Helgoland investiert kräftig in seine touristische Zukunft

Helgoländer Hummerbuden, bunte HolzhäuserHelgoländer Hummerbuden © ganz-hamburg.de

Der Helgoländer Binnenhafen wir der neue Hot Spot für die Gäste. Nach dem Corona-Lockdown startet die Gastronomie wieder durch.

von Angelika Fischer
Der Wettbewerb um den Gast unter den Norddeutschen Inseln ist kräftig. Die Anforderungen der Gäste entwickeln sich kontinuierlich weiter. Deshalb braucht auch die touristische Entwicklung Helgolands neue Impulse, damit Deutschlands einzige Hochseeinsel attraktiv bleibt.

Insbesondere im Bereich Gastronomie besteht Bedarf an neuen, attraktiven Standorten mit Hafenatmosphäre und Meerblick. Denn die vorhandenen Angebote befinden sich mit nur wenigen Ausnahmen nicht an Plätzen mit Aussicht auf die Düne und die Nordsee.

Konzepte aus den 1950er und 1960er Jahren werden modernisiert

Als nach der vollständigen Kriegszerstörung der Wiederaufbau in den 1950er Jahren geplant wurde, waren die touristischen Erwartungen und Anforderungen ganz anders. Aussicht und Atmosphäre waren nicht so wichtig.

Ziel der Planung war es, dass auch die in der zweiten und dritten ansässigen Betriebe eine wirtschaftliche Basis bekommen sollten. Heute allerdings steht bei den Gästen der Wunsch nach einer schönen Aussicht und nach Meerblick ganz obenan.

Lars Johannson und Detlev Rickmers am Stehtisch
Lars Johannson und Detlev Rickmers © ganz-hamburg.de

Aus einem Arbeitshafen wird ein Gäste Hot Spot

„Der Binnenhafen mit den bunten Hummerbuden soll das neue touristische Zentrum Helgolands werden“, erläutert Tourismusdirektor Lars Johannson. „Durch eine Marina mit Anlegeplätzen für Sportboote soll eine maritime Atmosphäre entstehen mit einer neuen Hafenpromenade, an der Geschäfte, Cafés und Restaurants für buntes Leben und Treiben sorgen.“

Wie er weiter erläutert, war am bisherigen Schiffsanleger im „Schutz- und Sicherheitshafen Südhafen“ keine Ansiedlung von privat betriebenen Läden und Restaurants möglich. Auch gibt es dort keine Marina mit Strom- und Wasserversorgung für private Sportboote.

Helgoländer Hummerbuden
Am Binnenhafen wird lebhafter werden © ganz-hamburg.de

Das soll sich durch den Umbau und die Sanierung des Binnenhafens mit einem Investitionsvolumen von knapp 40 Millionen Euro in Kürze ändern. Johannson weiter: 

„Wir schaffen dadurch ein Mehr an Inselatmosphäre mit einem touristisch attraktiven Hafenerlebnis, das Sportbooten ein direktes Anlegen vor den bunten Hummerbuden direkt an der neuen Flaniermeile ermöglicht.“

Mit den Bauarbeiten zu dieser neuen Holzbohlen-Hafenpromenade wurde gleich nach dem Corona-Lockdown begonnen.

„Leider konnten wir die Wochen der Zwangspause noch nicht nutzen, da ja keine Bautrupps vom Festland auf die Insel kommen durften“, sagt Johannson rückblickend. „Trotzdem gehen wir davon aus, mit der neuen Flanier-Promenade noch in diesem Sommer fertig zu werden.“

Der gesamte Umbau des Binnenhafens vom Arbeitshafen zum Touristenzentrum solle dann zum Saisonstart 2021 fertig gestellt sein. Damit werden auch die Hummerbuden deutlich aufgewertet. Hier wird es künftig viel lebhafter und interessanter werden. Der bisherige Frachtumschlag des Binnenhafens werde künftig in den Südhafen verlagert.

Corona-Lockerungen auf der Insel

Der Corona-Lockdown hat die Helgoländer Tourismuswirtschaft hart getroffen. Denn, rund 80 Prozent aller Arbeitsplätze auf der Insel hängen direkt oder indirekt vom Fremdenverkehr ab. Wie der Helgoländer Hotelier und Gastronom Detlev Rickmers bilanziert, habe er in der ersten Jahreshälfte 2020 einen Umsatzrückgang von rund 70 Prozent zu verzeichnen.

„Seit Juli dürfen wir unter Einhaltung der geltenden Abstands- und Sicherheitsmaßnahmen unsere Hotels nun wieder voll auslasten.Wegen des erheblich höheren Aufwandes zur Einhaltung der Sicherheits- und Hygienevorschriften nehmen wir in unseren sieben Häusern zur Zeit nur Buchungen ab einer Mindestzahl von zwei Übernachtung an, wobei die Durchschnittszahl bei drei Übernachtungen liegt.“

Detlev Rickmers

Auf Helgoland gibt es insgesamt etwa 2000 Gästebetten für Touristen. Deshalb wird es auf der Insel selbst bei voller Belegung nicht zu eng: Bei einer Strandlänge auf der Düne von rund 1500 Metern reiche der Platz für all. Selbst mit einem Sicherheitsabstand von zehn Metern!

Helgoland – mehr Infos unter:

Allgemein:
www.helgoland.de und www.rickmers-helgoland.com
Schiffsverbindungen:
via Seebäderschiffe oder Katamaran/Schnellfähren ab:
Hamburg, Wittdün/Amrum, Büsum, Bremerhaven, Cuxhaven, Hörnum/Sylt
www.helgoline.de, www.adler-schiffe.de, www.adler-eils.de, www.cassen-eils.de
Flugverbindungen:
von Büsum und Cuxhaven/Nordholz – www.fliegofd.de

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