Hundert Jahre – Geburtstag auf dem Erdbeerhof Glantz

Ninchen Glantz mit KindernNinchen Glantz inmitten ihrer Kinder, Sohn Enno auf dem Schoß Foto: Familie

Es gibt schon besondere Jubiläen: die Senior-Chefin vom Erdbeerhof Glantz, Ninchen Glantz, feiert ihren 100. Geburtstag.

In ihrem Personalausweis steht Paula Elisabeth Glantz, aber von ihrer Familie und Freunden wird sie seit jeher liebevoll „Ninchen“ genannt. Am 15. Mai 2016 kann Ninchen Glantz auf 100 Jahre bewegtes Leben zurückblicken. Die Senior-Chefin des berühmten Erdbeerhofs Glantz mit Betrieben in Delingsdorf bei Hamburg und Hohen Wieschendorf in Mecklenburg Vorpommern, hat so einiges erlebt: Krieg, Enteignung und Flucht gehören ebenso dazu wie Kindersegen, Glück und wirtschaftlicher Erfolg.

„Meine Mutter hat im Grunde zwei Leben“, sagt Enno Glantz (71), jüngster Sohn von Ninchen. „Eines vor dem Krieg und eines danach.“ Stolz schwingt in seiner Stimme mit, wenn der heutige Chef des Erdbeer-Unternehmens von seiner Mutter spricht. „Als mein Vater 1941 eingezogen wurde, hat sie das Gut Datzow auf Rügen, auf dem wir lebten und das neben dem Gut Hohen Wieschendorf ebenfalls in Familienbesitz war, bis Kriegsende alleine bewirtschaftet. Und nebenbei noch fünf Kinder liebevoll umsorgt.“

Doch nach Kriegsende wurden in der sowjetisch besetzten Zone die Großbauern und Gutsbesitzer schnell enteignet. Dabei ging es nicht gerade rechtstaatlich, aber auf jeden Fall meistens mehr als rustikal zu.  Das Potsdamer Abkommen zwang die Familie Glantz aus Angst vor den Russen zur Flucht aus der mecklenburgischen Heimat. Ihr ganzes Leben in eine einzige Kiste gepackt, verschlug es sie zu ihrer Schwester nach Hamburg Nienstedten. Nachdem ihr Mann Günther Glantz aus russischer Kriegsgefangenschaft heimkehrte und einen Job als Gutsverwalter in Hamburg annahm, begann Ninchens neues Leben.

Dann im Jahr 1961 wagte das Paar den Schritt in die Selbständigkeit und legte in Delingsdorf den Grundstein für den Erdbeerhof Glantz – heute einer der erfolgreichsten Erdbeerbetriebe Norddeutschlands. Da war anpacken gefragt, denn aus dem nichts entsteht kein Unternehmen und Ninchen Glantz hat die erste Erdbeerverkaufsstelle in Farmsen betrieben.

„Meine Mutter war sich für nichts zu schade, hat auf dem Feld geholfen und sich Tag für Tag in Farmsen an einer unserer ersten Verkaufsstellen positioniert und unsere Erdbeeren angeboten. Sie verdient den größten Respekt für alles, was sie ausgehalten und geleistet hat. Ich bin ihr unendlich dankbar und freue mich, dass ich sie schon so lange an meiner Seite haben darf.“

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