Im Gespräch: Sabine Grofmeier

Die Musikerin Sabine Grofmeier mit KlarinetteSabine Grofmeier im Namen der Klarinette Foto: Künstlerin

Die Klarinettistin und Wahl-Hamburgerin Sabine Grofmeier (45) zählt zu den herausragenden Künstlerinnen ihres Fachs und wird mittlerweile von der Presse in einem Atemzug mit den Star-Klarinettistinnen Sabine Meyer und Sharon Kam genannt. Die sympathische Künstlerin ist eine ausdrucksstarke Musikerin mit großem, warmen, dunklen Ton. Durch ihre zupackende Musikalität und ihre souveräne Beherrschung der technischen Mittel begeistert sie jedes Publikum.

Als Solistin gastierte Sabine Grofmeier in den namhaftesten Konzertsälen Deutschlands und des benachbarten Auslands – u.a. Alte Oper Frankfurt, Hamburg Musikhalle (Laieszhalle), Bremen Glocke, Berlin Konzerthaus am Gendarmenmarkt uvm. Ihre rege Konzerttätigkeit als gefragte Solistin, Kammermusikerin und Dozentin – so u.a. als Kulturbotschafterin des Goethe-Instituts – führten die Klarinettistin durch Deutschland, Österreich, Schweiz, Israel, England, Spanien, Südamerika, Mexiko, Frankreich und Australien.

Sabine Grofmeier ist Initiatorin und Künstlerische Leiterin des von ihr ins Leben gerufenen Internationalen Musikfestivals in Capdepera, Mallorca, der Diemersteiner Konzertreihe sowie der neuen Konzertreihe „Hamburger Serenadenkonzerte“ in Ihrer neuen Wahlheimat HAMBURG (Sonntag, 24.2., Mozartsäle). Ihre Ignaz Pleyel CD Einspielung ist vor Kurzem erschienen und Ihr Debut zuletzt im Konzerthaus Wien gehören zu Ihren musikalischen Highlights.

Wie viel Zeit verbringen Sie pro Woche auf Ihrem „Chefsessel“?

Wenn ich nicht gerade für Konzerte oder Meisterkurse unterwegs bin, versuche ich, jeden Tag drei Stunden Klarinette zu üben und zwei Stunden Office zu schaffen.

„Arbeitstabu“ haben sie zu welchen Zeiten?

Nun ja, als Musikerin und Freiberuflerin gilt eher die 24/7 Action-Regel.

Wollten Sie schon immer das werden, was Sie jetzt sind?

Jaaa, die Musik und meine Klarinette waren bereits in jungen Jahren ganz klar meine große Passion und Inspiration.

Wie lautet Ihr wichtigster Rat an junge Frauen, wenn sie ins Berufsleben starten?

Heutzutage gilt es meiner Meinung nach als sehr wichtig, sich vorher ausreichen über den Markt und die Chancen, die man in seinem gewählten Beruf haben kann, gut zu checken. Die heutige Zeit ist sehr schnelllebig. Auch bei uns in der Musikbranche hat sich da viel verändert. Und trotzdem gilt, tue das, was Du liebst!

Was finden wir in Ihrer Schreibtischschublade, Handtasche oder Businesstasche?– Hand aufs Herz – was ist eigentlich überflüssig, aber muss einfach immer dabei sein?

In meiner Tasche natürlich ganz klar immer die Klarinette mit dabei und das entsprechende Zubehör. Da ich es sehr natürlich mag, findet man bei mir kaum Make-Up-Artikel in meiner Handtasche. Lippenstift zum Beispiel finde ich toll, ist aber als Klarinettistin so gar nicht möglich 🙂

Blick in die Tasche von Sabine Grofmeier

Wenn Sie ein Bewerbungsgespräch führen, was ist für sie ein generelles Ausschlusskriterium?

Wenn sich bei mir ein Student vorstellt, möchte ich natürlich bei der Audition nicht nur sein Talent während des Musizierens hören. Ebenfalls wichtig ist auch, wie er sich präsentiert und auch wie er sich verbal artikuliert. All dieses ist das komplette Paket, wonach ich entscheide, ob ich ihn zum Studium aufnehmen kann.

Welche Berufe sind unterbezahlt?

Nun ja, die Künstlerberufe haben es nicht immer leicht, aber auch da gilt es, wie in der Wirtschaftsbranche, sich gut zu Positionieren.

Erfolg setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen. Welchen Rat würden Sie geben, um dorthin zu kommen, wo man hin will?

Ich glaube, auch durch meine Erfahrung im Musikstudium bedingt, das Wichtigste ist, sehr zielstrebig und konsequent am Ball zu bleiben. Auch täglich kleine kontinuierliche Schritte sind so essenziell wichtig für das Erreichen seiner Ziele. Und dazu gehört eine Riesen Portion Geduld, dann kann ein Mensch sehr viel schaffen.

Für wie wichtig halten Sie “Networking“ unter Frauen? Und warum?

Natürlich ist Netzwerk ein ganz entscheidender wichtiger Faktor für die Vernetzung von Gleichgesinnten, aber auch, um von den Frauen zu lernen, die schon viel mehr erreicht haben als man selbst.

„Geld allein macht nicht glücklich“? Wie wichtig ist Wertschätzung für Sie im Berufsleben?

Mit Geld, oder vielleicht besser gesagt, mit der Wertschätzung in Relation zum Euro in Bezug auf die jeweilige Tätigkeit zeigt sich immer auch eine Spiegelung, wie sehr der andere einen respektiert und Deinen Beruf ernst nimmt. Ich habe oft erfahren dürfen, je höher die Gage, desto höher Respekt, Anerkennung und Wertschätzung.

Spielt „social media“ in Ihrem Leben eine Rolle?

Gaaaanz wichtig! Über die virale Verbreitung ist so viel mehr möglich als vor vielen Jahren ohne das Internet. Dadurch bin ich zum Beispiel schon sehr oft nach Südamerika für Konzerte und Meisterkurse eingeladen worden.

Was muss in Hamburg anders/geändert sein/werden?

Ich finde Hamburg eine wunderschöne und tolle Stadt!

Vielleicht, wenn wir als Menschen noch mehr zusammenrücken und uns gegenseitig unterstützen, egal welches gesellschaftliches Niveau, dann ist doch immer noch mehr möglich, als allein durch politische Entscheidungen, oder nicht? Ich liebe es, anderen Menschen zu helfen und ich bin fest überzeugt, dass jeder Mensch diese Charaktereigenschaft in sich trägt.

Was ist IHR Wunschprojekt für 2019?

Weiterhin wunderschöne Konzerte im In- und Ausland, meine eigene Konzertreihe, die Hamburger Serenadenkonzerte in den Mozartsälen weiter auszubauen und noch bekannter zu machen, und nachdem die Laieszhalle ja schon oft als Solistin in meiner Agenda stand, beginne ich nun auch von der Elphi zu träumen. Alles beginnt ja bekanntlich mit einer Vision 🙂

Elbe oder Alster?

Alster, ist gerne meine Spazier- und Joggingstrecke.

Hamburg, im Februar 2019

Sabine Grofmeier – http://sabinegrofmeier.de

www.hamburger-serenadenkonzerte.de

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