Kreative Zwischennutzung: Aus Karstadt Sport wird Artstadt in der Mönckebergstraße

Das ehemalige Karstadt Sport in HamburgNichts mehr mit Moin Hamburg. Karstadt Sport in der Hamburger Mönckebergstrasse ist Geschichte ©

Gerade der Handel in der Hamburger City ist unter Druck. Leerstand ist selbst in 1A Lagen wie die Luxusmeile Neuer Wall, in Passagen und den klassischen Standorten mehr. Die City haben u.a. Clas Ohlson, der Sportartikelhändler Stadium, die Galeria Kaufhof (vis-á-vis von Karstadt Sports) und Karstadt Sport, das mit Sport Scheck fusioniert wurde, verlassen. Dazu kommt, die Passantenfrequenz liegt immer noch signifikant unter der Vor-Corona-Zeit.

Wegweiser im ehemaligen Karstadt Sport Haus in Hamburg
Es war einmal mit bester Sport in der Mönckebergstraße Foto: Jan-Marius Komorek

Eines ist unstrittig, Leerstände machen eine Einkaufsstraße und ein Quartier nicht attraktiver. Die Neuvermietung, eine andere Nutzung oder ein Umbau benötigen aber Zeit und oftmals auch lange komplizierte Verwaltungsprozesse. Um die City zu beleben ist Zwischennutzungen deshalb wichtig. Auch weil leerstehende Gebäude stets zum Vandalismus und Graffiti-Schmierereien einladen.

leere geräumte Kaufhausetage
Leere Etage im Karstadt Sport Haus Hamburg Mönckebergstraße Foto: Jan-Marius Komorek

Aus Karstadt Sport wird zwischendurch Artstadt

Jetzt steht mit dem ehemaligen Gebäude von Karstadt Sport am Eingang der Mönckebergstraße Deutschlands größte kreativwirtschaftliche Zwischennutzung an. Die rund 8.000 Quadratmeter große Einzelhandelsimmobilie wird bis Ende 2022 von Kreativen bespielt. Die Hamburger Kreativ Gesellschaft finanziert das Projekt mit Mitteln über das Programm Frei_Fläche, das vom Hamburger Senat mit einem Budget von neun Millionen ausgestattet wurde.

Kunstausstellung im Arthaus Hamburg
Kunstpräsentation im Arthaus Foto: Jan-Marius Komorek

Das von nextMedia.Hamburg geförderte Blockchain-Start-up LOOKS-RARE ist Mitinitiator des ersten Zwischennutzungsprojekts „Artstadt”. Im aktuellen Batch des Inkubators Media Lift baut das Team sein Geschäftsmodell aus, das eine einzigartige Möglichkeit für Künstler darstellt, ihre Werke mit Hilfe von Blockchain-Technologie als NFT zu verkaufen. Bei „Artstadt” ist LOOKS-RARE für das Thema Digitalisierung zuständig und bietet unterschiedliche Workshops rund um Blockchain und NFTs an. Gemeinsam mit dem Verein UNVERZOLLT e.V. betreiben sie die Eventfläche im Erdgeschoss sowie Workshop-, Co-Creation- und Digitalisierungsflächen im dritten Stock.

„Das Nutzungskonzept hat den Titel ,Dialog. Analog. Digital‘. Wir möchten uns als große Gruppe mit möglichst vielen Künstlerkollektiven zusammentun und voneinander lernen. Wie kann analoge in digitale Kunst transformiert werden? Workshops, Events, eine gemeinsame VR-Galerie und Co-Working Spaces bauen Brücken und fördern den Austausch. Sieben Tage hat der Umbau der Fläche in eine Galerie gebraucht, sieben Monate werden wir hier die Möglichkeiten von digitaler Kunst erlebbar machen.“

Finn Malte Hinrichsen, LOOKS-RARE-Mitgründer
Kunstausstellung im Arthaus Hamburg
Kunstpräsentation im Arthaus Foto: Jan-Marius Komorek

Ziel ist es durchaus, dass die VR-Galerie über die Zwischennutzungszeit hinaus bestehen bleibt. So soll Hamburger Künstlern die Möglichkeit gegeben werden, sich weiter digital und State of the Art zu präsentieren. 

Artstadt – Zahlen und Fakten

  • Vertragsparteien sind Hamburg Kreativ Gesellschaft mbH als Intermediär, Union Investment Institutional Property GmbH als Eigentümerin, vertreten durch die R+V Lebensversicherung AG
  • Nutzungszeitraum: 1.6. bis 31.12.2022
  • Die Aufteilung: Sechs Geschosse (Erd- bis zum fünften Obergeschoß á ca. 1250 m². Dazu kommen die attraktive Außenterrasse im 5. OG sowie die Dachterrasse à ca. 700 qm² (ehem. Eislaufbahn)
  • Ab 10:00 Uhr ist das Gebäude öffentlich zugänglich
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