern, die großen Krisen der Welt sind nur zwei bis drei Flugstunden entfernt, also quasi vor unserer Haustür. Diese Krisen können nicht national sondern nur in internationaler Zusammenarbeit gelöst werden. Doch, sind wir als Gesellschaft auf den Wandel vorbereitet, nehmen wir ihn an, gestalten wir ihn aktiv oder verschließen wir die Augen und lassen uns treiben?

Sind wir bereit für die digitale Revolution?

Ob als Einzelner, in unserer Funktion als Verantwortliche in Unternehmen oder in der Wirtschaft und ganz allgemein als Deutsche Gesellschaft. Günther Oettinger hat gerade im Hinblick auf Deutschland seine fundierten Zweifel, zwar stehen wir im internationalen Vergleich gut da, aber das kann sich schnell ändern, wie ein Blick in nahe Vergangenheit zeigt. In den Regierungsjahren unter Gerhard Schröder stagnierte das Land bei hohen Haushaltsdefiziten, erst mit einer mutigen Reformpolitik, die Schröder die Mehrheit kostete, wurde wieder Dynamik gewonnen. Deutschland ging gestärkt aus der Krise hervor. Nur, was steht heute im Fokus der Deutschen Politik? Ein Strauß von Feel Good-Themen und sozialen Wohltaten. Setzen wir die richtigen Schwerpunkte?

Iwona Fejzer und Maria Marquardt

Iwona Fejzer und Maria Marquardt (Intl. Schifffahrt & Spedition) Foto: Ulrich Tröger

Günther Oettingers Kernaussage

Es gibt kein zurück mehr, entweder der Wandel wird angenommen und für neue Produkte und Dienstleistungen genutzt oder Unternehmen, Länder, Volkswirtschaften, gar ganze Kontinente verlieren den Anschluss. Die Grenzen und Gesetze von Bundesländern oder Staaten gelten immer weniger, nur ein geeintes Europa, das aktiv mit einer Stimme spricht und auch reaktionsfähig ist, kann auf die Gestaltung der Wandels Einfluss nehmen. Wenn wir nicht einig sind, drohen wir den Anschluss zu verlieren. Das sind unsere Optionen. Entweder wir gestalten mit oder die Spielregeln werden von den USA, China und einigen Schwellenländern aufgestellt. Nur ein vereintes Europa, das mit einer Stimme spricht wird Gewicht haben.

Dr. Brigitte Klapp und Alice Ascherfeld

Dr. Brigitte Klapp(Inh. Operationszentrums Eppendorf) und Alice Ascherfeld (GF Linodi) Foto: Ulrich Tröger

Beeindruckend, Günther Oettinger hat seine überzeugende Rede frei, ohne Manuskript, Karteikarten oder andere Hilfsmittel gehalten. Auch wenn die schwäbische Mundart immer durchkam, er überzeugte durch eine klare durchgehende rationale Argumentation und eine bildhafte Sprache. Das sorgte beim anschließenden Essen für anregenden Gesprächsstoff, denn Unternehmen müssen die digitale Revolution meistern und das Tempo der Veränderung ist hoch.

Mehr Infos bei www.vdu.de

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