Börteboote: Helgoland hat gewonnen!

Ein Helgoländer Börteboot mit BesatzungDie offizielle Anerkennung ist geschafft: Helgoländer Börteboote sind Kulturerbe! Foto: Ottmar Heinze

Helgoländer Börteboote sind anerkannt als „immaterielles Kulturerbe“

von Angelika Fischer

Nun ist es amtlich und steht schwarz auf weiß: Die „Helgoländer Dampferbörte“ wurde in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Als vorweihnachtliches Geschenk traf der offizielle Brief der Deutschen UNESCO-Kommission jetzt auf der Insel ein.

Das Expertenkomitee würdigt die Helgoländer Dampferbörte als eine Kulturform, die eng mit der jüngeren Geschichte der Insel Helgoland verbunden ist und zu ihrem spezifischen Erscheinungsbild beiträgt“, 

heißt es in der Begründung.

Sie stärke den Austausch mit Besuchern und Einheimischen. Außerdem überzeugten die Maßnahmen zur Weitergabe dieser maritimen Tradition und des mit ihr verbundenen Wissens und Könnens von Generation zu Generation.

Die Helgoländer Börteboote haben gekämpft

Die Helgoländer hatten die Aufnahme in das Verzeichnis nicht nur schriftlich begründet, sondern auch „seemännisch handfest“ untermauert. Im April 2017 überreichte der Helgoländer Brückenkapitän Bernhard Wellnitz stellvertretend für alle mitgereisten Börteboot-Kapitäne dem damaligen Schleswig-Holsteinischen Ministerpräsidenten Torsten Albig den offiziellen Antrag zur Aufnahme der Dampferbörte in das bundesweite Verzeichnis des „Immateriellen Kulturerbes“. Mit sieben Börtebooten hatten sie damals vor dem Kieler Landeshaus festgemacht.

Im September/Oktober 2018 ging man noch einen Schritt weiter: Über Nordsee, Elbe, Havel und Spree schipperten 25 Mitglieder der Helgoländer Dampferbörte und des Vereins zum Erhalt Helgoländer Börteboote e.V. mit zehn Booten in das Herz Berlins, direkt vor den Reichstag und das Kanzleramt. Nach rund 1.000 Kilometern mit sieben Zwischenstopps ertönte am 3. Oktober 2018 das Typhon des ehemaligen Seebäderschiffes „Wappen von Hamburg“ mitten im Regierungsviertel. Nun sind alle Beteiligten froh, dass sich die beiden langen Reisen bei Wind und Wetter gelohnt haben.

Auf Helgoland haben die weißen Boote seit 1952 mehr als 25 Millionen Gäste mit gemütlichem Tuckern von der Helgoländer Reede ohne große Zwischenfälle sicher auf die Insel befördert. Auch eine EU-Richtlinie zur Schiffssicherheit, dabei ist bis jetzt noch nie ein schwerwiegender Unfall passiert, mussten die Insulaner abwettern.

Heute ankern immer weniger Schiffe vor der Insel, sondern laufen direkt in den Helgoländer Hafen ein. Die Zahl der Boote sinkt, immer weniger Familien können, wie früher, von der „Börte“, wie sie heißt, leben. 

Bevor die Boote ganz verschwinden, hat Rainer Hatecke gehandelt und den „Verein zum Erhalt Helgoländer Börteboote e.V.“ gegründet. Der Verein hat inzwischen viele Mitglieder von der Insel und vom Festland. Die vielen Aktionen haben sich gelohnt. Die Helgoländer Dampferbörte mit den einmaligen Helgoländer Börtebooten sind jetzt als Kulturerbe anerkannt.

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