Hamburgs next Big Voice heißt Polina Vita

Polina VitaPolina Vita legte mit ihrem Gitarristen Malte „Mamapure“ einen gefeierten Auftritt im Café Brodsky in Hamburg Eppendorf hin. Foto: C. Yaman

Umjubelter Auftritt der Sängerin im Café Brodsky in Hamburg Eppendorf

von Cetin Yaman
Wenn alles klappt, kommt im nächsten Jahr auf einem großen Plattenlabel die erste CD der Hamburger Sängerin Polina Vita auf den Markt. Bereits jetzt konnten sich die Besucher des Konzerts im schmucken Café Brodsky in Hamburg Eppendorf von ihrem riesigen Talent überzeugen. Gelegentlich an die besten Zeiten von Norah Jones erinnernd, dann wieder eher eine kernige R’n’B-Richtung einschlagend, bewies Polina die gesamte Bandbreite ihres Könnens. Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass die 21-Jährige fast alle vorgetragenen Songs selbst komponiert und dazu die Texte verfasst hat. In mehreren Sets fesselte sie das Publikum mit ihrer samtweichen Stimme, die auch Assoziationen an die große Jazz-Pop-Diva Sade weckte.

Begleitet von ihrem Gitarristen Malte „Mamapure“ trug Polina Vita an dem Abend ihre Kompositionen im Duo vor, auf der CD ist auch Kontrabassist Arne Horstmann mit von der Partie. Diese wird derzeit in einem Hamburger Studio aufgenommen. Gesungen hat Polina Vita schon immer. Bereits in jungen Jahren eignete sie sich die Fertigkeiten in Sachen Stimmkunst an. Einer der Höhepunkte ihres Auftritts im Café Brodsky war „LOVE“, bekannt geworden durch die Version von Nat King Cole. Eine schmissige Jazz-Nummer, die aber dennoch viel Spielraum für ausgedehnte Vokalübungen lässt – eine ideale Plattform für Polina Vitas anziehende Stimme.

Das Café Brodsky wird geführt von Katharina Legler, einer 36-jährigen Russin, die an dem Abend Spezialitäten aus ihrem Heimatland anbot. Es ist das einzige ihr bekannte Lokal dieser Art in Hamburg. „Wir sind vor zwei Jahren aus Berlin in die Hansestadt gekommen. Dort gibt es zahlreiche russische Restaurants und Bars, die laufen dort wie verrückt“, erzählt sie. Aber auch in der Hansestadt hat die Mischung bereits bestens eingeschlagen. Nicht nur auf den zahlreichen Abendveranstaltungen ist es im Café Brodsky gut gefüllt, der Mittagstisch hat ebenso seine Fans gefunden.

Viel Wert legt das familiengeführte Bar-Restaurant auf die Kultur. So werden neben Konzerten auch Lesungen veranstaltet und am Hamburger Architektursommer 2015 nahm man ebenfalls erfolgreich teil; wenn mal nichts sein sollte, kann sich der Besucher an der im Lokal ausliegenden Bibliothek einen Klassiker à la Tolstoy ausleihen und sich bei einem echt russischen Tee, der mittels eines großen Samowars gekocht wird, ‚Krieg und Frieden‘ reinziehen. Zum Essen gibt es zahlreiche russische Spezialitäten wie Soljanka (Fleischsuppe), Blini (Pfannkuchen mit verschiedenen Füllungen), Pelmini (gefüllte Teigtaschen) und natürlich Borschtsch (gibt es auch in einer Vegan-Version).

Das Publikum besteht aber nicht nur aus Russen, es kommen auch viele deutsche Gäste, die in der DDR gelebt haben und die ganzen Gerichte aus dieser Zeit noch kennen. Platz ist für 30 Personen vorhanden und die Weine aus Georgien und Moldawien werden in Hamburg ebenfalls selten in Restaurants angeboten. Zu Unrecht, wie die Gastronomin Legler erläutert: „Das sind ausgezeichnete Weine aus prämierten Weinbaugebieten. Wir konnten damit schon anspruchsvolle Hamburger Weintrinker überzeugen“.

Die kulturellen Veranstaltungen werden überwiegend von Künstlern mit russischem Hintergrund bestritten, doch zeigt man sich da offen: „Wenn jemand bei uns auftreten möchte, soll er sich einfach melden. Wir freuen uns über jeden Interessenten“, so Katharina Legler. Bester Beweis ist der nächste Termin am Freitag, 4. Dezember: da ist ein spanischer Abend angesagt.

Café Brodsky
Eppendorfer Weg 193
20253 Hamburg Eppendorf
Telefon: 040/181 28 323
www.cafebrodsky.de

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