Kondomautomat für das Gymnasium Corveystraße in Lokstedt

Gruppenbild mit Schülern Übergabe Kondomautomat im Gymnasium CorveystrasseJGA-Vorstand Marlon Jost, Senatorin Cornelia Prüfer-Storcks, Schulleiter Christian Krümel, Schülervertreter sowie der Gesundheitsbeuaftragte des Gymnasiums Carsten Altmann freuen sich über den Kondomautomaten an der Corveystraße. Foto: Jugend gegen AIDS

Jetzt haben die Schüler des Gymnasiums in Lokstedt ihren eigenen Kondomautomaten. Das finden Schulleiter und eine Senatorin sogar gut!

Kein Witz: Vor sechszig Jahren konnte man ein Strafverfahren bekommen, wenn man einen Kondomautomaten öffentlich zugänglich machte. Darüber hatte 1961 der Bundesgerichtshof geurteilt: denn das Feilhalten Kondomen verstieß gegen Sitte und Anstand. Nun dies hat sich mehr als gründlich, wie vieles andere, glücklicherweise geändert. Heute werden Kondomautomaten sogar in Schulen aufgehängt und eine leibhaftige Senatorin kommt zur Übergabe-Zeremonie. Eines zeigt es aber auch, selbst das hohe Gerichte fällen bisweilen absolut irre Urteile!

Am letzen Mittwoch übergab Jugend gegen AIDS dem Gymnasium Corveystraße in Hamburg Lokstedt einen Kondomautomaten. Damit wird nicht nur ein einfacherer Zugang zu Kondomen für die Schüler geschaffen. Kondome schützen wirkungsvoll und einfach vor sexuell übertragbaren Krankheiten und auch vor HIV/AIDS.

Die Initiative Jugend gegen AIDS bietet Schulen an, gegen eine geringe Kostenbeteiligung einen Kondomautomaten aufzustellen. Dort können Jugendliche günstige Kondome kaufen. Das Gymnasium Corveystraße macht mit und stellt einen Kondomautomaten der internationalen Jugendorganisation auf.

Letzten Mittwoch wurde um 10:00 Uhr, kurz bevor es Schools out for Summer heißt und es auf die üblichen Flugzeug-Fernreisen geht, in der Sporthalle des Gymnasiums der Kondomautomat „feierlich“ übergeben. Schulleiter Christian Krümel nahm den Automaten nach seiner Begrüßungsrede von der Initiative Jugend gegen AIDS entgegen. Zum Glück hat er die Gnade der späten Geburt, denn in den 1950er oder 1960er Jahren hätte ihn das wohl sein Amt gekostet.

Als Ehrengast schaute auch Cornelia Prüfer-Storcks (Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz der Freien und Hansestadt Hamburg) vorbei.

Gesundheitsförderung ist ein Schwerpunkt der Schule

Seit über 15 Jahren ist die Gesundheitsförderung ein Schwerpunkt der Lehrarbeit.

An dem sogenannten Gesundheitstag bringen ältere Schüler den jüngeren etwas bei und sensibilisieren sie neben der sexuellen Gesundheit auch für Themen wie Suchtprävention oder Bewegung.

Das Projekt Aufklärung von Jugend gegen AIDS ist fester Bestandteil des Gesundheitstags. Insgesamt zwölf Schüler haben sich während der sogenannten Academy zu Peers ausbilden lassen. Sie führen nun eigenständig an ihrer Schule Aufklärungsworkshops durch. Sie waren auch die treibende Kraft, dass die Schule einen eigenen JGA-Kondomautomaten im Schulgebäude bekommt.

„Mit Jugend gegen AIDS haben wir in Hamburg, bundesweit sowie seit einiger Zeit auch international viele engagierte junge Menschen, die sich für die Prävention von HIV sowie anderen sexuell übertragbaren Krankheiten einsetzen. Sie zeigen, wie wichtig die Aufklärung für Jugendliche nach wie vor ist und sind dabei seit nunmehr fast zehn Jahren sehr erfolgreich, indem Sie sich mit den Jugendlichen auf Augenhöhe austauschen und gut vernetzt sind.“  

Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks

„Wir wollen Awareness für sexuelle Gesundheit und Prävention bei jungen Menschen schaffen, denn das Thema ist immer noch viel zu stark tabuisiert. Ein einfacher und kostengünstiger Zugang zu Kondomen ist dafür Voraussetzung.“

Marlon Jost, Vorstand von Jugend gegen AIDS

Die Aufklärungsarbeit der Organisation Jugend gegen AIDS wird vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert.

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